E-Tailer: Die Bedrohung aus dem Netz
Das bedeutet: Nicht nur die Händler stehen mit den E-Tailern im Wettbewerb um den Endkunden, sondern auch die Distributoren in dem um den Fachhandel. Zumal viele E-Tailer selbst diese Klientel herzlich willkommen heißen: „Wir lieben unsere Kunden. Und zwar alle!“, merkt dazu Notebooksbilliger.de-Chef von Wedemeyer nicht ohne Süffisanz an.
Von einer existenziellen Bedrohung für den klassischen Großhandel geht indes niemand aus. Zum einen, weil Distributoren, wie Frank Reimann einräumt, „auch den nicht-stationären Handel als Kunden haben“, also E-Tailer selbst mit Waren beliefern, zum anderen, weil der Fachhandel weiterhin auf die Unterstützung der Distributoren angewiesen ist: „Mit dem besten Preis allein ist dem Handel nicht geholfen.Wichtig ist ein guter Preis in Verbindung mit allen Dienstleistungen, die ein Value-Added-Distributor seinen Fachhandelspartnern bietet. Und genau hier ist die Distribution dem E-Tail in jeder Hinsicht überlegen“, so Stefan Vitzithum.
Daher lautet sein Fazit: „E-Tailer sind keine Distributoren und können es in diesem Umfang auch nicht sein.“ Hinzu kommt für Reimann von Telepart Folgendes: „Unsere Stärke liegt in der Sortimentstiefe eines Mobilfunkdistributors. Kein E-Tailer bietet so viele verschiedene Modelle in vergleichbarer Stückzahl ab Lager.“
Was das TK-Produktportfolio betrifft, gibt auch Notebooksbilliger.de-Chef von Wedemeyer unumwunden zu: „Im Bereich Kartenverträge haben wir sicherlich noch Nachholbedarf.“ Entschieden tritt der Manager allerdings dem Vorwurf manch E-Tail-Kritikers entgegen, Graumarktimporte und B-Ware zu verkaufen oder gar eine „Resterampe“ für veraltete Produkte zu sein: „Resterampe ist sicher völlig absurd. Denn die Umschlagsgeschwindigkeit eines E-Tailers ist naturgemäß sehr hoch. Ansonsten kann ich hier nur für uns sprechen, dass unsere Kunden selbstverständlich genau die Ware bekommen, die sie bestellt haben. Alles andere ist ja eh Quatsch, dann würden wir diese sowieso nur zurückkriegen.“
- Umfrage
Leserkommentare (3)
Udo | Dienstag, 20. April 2010 22:11:22
Agfeo und z.B. Liebherr steuern dagegen
Hallo!
Einige Hersteller (nach jahrelangem 'darauf aufmerksam machen') haben begriffen, dass der Preisverfall im Internet z.B. einer Premium-Marke auf dauer nur schadet und dann kostet es unser aller Arbeitsplätze. Oder es folgen auf 'billige' Preise billige Löhne.
Agfeo und Liebherr sind dabei, dem Onlinehandel Grenzen aufzuzeigen - nur eine Frage der Zeit, wann andere folgen. Schaut man sich Bugaboo (Kinderwagen) an, so gibts im Internet die Ware keinen Cent günstiger - hier ist es gnau anders rum - vor Ort kann man evtl. noch ein Kopfkissenbezug aushandeln.
Mal schaun, was wird...geiz ist Geil ist vorbei - nur jetzt fehlt das Geld - siehe Harz4
Schönen Tag noch.
Stefan Lange, Geschäftsführer MediaVersand.de | Freitag, 16. April 2010 13:59:58
Stationärer Handel versus Online Handel
“Multi-Channel” statt “Versus”
Die jüngsten Entwicklungen sowie aktuelle Studien am Markt zeigen eindeutig, dass der stationäre Handel und der Online Handel nicht in Konkurrenz stehen, sondern sich gegenseitig stützen und ergänzen.
Meines Erachtens kommt es auf eine ganzheitliche medienübergreifende Ansprache des potentiellen Kunden an, die begleitet von Mehrwertdiensten und gutem Service, ein nahtloses Einkaufserlebnis bietet.
Die heutigen Verbraucher, egal ob jung oder alt wechseln von einem Vertriebsweg zum anderen. Die große Herausforderung ist einen interessierten Käufer beim "Wandern zwischen den Kanälen" nicht zu verlieren. Wenn der Online Shop und das Ladengeschäft gut miteinander vernetzt sind, dann bleiben auch die Umsätze nicht aus. Zumal immer mehr Online Kunden Ihre Waren im stationären Handel selbst abholen möchten.
Unser Unternehmen bietet zum Beispiel neben unserem Online Shop "MediaVersand.de" und einer Kunden-Hotline auch einen regionalen Abhol-Service ab, d.h. die Kunden können die online bestellten Artikel vor Ort erhalten.
Für den Kunden als auch für den Händler entstehen durch solche Cross-Channel-Services nur Vorteile, wie z.B. tatsächliches Kauferlebnis, keine Lieferkosten, persönlicher Service sowie Kundennähe, Cross-Selling Möglichkeitein, um nur einige zu nennen.
Last but not least ist die Mund-zu-Mund-Propaganada nicht zu verachten, ein zufriedener Kunde ist immer bereit eine Empfehlung auszusprechen!
Stefan Lange
Geschäftsführer von MediaVersand.de
Andreas | Samstag, 13. März 2010 13:59:00
Qualität der Beratung
Immer wieder das gleiche Thema. Der böse Onlinehandel macht den Fachhandel kaputt.
Ich habe in den 80er Jahren habe ich Fotokaufmann gelernt.
Damals schon war der Onlinehandel (ohne Internet) eine große Konkurrenz zum Fachhandel. Wer eine Spiegelreflex Kamera wollte, hat sich im Fachhandel beraten lassen, und dann z.B. beim Würzburger Fotoversand eingekauft.
Aber was solls: Dann hat man dem Kunden eben zu seiner Spiegelreflexkamera das nötige Zubehör verkauft und ihn mit perfekten Fotoabzügen im Laden gehalten. Da hat man mehr verdient als an der Spiegelreflex.
Auch gab es damals schon den Trend, Verkäufer im sogenannten Fachhandel nicht mehr vernünftig zu schulen.
Wieso soll dann der Verbraucher noch im Fachhandel kaufen, wenn er sich eh in Fachzeitschriften oder heute im Internet informieren muss, um qualifizierte Aussagen zu verschiedenen Produkte zu bekommen.
Der Fachhandel, der es versteht mit Kompetenz und Zusatznutzen seine Kunden zu halten, wird auch in Zukunft bestehen.
Aber wenn er es nicht einmal schafft, den bestehenden Kunden klar zu machen, dass das Geschrei der großen Multimediahändler, "wir sind die billigsten", gelogen ist; wenn er es nicht schafft mit Produkt und Verkaufsschulungen die Verkäufer zu mehr Abschlüssen zu bringen, dann braucht er sich nicht zu wundern, wenn er auf dem Markt nicht mehr bestehen kann.
Gruß
Andreas