E-Tailer: Die Bedrohung aus dem Netz
Auch Hersteller in der Schusslinie
Auch wenn sich große E-Tailer wie Notebooksbilliger.de gegen diese Kritik wehren – das Problem der Graumarktimporte, die insbesondere über Online-Kanäle verkauft werden, nehmen auch die Hersteller selbst durchaus ernst. Und so merkt Fröhlich von Nokia an: „Ohne hier spekulieren zu wollen, sehen wir die sogenannten Grauimporte/Exporte aus Nicht-EU-Ländern kritisch. Diese bieten in aller Regel nicht den Umfang der Gewährleistung, den wir bei Erwerb im Fachhandel oder über den eigenen Online-Shop bieten können.“
Aber auch die Industrie selbst steht in der Schusslinie – seien es Hersteller, Netzbetreiber oder Service-Provider, die wie Nokia einen eigenen Webshop als Vertriebskanal nutzen (siehe auch Interview oben): „Preise auf Hersteller-Websites werden vom Endkunden als unverbindliche Preisempfehlung angesehen. Wichtig ist daher, dass die Online-Angebote vor allem von Herstellern und Netzbetreibern stationär darstellbar sind“, meint Vitzithum. Und Reimann findet: „Wenn zum eigenen Fachhandel vergleichbare Dienstleistungen und Produkte im Internet angeboten werden, ist das wenig loyal.“
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Leserkommentare (3)
Udo | Dienstag, 20. April 2010 22:11:22
Agfeo und z.B. Liebherr steuern dagegen
Hallo!
Einige Hersteller (nach jahrelangem 'darauf aufmerksam machen') haben begriffen, dass der Preisverfall im Internet z.B. einer Premium-Marke auf dauer nur schadet und dann kostet es unser aller Arbeitsplätze. Oder es folgen auf 'billige' Preise billige Löhne.
Agfeo und Liebherr sind dabei, dem Onlinehandel Grenzen aufzuzeigen - nur eine Frage der Zeit, wann andere folgen. Schaut man sich Bugaboo (Kinderwagen) an, so gibts im Internet die Ware keinen Cent günstiger - hier ist es gnau anders rum - vor Ort kann man evtl. noch ein Kopfkissenbezug aushandeln.
Mal schaun, was wird...geiz ist Geil ist vorbei - nur jetzt fehlt das Geld - siehe Harz4
Schönen Tag noch.
Stefan Lange, Geschäftsführer MediaVersand.de | Freitag, 16. April 2010 13:59:58
Stationärer Handel versus Online Handel
“Multi-Channel” statt “Versus”
Die jüngsten Entwicklungen sowie aktuelle Studien am Markt zeigen eindeutig, dass der stationäre Handel und der Online Handel nicht in Konkurrenz stehen, sondern sich gegenseitig stützen und ergänzen.
Meines Erachtens kommt es auf eine ganzheitliche medienübergreifende Ansprache des potentiellen Kunden an, die begleitet von Mehrwertdiensten und gutem Service, ein nahtloses Einkaufserlebnis bietet.
Die heutigen Verbraucher, egal ob jung oder alt wechseln von einem Vertriebsweg zum anderen. Die große Herausforderung ist einen interessierten Käufer beim "Wandern zwischen den Kanälen" nicht zu verlieren. Wenn der Online Shop und das Ladengeschäft gut miteinander vernetzt sind, dann bleiben auch die Umsätze nicht aus. Zumal immer mehr Online Kunden Ihre Waren im stationären Handel selbst abholen möchten.
Unser Unternehmen bietet zum Beispiel neben unserem Online Shop "MediaVersand.de" und einer Kunden-Hotline auch einen regionalen Abhol-Service ab, d.h. die Kunden können die online bestellten Artikel vor Ort erhalten.
Für den Kunden als auch für den Händler entstehen durch solche Cross-Channel-Services nur Vorteile, wie z.B. tatsächliches Kauferlebnis, keine Lieferkosten, persönlicher Service sowie Kundennähe, Cross-Selling Möglichkeitein, um nur einige zu nennen.
Last but not least ist die Mund-zu-Mund-Propaganada nicht zu verachten, ein zufriedener Kunde ist immer bereit eine Empfehlung auszusprechen!
Stefan Lange
Geschäftsführer von MediaVersand.de
Andreas | Samstag, 13. März 2010 13:59:00
Qualität der Beratung
Immer wieder das gleiche Thema. Der böse Onlinehandel macht den Fachhandel kaputt.
Ich habe in den 80er Jahren habe ich Fotokaufmann gelernt.
Damals schon war der Onlinehandel (ohne Internet) eine große Konkurrenz zum Fachhandel. Wer eine Spiegelreflex Kamera wollte, hat sich im Fachhandel beraten lassen, und dann z.B. beim Würzburger Fotoversand eingekauft.
Aber was solls: Dann hat man dem Kunden eben zu seiner Spiegelreflexkamera das nötige Zubehör verkauft und ihn mit perfekten Fotoabzügen im Laden gehalten. Da hat man mehr verdient als an der Spiegelreflex.
Auch gab es damals schon den Trend, Verkäufer im sogenannten Fachhandel nicht mehr vernünftig zu schulen.
Wieso soll dann der Verbraucher noch im Fachhandel kaufen, wenn er sich eh in Fachzeitschriften oder heute im Internet informieren muss, um qualifizierte Aussagen zu verschiedenen Produkte zu bekommen.
Der Fachhandel, der es versteht mit Kompetenz und Zusatznutzen seine Kunden zu halten, wird auch in Zukunft bestehen.
Aber wenn er es nicht einmal schafft, den bestehenden Kunden klar zu machen, dass das Geschrei der großen Multimediahändler, "wir sind die billigsten", gelogen ist; wenn er es nicht schafft mit Produkt und Verkaufsschulungen die Verkäufer zu mehr Abschlüssen zu bringen, dann braucht er sich nicht zu wundern, wenn er auf dem Markt nicht mehr bestehen kann.
Gruß
Andreas