Best Practice: "Früher wurden wir belächelt"

Gebäudeautomatisierung und Smart Home gelten als Wachstumsbranchen im ITK-Markt. Drei Geschäftsführer von Systemhäusern verraten, wie sie die Lösungen vermarkten.

Ob Gebäudeautomatisierung oder vernetztes Wohnen – die „smarte“ Verbindung verschiedenster Geräte und Funktionen in Privathäusern und auch in Gewerbebauten ist eines der Top-Themen in der Branche – das sagen zumindest Hersteller und Distributoren.

Doch wie sieht es mit der Vermarktung aus? Wie viele Kunden gibt es tatsächlich, die diese Lösungen im Office oder zu Hause einsetzen wollen – und auch bereit sind, die Kosten zu tragen? Telecom Handel hat mit Geschäftsführern von Systemhäusern und Shopbesitzern gesprochen, für die Gebäudeautomatisierung und Smart Home kein neuer Hype sind, sondern fester Bestandteil ihres Geschäftsmodells.

„Seit zwei Jahren wächst die Nachfrage deutlich“
Reinhard Heymann beispielsweise vergleicht die Entwicklung im Smart-Home-Bereich am liebsten mit der beim Auto: Früher habe man Navi und Klimaanlage noch als Luxus betrachtet, heute gehöre es zur Standardausstattung in jedem Fahrzeug. Der 57-Jährige ist Geschäftsführer der Hamburger Q-Data Service GmbH; das Unternehmen wurde 1979 gegründet, zu Beginn konzentrierte es sich vor allem auf IT-Lösungen für Geschäftskunden.

Seit rund zehn Jahren beschäftigt sich das Systemhaus außerdem mit dem Thema Smart Home. Schmunzelnd erinnert sich Heymann, dass er anfangs noch belächelt wurde, wenn er auf regionalen Messen seine Lösungen vorstellte. „Seit etwa zwei Jahren bemerken wir aber eine deutlich stärkere Nachfrage“, berichtet er. Die Bauherren informieren sich zudem heute schon im Vorfeld über die technischen Möglichkeiten beim Neubau oder bei anstehenden Renovierungsarbeiten, auch das sei ein Indiz für eine positive Entwicklung. „Wir sind längst aus der Nische herausgewachsen“, betont Heymann denn auch. „Der Markt entwickelt sich rasant.“

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Kommentar der Redaktion

Waltraud Ritzer
Waltraud Ritzer, Redakteurin

Drei Beispiele, drei Vorgehensweisen: Reinhard Heymann, Christoph Frings und Torsten Binner haben früh begonnen, sich mit der Automatisierung von Firmengebäuden oder Privathäusern ein zweites Standbein aufzubauen. Nicht immer klappte die Vermarktung von Lösungen für das Smart Home oder das vollautomatisierte Firmengebäude von Beginn an gut. Doch das Ergebnis gab den drei Geschäftsführern am Ende recht, mittlerweile machen sie gute Geschäfte in einem ehemals belächelten Markt.


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