Best Ager: Wie Sie Opa fürs Tablet begeistern
17.12.2012 Waltraud Ritzer
Noch immer werden Senioren als Zielgruppe häufig unterschätzt. Telecom Handel gibt Tipps, wie Sie sich im Kaufgespräch richtig verhalten.
Rund 26 Millionen sogenannte Best Ager leben derzeit in Deutschland, so eine Studie des Beratungsunternehmens Deloitte. Menschen also, die älter sind als 55 Jahre, oftmals kaufkräftig und in der Regel nur wenig technikaffin. Und: eine Kundengruppe, die von vielen gehörig unterschätzt wird, von den Netzbetreibern, den Herstellern – und auch den Verkäufern in Mobilfunkshops.
Ein Fehler, glaubt Dirk Rapke, Inhaber zweier Mobilfunkshops in Niedersachsen. „Ich mache gute Geschäfte mit Senioren“, sagt er im Gespräch mit Telecom Handel. Kunden jenseits der 50 seien ganz anders als die jüngeren Käufer: „Sie sind treu, solvent und vor allem – sie vergleichen keine Preise im Internet und feilschen dann um jeden Cent“, zählt er die Vorteile dieser Zielgruppe auf. Im Gegenzug ist Rapke gerne bereit, mehr Zeit in die Beratung von Best Agern zu stecken: „Am Ende lohnt sich der Zeitaufwand auf jeden Fall, zumal diese Kunden meinen Shop ja auch Freunden und Bekannten in ihrem Alter weiterempfehlen. Das ist quasi ein Selbstläufer.“
Doch es gibt auch andere Stimmen: „Vor allem jüngere Verkäufer haben oft Probleme, die Bedürfnisse älterer Menschen zu verstehen“, warnt Rainer Kauffmann. „Viele Händler verkaufen lieber in einer Stunde drei Smartphones an junge Kunden, als sich in dieser Zeit einem einzigen älteren Kunden zu widmen“, merkt er weiter an. „Und rein rechnerisch haben sie ja auch recht.“ Kauffmann hat sich auf die Beratung von Senioren bei mobiler Kommunikation spezialisiert, er bietet unter anderem Einführungskurse für Smartphones und Tablets an Volkshochschulen in Baden-Württemberg an.
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Leserkommentare (3)
Leser | Mittwoch, 19. Dezember 2012 11:01:01
Wie Sie Opa fürs Tablet begeistern
Und wo finde ich dem Artikel die Hinweise zum Tablet-Verkauf an Opa´s? Lesen durfte ich viel über Seniorentelefone und über Schulungen.
Dass man Termine vergeben kann und Schulungen anbietet, ist ein alter Hut und ist nicht auf Opa´s limitiert.
Das nehmen SOHO-Kunden, GK und Mütter mit wenig Technik-Affinität gerne ebenfalls in Anspruch. Ist also auf alle Bereich anwendbar.
In dem Artikel ist nicht eine einzige Volte enthalten, die auf Tab´s in Verbindung mit Opa´s verweist. Die Überschrift des Artikels hat viel viel mehr versprochen. Echt schwach liebe Redaktion!
jungspund | Dienstag, 18. Dezember 2012 09:52:40
die lieben alten leutchen
haken an der nummer ist folgender: die demografische entwicklung bringt natürlich den "älteren" bevölkerungsanteil nach oben, gleichzeitig sind es aber WIR, die älter werden, d.h. jene, die in die ganze technik-nummer reinwachsen und jeden einzelnen entwicklungsschritt mehr oder minder live mitbekommen.
d.h. "best ager", "senioren", "alte leutchen" oder wie auch immer wir diese durch alter definierte käuferschicht auch immer bezeichnen, ist ein zeitlich begrenztes phänomen.
ist es deshalb falsch dieses zu nutzen? nein!
abgesehen davon: "seniorenhandys" gibts bei mir nur auf explizite nachfrage und beratungsresistenz oder wenn jemand unbedingt bestimmte, "seniorenhandys" exklusive, ausstattungsmerkmale, wie hörgeräteeignung oder eine notruftaste braucht. ich kenne niemanden der oder die die bedienung von besagten "seniorenhandys" wirklich kennt und da detailfragen kompetent beantworten kann. für mich ist es ökonomisch unsinnig mir das entsprechende wissen anzueignen.
ehrlich gesagt empfehle ich da lieber einfach gehaltene nokia-, motorola oder sony ericsson modelle, da können auch mal kinder, enkel oder einfach passanten weiterhelfen.
Christoph | Montag, 17. Dezember 2012 16:20:35
Best Ager: Wie Sie Opa fürs Tablet begeistern
Schubladendenken geht immer in die Hose. Das hat schon vor 20 Jahren mit Kinderhandys nicht geklappt.
Warum soll das bei Seniorenhandys ander sein.
Technik begeistert Menschen und nicht X-Ager.