E-Billing: Online statt offline

Mit elektronischen Rechnungen können Händler mit eigenem Online-Shop ihre Kosten deutlich reduzieren. Probleme bereitet aber noch die unsichere Rechtslage.

Bis vor wenigen Jahren verschickte der Internet-Dienstleister Webspace-Verkauf seine Rechnungen per Post – heute erhalten seine Kunden die Dokumente per Mail oder können diese selbst aus einem Internet-Portal herunterladen. Der Grund für das Umdenken: Der elektronische Versand der Rechnungen ermöglicht dem Inhaber Markus Thumerer „Einsparungen in der Höhe eines Kleinwagens“, so der Oberfranke.

Die Summe setzt sich zusammen aus den wegfallenden Portokosten, etwa 8.500 Euro pro Jahr. Daneben fallen noch Arbeitsprozess- und Materialkosten an, etwa für das Falzen und Kuvertieren der Briefe oder das Papier selbst. Um rund 20.000 Euro konnte Thumerer über das Jahr gesehen seine Kosten senken – für ein mittelständisches Hosting-Unternehmen eine stattliche Summe.

Noch ist Thumerer allerdings eher ein Pionier denn ein Trendsetter in Sachen E-Billing: „In Deutschland werden jährlich etwa sechs bis sieben Milliarden Rechnungen verschickt, der Anteil elektronischer Rechnungen liegt derzeit allerdings nur bei sechs bis neun Prozent“, sagt Bruno Koch, Geschäftsführer des Schweizer E-Billing-Spezialisten Billentis. Allerdings ist das Wachstum in diesem Segment äußerst robust: „Selbst während der wirtschaftlichen Krise lagen die jährlichen Wachstumsraten bei 40 Prozent“, so Koch weiter.

Und er geht davon aus, dass europaweit im Jahr 2015 mehr als die Hälfte der rund 30 Milliarden versendeten Rechnungen elektronisch verschickt werden. „Sieben Millionen Bäume müssen dadurch nicht mehr gefällt, zu Papier verarbeitet und anschließend recycelt werden“, führt Koch – zugegeben etwas polemisch – aus. Doch es ist nicht der „grüne“ Gedanke, der immer mehr Unternehmen dazu bringt, von Print auf digitale Rechnungen umzusteigen. Es sind vielmehr die vielfältigen Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren und die Billing-Prozesse im Unternehmen zu automatisieren.

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Kommentar der Redaktion

Waltraud Ritzer
Waltraud Ritzer, Redakteurin

Viele Händler betreiben neben ihrem stationären Laden einen Online-Shop, die meisten von ihnen versenden die Ware aber nicht selbst, sondern nutzen dafür den Service ihres Distributors: Der Kunde bestellt das Produkt im Internet, der Händler gibt den Auftrag frei, und der Großhändler schickt das Handy oder das Netbook im Namen des Händlers zum Kunden – Stichwort Streckengeschäft. Gerade für diese Händler kann sich zumindest der Test eines E-Billing-Systems lohnen, um damit die Porto- und Prozesskosten zu reduzieren. Allerdings gilt dies nur, wenn der Händler eine kritische Masse verschickt; bei zwei oder drei Rechnungen am Tag lohnt sich der Aufwand kaum.


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Leserkommentare (1)

M&L | Mittwoch, 06. Oktober 2010 15:47:46

Immer auf den Anderen

Zum einen ist es eine Gute Sache---- für den, der die Rechnungen verschickt. Zum Anderen muss der Kunde dann auf seine Kosten die Rechnungen ausdrucken. Auch für uns als kleines Fachgeschäft ist die Computernutzung zurückgesetzt auf Null, was den Internetkauf anbelangt. Solange die Finanzbehörden den Amtsschimmel gleich mehrfach eingespannt haben, hat das Fax bei uns wieder Hochkonjunktur.
Wir denken, dass hier erst mal ein paar Hausaufgaben zu tätigen sind. Ach ja, so kann man Konjunktur auch ausbremsen.
mfg

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