Scoring: Die Methoden der Auskunfteien

Ein Glücksspiel: Wie sorgfältig Auskunfteien mit den Daten von Verbrauchern umgehen, ist oft nicht nachvollziehbar.

Ein Glücksspiel: Wie sorgfältig Auskunfteien mit den Daten von Verbrauchern umgehen, ist oft nicht nachvollziehbar.

Auskunfteien ziehen zur Beurteilung von Privatkunden Unmengen von Daten heran – Gewichtung der Daten wird nicht kommuniziert – Verbraucherschutzministerin prangert hohe Fehlerquoten bei Schufa & Co. an – Ab April haben Verbraucher mehr Rechte.

Das Thema schlug – vor allem gut einen Monat vor der Bundestagswahl – hohe Wellen: Die Studie „Verbraucherinformation Scoring“ der GP Forschungsgruppe brachte alarmierende Ergebnisse zutage. Die Erhebung, die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (www.bmlev.de) in Auftrag gegeben worden war, hatte schwere Mängel bei Anbietern von Scoringmethoden für die Prüfung der Kreditwürdigkeit ergeben. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner kritisierte vor allem das Ausmaß der fehlerhaft gespeicherten Daten bei Auskunfteien, sie prangerte aber auch das Auskunftsverhalten von Schufa & Co. an.

„Die Fehlerquoten der gesamten Daten sind viel zu hoch, die den Verbrauchern erteilten Selbstauskünfte oft völlig unbrauchbar“, so Aigner. Nun muss vorweg eingeräumt werden, dass die Studie bei nur 100 Testpersonen nicht unbedingt als repräsentativ gelten kann – wie auch einige betroffene Auskunfteien auf Nachfrage von Telecom Handel bemerkten. Dennoch hat Aigner ein brisantes Thema in den Mittelpunkt gerückt. Denn Scoring betrifft jeden einzelnen Verbraucher.

Jeder wird bewertet
Bei jeder Online-Bestellung, bei der die Ware per Rechnung ausgeliefert wird, prüft der Versandhändler vorab die Kreditwürdigkeit des Kunden. Wer heute einen Computer auf Raten kauft, wird ebenfalls vorab durchleuchtet. Eine Wohnung kann oft nur mieten, wer seinem Vermieter mittels einer Schufa-Auskunft seine Bonität nachweist. Und schließlich spielt das Scoring bei der Aufnahme von privaten Krediten bei Banken eine entscheidende Rolle. Je höher der Scorewert – im besten Falle liegt er bei 100 Prozent –, desto günstiger wird letztendlich der Kredit.

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Leserkommentare (2)

H.Schöne | Montag, 21. September 2009 18:18:39

Wohnumfeld und Scoring

Im April war ein T-Comvertreter bei mir und bot mir "Call and Surf Comfort" an, da ich zur Zeit das DSL noch bei einem anderen Anbieter hatte, kam es mir gelegen alles aus einer Hand zu nehmen (seit 1992 Telokomkunde ohne irgendwelche Beanstandungen). Bis heute gab es jedoch außer erneuter Werbung zur Vertragsumstellung keine Reaktion von Seitens T-Com. Nun rief ich beim Kundenservice an, da mein Kündigungstermin für DSL heranrückt. Plötzlich sagte man der Auftrag kann wegen meiner Bonität nicht bearbeitet werden und ob ich in einem Mehrfamilienhaus wohne. Als ich die Frage bejate, wurde mir mitgeteilt, es habe nichts mit mir zu tun, jedoch im Haus sei es zu Vorfällen gekommen(ich weiss auch welche Familie). Dies sieht mir aus wie Sippenhaft und belegt, dass das Wohnumfeld doch nicht unwesendlich ins Scoring genommen wird. Um meinen Vertrag umstellen zu können wurde ich gebeten meinen Mietvertrag vorzulegen!

Netzvermarkter | Dienstag, 08. September 2009 17:37:07

Methoden der Auskunfteien

war selber betroffen:
Im Januar 09 habe ich meinen Firmensitz innerhalb der Stadt von A nach B verlegt.
Selbstverständlich die entsprechende Ummeldung auch beim Städt. Ordnugsamt gemeldet.
Im August 09 hat die Hermes Kreditversicherung meinen Versicherungsschutz gekündigt. Die Auskunftei Bürgel hat Hermes gemeldet, meine Firma sei erloschen!
Bis zur Berichtigung durch Bürgel haben meine Distributoren die Warenlieferungen auf Barnachnahme umgestellt. -Das tut weh!!!

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