Scoring: Die Methoden der Auskunfteien


en Daten werden noch weitere – statistische Merkmale – hinzugezogen. Häufig wird gemutmaßt, dass auch die Wohngegend des Verbrauchers für die Bewertung eine Rolle spielt – das sogenannte Geo-Scoring. Schufa (www.schufa.de) und Creditreform Consumer (www.ceg-plus.de) weisen diesen Vorwurf allerdings zurück und geben an, der Wohnort spiele bei ihrer Bewertung keine Rolle. Arvato Infoscore (www.arvato-infoscore.de) hingegen räumt ein, dass auch sogenannte mikrogeografische Daten bei der Score-Bewertung zum Einsatz kommen. „Sie bilden jedoch nie das allein ausschlaggebende Merkmal“, betont Geschäftsführer Wolfgang Hübner.

Mit welcher Gewichtung die erhobenen Daten allerdings in die Bewertung einfließen – darüber hüllen sich die Anbieter (noch) weitgehend in Schweigen. Arvato-Infoscore-Chef Hübner: „Da weitere Unternehmen in Teilen ähnliche Scoring-Verfahren einsetzen, ist es uns aus Wettbewerbsgründen leider nur in beschränktem Maße möglich, über die in unsere eigenen Scorewerte einfließenden Daten Auskunft zu geben.“ Im Klartext: Man will sich von den Wettbewerbern nicht allzu sehr in die Karten schauen lassen. Das wird sich ändern, denn der Bundestag hat eine umfassende Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes zur Regulierung in den Bereichen Scoring und Auskunfteien beschlossen.
Mehr Rechte für Verbraucher
Auskunfteien müssen ab April 2010 Privatkunden einzelfallbezogen und in allgemein verständlicher Form über das Zustandekommen von Scorewerten informieren. Das von vielen kritisierte Geo-Scoring wurde zwar nicht verboten, allerdings ist es künftig nur mehr eingeschränkt möglich. Verbraucher können zwar schon heute eine sogenannte Selbst- oder Eigenauskunft bei den Auskunfteien in Auftrag geben, meist geht das ganz einfach über das Internet. Doch die übermittelten Informationen sind oft dürftig.

Telecom Handel hat stichprobenartig bei der CEG und bei der Schufa Eigenauskünfte beantragt, die auch zügig beantwortet wurden. Die CEG lieferte als einzige Auskunft die aktuelle Adresse und keine Angaben über den persönlichen Scorewert. Die Schufa-Auskunft zeigte zwar den Scorewert, wie dieser Wert zustande kam, dazu gab es keinerlei Erklärungen. So bleibt den Verbrauchern nur die Hoffnung auf das kommende Jahr, wenn sie gegenüber den Auskunfteien mehr Rechte haben.

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Leserkommentare (2)

H.Schöne | Montag, 21. September 2009 18:18:39

Wohnumfeld und Scoring

Im April war ein T-Comvertreter bei mir und bot mir "Call and Surf Comfort" an, da ich zur Zeit das DSL noch bei einem anderen Anbieter hatte, kam es mir gelegen alles aus einer Hand zu nehmen (seit 1992 Telokomkunde ohne irgendwelche Beanstandungen). Bis heute gab es jedoch außer erneuter Werbung zur Vertragsumstellung keine Reaktion von Seitens T-Com. Nun rief ich beim Kundenservice an, da mein Kündigungstermin für DSL heranrückt. Plötzlich sagte man der Auftrag kann wegen meiner Bonität nicht bearbeitet werden und ob ich in einem Mehrfamilienhaus wohne. Als ich die Frage bejate, wurde mir mitgeteilt, es habe nichts mit mir zu tun, jedoch im Haus sei es zu Vorfällen gekommen(ich weiss auch welche Familie). Dies sieht mir aus wie Sippenhaft und belegt, dass das Wohnumfeld doch nicht unwesendlich ins Scoring genommen wird. Um meinen Vertrag umstellen zu können wurde ich gebeten meinen Mietvertrag vorzulegen!

Netzvermarkter | Dienstag, 08. September 2009 17:37:07

Methoden der Auskunfteien

war selber betroffen:
Im Januar 09 habe ich meinen Firmensitz innerhalb der Stadt von A nach B verlegt.
Selbstverständlich die entsprechende Ummeldung auch beim Städt. Ordnugsamt gemeldet.
Im August 09 hat die Hermes Kreditversicherung meinen Versicherungsschutz gekündigt. Die Auskunftei Bürgel hat Hermes gemeldet, meine Firma sei erloschen!
Bis zur Berichtigung durch Bürgel haben meine Distributoren die Warenlieferungen auf Barnachnahme umgestellt. -Das tut weh!!!

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