Pencil Selling: Verkaufen mit Stift und Papier


Auch Jan Lairitz, Trainer der Komsa AG in Hartmannsdorf, ist ein bekennender Fan dieser Verkaufsmethode. Fragt man ihn beispielsweise nach dem größten Fehler beim Pencil Selling, so antwortet er wie aus der Pistole geschossen: „Dass es nicht gemacht wird!“ Und er nennt einen weiteren Grund, der für das Verkaufen mit Stift und Papier spricht: „Gerade für Verkäufer, die Angst vor der Abschlussfrage haben oder auch eine eigene Visualisierung benötigen, um sicher im Face-to-Face-Verkaufsgespräch zu agieren, ist Pencil Selling eine große Hilfe.“

Zudem sei im Mobilfunkhandel der normale Verkaufsprospekt oder Angebotsflyer voll mit zusätzlichen und ablenkenden Informationen, so Lairitz weiter. Mit Pencil Selling jedoch bekommt der Kunde sein persönliches Angebot mit auf den Weg, das er jederzeit nachvollziehen kann. „Vor allem erinnert er sich anschließend an den Berater und das Geschäft, was bei einem normalen Flyer – auch mit Händleradressstempel – bei Einmalkontakt fast ausgeschlossen ist.“

Verschiedene Methoden
Einige Carrier und Distributoren haben die Vorteile des Pencil Sellings längst erkannt und bemühen sich, ihre Händler dafür zu begeistern. E-Plus hat zum Beispiel für seine Partner Vorlagen entwickelt, anhand derer die Händler die Verkaufsgespräche führen können. Der Vorteil: Am PoS werden alle wichtigen Punkte abgefragt, vor allem für jüngere und unerfahrene Händler kann dies von Vorteil sein. „Gewisse Strukturen und Vorgaben helfen auch für den Fall, dass ein Kollege für einen kranken Mitarbeiter kompetent einspringen kann“, betont Komsa-Trainer Lairitz. Manche Händler wie auch Ulrich Wolf erweitern oder kürzen diese Vorlagen dann nach ihren individuellen Verkaufsstrategien.

Alternativ arbeiten Reseller ohne Vorlagen und wenden das „Freestyle Pencil Selling“ an. Diese Methode eignet sich dann, wenn ein Händler ein altes Angebot mit dem eigenen vergleichen möchte. Dabei gibt es einen zwar schon älteren, aber noch immer wirkungsvollen Trick: Die „alten“ Fakten werden mit einem „-“ (Minus) gekennzeichnet und kleingeschrieben, die neuen, eigenen Fakten groß und mit allen Details beschrieben sowie mit einem „+“ (Plus) markiert. „Alleine dadurch sieht das eigene Angebot schon deutlich positiver aus“, erklärt Lairitz.

Seite « 1 | 2 | 3 »
Anzeige

Mehr zum Thema


Weiterempfehlen Drucken Heft-Abo

| Mehr

Leserkommentare (1)

Fritz | Montag, 11. Januar 2010 13:46:24

Ohne Worte

Wenn es früher schneite, war´s Winter. Heute sind es die Vorboten der herannahenden Klimakatastrophe. Und früher mußte ein Fachhändler viel zuhören und wenig reden.
Heute muß der Reseller am PoS Face to Face Pencilselling betreiben.
Was lernen wir daraus? Auch Redakteure beherschen ihr Handwerk nicht, wie soll man´s also vom technikbesessenen Fachhändler erwarte

Kommentare via facebook (beta)Was ist das?

Top-Themen

Android legt stark zu (Foto © Thorben Wengert - Fotolia.com)

Gericht hebt Verkaufsstopp gegen Apple wieder auf

Ab sofort darf Apple wieder alle iPhone- und iPad-Modelle über seinen Online-Shop vertreiben.
mehr
Handy-Markt: Nokia bleibt vorne

Nokia bleibt vorne

Im vierten Quartal konnte Nokia seine Führung vor Samsung auf dem weltweiten Markt für Mobiltelefone verteidigen.
mehr
Ratenverkauf statt Rabatt (© baurka - Fotolia.com)

Ratenverkauf statt Rabatt

Rahmenverträge der Distributoren mit Banken ermöglichen Resellern Finanzierungsangebote. Diese sind (noch) zurückhaltend.
mehr
Anzeige

Services

- Umfrage

Sind Sie schon genervt vom Patentkrieg der Handy-Hersteller?

Jetzt abstimmen

Betrieb & Praxis

Networking für Profis (Foto Benicce - Fotolia.com)

Networking für Profis

Telecom Handel stellt die wichtigsten Netzwerke für Geschäftsleute vor.
mehr

Bildergalerie

Top 10 Artikel

Aktuelles Heft

Das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 02-2012.
mehr

TK-Guide Einkauf 2011

Alles auf einen Blick

Alles auf einen Blick

Immer auf dem neuesten Stand – dank dem TK-Guide Einkauf 2011. Der Einkaufsführer gibt einen Überblick über die wichtigsten TK-Anbieter und informiert über aktuelle Trendthemen wie Smartphones, Web-Tablets oder Energievermarktung.
mehr
Bitte warten...