Tabu: Eigene Kommentare ins Netz stellen


 
Thomas Schwenke, Partner der Kanzlei Schwenke & Dramburg in Berlin

Thomas Schwenke, Partner der Kanzlei Schwenke & Dramburg in Berlin

Absolut tabu ist es indes, unter einem Pseudonym selbst positive Kommentare ins Netz zu stellen. „Kein Fake!“, warnt deshalb Michael Gebert, „denn Lügen im Internet fliegen immer auf und schaden damit dem Image eines Unternehmens erheblich.“ Gebert ist Manager bei der Münchner Agentur Reputeer, die Kunden – sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen – beim Aufbau und Schutz ihres guten Rufs im Internet unterstützt. Und er weist auf eine weitere Unsitte hin: Manche Unternehmen versuchen, ihre Wettbewerber durch schlechte Bewertungen zu diskreditieren. Allerdings ist dies ein gewagtes Spiel – denn letztendlich riskieren sie damit eine Abmahnung. Dies gilt im Übrigen auch für Privatleute, die im Internet falsche Tatsachen behaupten.

Meinungsfreiheit oder Schmähkritik?
Juristisch bewegen sich Bewertungen im Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und Schmähungen. So können Personen beispielsweise schreiben, dass sie nie wieder bei einem Unternehmen einkaufen werden und absolut unzufrieden waren – ohne dies näher zu begründen. Das betroffene Unternehmen hat in diesem Fall keine Grundlage, gegen die Kritik vorzugehen, „da die Gerichte regelmäßig bestätigen, dass die Meinungsfreiheit auch scharfe Kritik abdeckt“, erklärt dazu Thomas Schwenke, Partner der Kanzlei Schwenke & Dramburg. „Die Grenzen dieser Freiheit liegen allerdings in der Behauptung falscher Tatsachen und Schmähungen“, so Schwenke weiter. Und er nennt ein Beispiel: Wenn ein Kunde schreibt, dass ein Handy wochenlang nicht geliefert wurde, obwohl die Lieferung nur eine Woche dauerte, so ist dies eine falsche Tatsache, gegen die sich der Händler wehren kann.

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Kommentar der Redaktion

Waltraud Ritzer
Waltraud Ritzer, Redakteurin

Leider sind es viel zu oft die notorischen Nörgler, die im Internet eine Bewertung über ein Produkt oder ein Unternehmen abgeben – und so kann es schnell dazu kommen, dass der Ruf eines Shops nachhaltig geschädigt wird. Deshalb sollte der stationäre Händler auch auf sein Profil im Internet achten. 


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Leserkommentare (1)

Wolfgang Eberle - Fa. STEBANET - Augsburg | Mittwoch, 02. März 2011 11:49:43

Online-Bewertungen in neutralen Foren - Fluch und Segen zugleich

Diese Portale für Kunden, in denen sie einzelne Artikel oder ganze Firmen beschreiben und bewerten können sind Fluch und Segen zugleich.
So kann der Artikel oder die Firma schnell die Runde machen und aus einem kleinen, unbekannten Shop wird ein bekannter Händler mit massiv erhöhten Umsätzen.
Fluch an dem ganzen Konzept sind aber (berechtigte oder unberechtigte) Negativ-bewertungen. Schnell kann so auch eine, eigentlich gute Firma ruiniert werden, weil vielleicht die Darstellung des Vorgangs völlig falsch war oder die Erwartungshaltung des Autors überzogen war ("Ich habe gestern bestellt und die Ware ist IMMER NOCH NICHT DA - SCHEISSLADEN!!") Die Online-Community ist hier unterbittlich und gewährt selten zweite Chancen. Was übrigbleibt sind die Titel der Berichte in der Übersicht, da viele nur diese lesen und nicht die eigentlichen Berichte. Ebenso sind Richtigstellungen der betroffenen Firma sehr schwierig, da manche Platformen gar keine "Eigenwerbung" zulassen.
Man kann wirklich nur ständig die eigene Firma googeln und versuchen, sofort auf Negativeinträge zu reagieren.

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