Händler-Echo
„Der Fachhandel wird weiter bestehen“
„Unsere Erfahrung zeigt, dass der Handel immer mehr benachteiligt wird, da Kunden sich fachliche Beratung kostenlos im Handel holen und sich dann über einen E-Tailer die Endgeräte günstiger beschaffen. Endkunden sehen nicht hinter den Kulissen, mit welchem Aufwand der Fachhändler versucht, seine Kunden zufriedenzustellen. Gibt es mit dem über den E-Tailer beschafften Endgerät Probleme oder eventuell Gewährleistungsansprüche, ist der Gang zum Handel anscheinend gang und gäbe. Dieser soll für das Problem geradestehen, obwohl das Endgerät nicht von diesem bezogen worden ist. Dies erfahren wir immer wieder und immer häufiger.
Aber genau hier liegt für den Fachhandel das ,Nadelöhr zum Glück‘, um den Endkunden doch in den Fachhandel zu holen. Denn immer mehr Endkunden erfahren herbe Enttäuschungen und schlechte beziehungsweise fehlende Beratung über das Internet. Fachliche Beratung und Kompetenz – gerade im IT-Bereich – wird für den Otto-Normal-Endkunden immer bedeutungsvoller. Da E-Tailer wie Amazon dies vor Ort nicht abdecken können, wird der Fachhandel weiter bestehen – zwar differenziert, aber immer präsent.“
Donnie Phelps, Inhaber TELE-profi Phelps, Bad Brückenau
„Dem Handel schwimmen die Felle davon“
„Wenn sich nicht grundlegend gewisse Dinge in Zukunft ändern, glaube ich, dass der TK-Fachhandel – trotz Zusatzprodukten wie Strom und Gas – keine oder nur eine geringe Chance hat, sich gegen Onlinehandel, Direktvertrieb der Netzbetreiber, Netzbetreiber-Shops sowie Media Markt & Co. zu behaupten. Ich mache diesen Job schon seit 17 Jahren und sehe echt ,die Felle davonschwimmen‘.“
Ewald Moddemann, Geschäftsführer Moddemann, Kommunikation GmbH, Nordhorn
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Leserkommentare (3)
Udo | Dienstag, 20. April 2010 22:11:22
Agfeo und z.B. Liebherr steuern dagegen
Hallo!
Einige Hersteller (nach jahrelangem 'darauf aufmerksam machen') haben begriffen, dass der Preisverfall im Internet z.B. einer Premium-Marke auf dauer nur schadet und dann kostet es unser aller Arbeitsplätze. Oder es folgen auf 'billige' Preise billige Löhne.
Agfeo und Liebherr sind dabei, dem Onlinehandel Grenzen aufzuzeigen - nur eine Frage der Zeit, wann andere folgen. Schaut man sich Bugaboo (Kinderwagen) an, so gibts im Internet die Ware keinen Cent günstiger - hier ist es gnau anders rum - vor Ort kann man evtl. noch ein Kopfkissenbezug aushandeln.
Mal schaun, was wird...geiz ist Geil ist vorbei - nur jetzt fehlt das Geld - siehe Harz4
Schönen Tag noch.
Stefan Lange, Geschäftsführer MediaVersand.de | Freitag, 16. April 2010 13:59:58
Stationärer Handel versus Online Handel
“Multi-Channel” statt “Versus”
Die jüngsten Entwicklungen sowie aktuelle Studien am Markt zeigen eindeutig, dass der stationäre Handel und der Online Handel nicht in Konkurrenz stehen, sondern sich gegenseitig stützen und ergänzen.
Meines Erachtens kommt es auf eine ganzheitliche medienübergreifende Ansprache des potentiellen Kunden an, die begleitet von Mehrwertdiensten und gutem Service, ein nahtloses Einkaufserlebnis bietet.
Die heutigen Verbraucher, egal ob jung oder alt wechseln von einem Vertriebsweg zum anderen. Die große Herausforderung ist einen interessierten Käufer beim "Wandern zwischen den Kanälen" nicht zu verlieren. Wenn der Online Shop und das Ladengeschäft gut miteinander vernetzt sind, dann bleiben auch die Umsätze nicht aus. Zumal immer mehr Online Kunden Ihre Waren im stationären Handel selbst abholen möchten.
Unser Unternehmen bietet zum Beispiel neben unserem Online Shop "MediaVersand.de" und einer Kunden-Hotline auch einen regionalen Abhol-Service ab, d.h. die Kunden können die online bestellten Artikel vor Ort erhalten.
Für den Kunden als auch für den Händler entstehen durch solche Cross-Channel-Services nur Vorteile, wie z.B. tatsächliches Kauferlebnis, keine Lieferkosten, persönlicher Service sowie Kundennähe, Cross-Selling Möglichkeitein, um nur einige zu nennen.
Last but not least ist die Mund-zu-Mund-Propaganada nicht zu verachten, ein zufriedener Kunde ist immer bereit eine Empfehlung auszusprechen!
Stefan Lange
Geschäftsführer von MediaVersand.de
Andreas | Samstag, 13. März 2010 13:59:00
Qualität der Beratung
Immer wieder das gleiche Thema. Der böse Onlinehandel macht den Fachhandel kaputt.
Ich habe in den 80er Jahren habe ich Fotokaufmann gelernt.
Damals schon war der Onlinehandel (ohne Internet) eine große Konkurrenz zum Fachhandel. Wer eine Spiegelreflex Kamera wollte, hat sich im Fachhandel beraten lassen, und dann z.B. beim Würzburger Fotoversand eingekauft.
Aber was solls: Dann hat man dem Kunden eben zu seiner Spiegelreflexkamera das nötige Zubehör verkauft und ihn mit perfekten Fotoabzügen im Laden gehalten. Da hat man mehr verdient als an der Spiegelreflex.
Auch gab es damals schon den Trend, Verkäufer im sogenannten Fachhandel nicht mehr vernünftig zu schulen.
Wieso soll dann der Verbraucher noch im Fachhandel kaufen, wenn er sich eh in Fachzeitschriften oder heute im Internet informieren muss, um qualifizierte Aussagen zu verschiedenen Produkte zu bekommen.
Der Fachhandel, der es versteht mit Kompetenz und Zusatznutzen seine Kunden zu halten, wird auch in Zukunft bestehen.
Aber wenn er es nicht einmal schafft, den bestehenden Kunden klar zu machen, dass das Geschrei der großen Multimediahändler, "wir sind die billigsten", gelogen ist; wenn er es nicht schafft mit Produkt und Verkaufsschulungen die Verkäufer zu mehr Abschlüssen zu bringen, dann braucht er sich nicht zu wundern, wenn er auf dem Markt nicht mehr bestehen kann.
Gruß
Andreas