Mobilfunk für Senioren: Telecom Handel testete Münchner TK-Shops


16.30 Uhr – Telekom
Beim nächsten Versuch, diesmal ist es ein Telekom-Shop, treten Schuster und Müller wieder als Paar auf. Wie so oft bei der Telekom ist der Laden voll, und es dauert lange, bis die Kunden an die Reihe kommen. Doch die Verkäuferin war „äußerst nett und kompetent“, wie Anna Schuster meint. Auch ihr Partner Müller ist angenehm überrascht, „die wusste wenigstens, wovon sie spricht“. Absolut lieblos sind indes die Verkaufsunterlagen. Die beiden Probanden bekommen die Kopie eines Folders, auf der die Hälfte fehlt. Dann doch bitte lieber den Originalprospekt.

17.30 Uhr – Handy Shop Neuhausen
Die nächste Station liegt in einem anderen Stadtteil, am Rotkreuzplatz in Neuhausen. Der HSN-Shop ist ganz gut besucht, ein junger Verkäufer nimmt sich dennoch schnell Zeit für Anna Schuster. Ebenso schnell kommt er zum Punkt und bietet Schuster einen Mein-Base-Tarif an, mit einer Zusatzflat und in Verbindung mit einem einfachen Nokia-Klapphandy – inklusive Handyversicherung.

Für Fragen und Antworten nimmt er sich nur wenig Zeit – beispielsweise bei der Frage, ob es auch Schadenersatz bei Diebstahl gebe. Seine Antwort, „natürlich“, ist schlicht falsch – worauf ihn leider erst die Kundin hinweisen muss. Generell geht ihm die Beratung recht locker von der Hand. Zu locker, findet Anna Schuster. Sie hätte sich schlicht mehr Zeit für das Gespräch gewünscht.

Dies war die letzte Station. Nach einem langen Nachmittag sind die beiden Mystery-Shopper Schuster und Müller müde und auch enttäuscht, Schuster wählt ein Brecht-Zitat, um ihre Eindrücke zu beschreiben: „Der Vorhang zu und alle Fragen offen.“

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Kommentar der Redaktion

Waltraud Ritzer
Waltraud Ritzer, Redakteurin

Das Ergebnis des Mystery-Shoppings von Telecom Handel ist großteils ernüchternd: Nur wenige Verkäufer bemühten sich, den Senioren einfach und verständlich zu erklären, worauf sie beim Tarif und auch der Auswahl des Handys achten müssen. Viel zu häufig wurden den Kunden überteuerte Tarife angeboten. Zwar ist der Test nicht repräsentativ, die beiden Probanden besuchten vorwiegend Netzbetreibershops in der Münchner Innenstadt – er macht aber deutlich, dass es bei der Beratung von Golden Agern noch Verbesserungspotenzial gibt.

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