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E-Tailer: Die Bedrohung aus dem Netz

E-Tailer: Die Bedrohung aus dem Netz?

Der Online-Handel boomt, doch sind es längst nicht nur Endkunden, die im Netz shoppen. Auch Händler nutzen das Internet als (günstige) Einkaufsquelle. Sind E-Tailer nun Freund oder Feind von Handel und Distribution? Telecom Handel hat sich in der Branche umgehört.

Hand aufs Herz: Haben Sie, lieber Telecom Handel-Leser, nicht auch schon das eine oder andere Mal im Internet geshoppt? Gegoogelt, Preise verglichen und dann beim billigsten Angebot auf den Bestell-Button geklickt? Wenn ja, dann sind Sie nicht allein. Zahlreiche Umfragen belegen, dass immer mehr Deutsche lieber von zu Hause aus einkaufen, als sich auf den Weg in den stationären Fachhandel zu machen. So hat jüngst die Allensbacher Computer- und Technik-Analyse (Acta 2009) ergeben, dass die Zahl der deutschen Internet-Käufer im vergangenen Jahr um mehr als eine Million auf 32,5 Millionen gestiegen ist.

Und aus der Studie „Distanzhandel in Deutschland 2009“ von TNS Infratest geht hervor, dass die Ausgaben der Deutschen im Netz ebenfalls zugenommen haben – und zwar um 13 Prozent auf insgesamt rund 22 Milliarden Euro. Hoch im Kurs stehen der Studie zufolge neben Mode, Büchern, CDs und DVDs auch Elektronik- und ITK-Produkte. Ganz klar: Der Trend zum Online-Kauf ist ungebrochen; E-Tailer wie Amazon, Cyberport, Home of Hardware, Notebooksbilliger.de oder Redcoon profitieren von diesem Boom. Doch was ist eigentlich ein E-Tailer? Die Bezeichnung setzt sich aus „elektronisch“ und „Retailer“ zusammen – vergleichbar dem Begriff „E-Mail“.

Von Klicks und Klinkersteinen
Unter einem „E-Tailer“ versteht man nun einen Vermarkter, der auch oder ausschließlich das Internet als Vertriebskanal nutzt. Man unterscheidet ferner zwischen „reinen E-Tailern“ – wie etwa Amazon – und „Bricks (Backsteine) and Clicks (Klicks)“, die sowohl off- als auch online verkaufen. Beispiele hierfür sind im Prinzip alle (Wieder-)Verkäufer, die zum einen ein klassisches Ladengeschäft, zum anderen einen Webshop betreiben. Zur Gruppe der „Bricks and Clicks“-E-Tailer gesellt sich bald auch Notebooksbilliger.de: Das Potsdamer Unternehmen wird „in München den ersten Notebooksbilliger.de Store“ eröffnen, wie Vorstandsvorsitzender Arnd von Wedemeyer im Gespräch mit Telecom Handel verrät.

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Kommentar der Redaktion

Silvia Flier
Silvia Flier, Redakteurin

Bedeuten E-Tailer das Aus für Fachhandel und Distribution? Sicherlich nicht. Zwar stehen Online-Vermarkter mit Distributoren im direkten Wettbewerb, wenn es um den Fachhandel als Kunden geht. Die meisten Reseller schätzen jedoch durchaus die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihren Distributionspartnern, die weit über die reine Warenbeschaffung hinausgeht. Darüber hinaus gehören E-Tailer selbst zum Kundenkreis der Großhändler, dem sie Ware liefern oder auch Fulfillment-Dienstleistungen anbieten. Der gesamte Markt hat sich durchs Internet verändert, die Grenzen zwischen Freund und Feind verschwimmen – diesen Herausforderungen müssen sich die Distributoren stellen.

So auch der stationäre Handel: Wie die Distributoren ihren (Fachhandels-)Kunden Mehrwerte bieten müssen, um sich von E-Tailern zu differenzieren, ist es auch am Fachhandel, seine (End-)Kunden mit Beratung und Service zu überzeugen – die Bestandskunden zu pflegen, Cross- und Upselling-Potenziale zu nutzen, neue Zielgruppen und Geschäftsfelder zu erschließen. So ist der Fachhandel keineswegs ein Auslaufmodell, sondern eine Anlaufstelle für diejenigen, die Wert legen auf gesicherte Qualität und kompetente Ansprechpartner vor Ort. Und für die immer größer werdende Gruppe derer, die aus unschönen Einkaufserlebnissen bei unseriösen OnlineShops gelernt haben.

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