Online-Strategie: Gute Geschäfte im Web

Die Online-Konzepte der Verbundgruppen im Vergleich: Während einige Kooperationen auf Konfrontationskurs zu den E-Tailern sowie Media Markt und Saturn gehen, setzen andere auf Services im Web und den Verkauf am PoS.

Mit millionenschwerem Investment attackiert die Media Saturn Holding (MSH) die Konkurrenz: Erst startet die neue Marketingstrategie von Media Markt, die unter dem Slogan „Das Ende des Preis-Irrsinns“ für ein Image als Tiefpreisanbieter kämpfen soll – dann folgt die Schwester Saturn, die seit dem 10. Oktober Bestseller-Produkte online und offline zu gleichen Preisen anbietet.

Manche Wettbewerber finden diese Repositionierung fast schon unterhaltsam, so auch Euronics-Vorstandssprecher Benedict Kober: „MSH hat über Jahrzehnte sein Schnäppchenimage kultiviert – und jetzt diese Offensive“, sagt er schmunzelnd. „Wir nehmen diese Entwicklung aber sehr ernst, denn die neue MSH-Strategie wird zu einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs führen“, setzt er dann gegenüber Telecom Handel nach. „Auch unsere Mitglieder machen sich natürlich Gedanken, wie es nun weitergehen soll“, berichtet Kober.

Allerdings sieht er sich gut vorbereitet, denn Euronics praktiziert schon seit einigen Jahren eine eigene Multi-Channel-Strategie: 700 Euronics-Händler haben bereits einen eigenen Auftritt unter www.euronics.de, etwa 100 davon nehmen schon heute am Online-Shop teil. „Und immer mehr Händler möchten an unserem Online-System partizipieren“, so Kober weiter.

Multi-Channel auf die andere Art
Anders als bei MSH hat Euronics nach eigenen Angaben auch kein Verteilungsproblem bei den Online-Umsätzen. Bei den Ingolstädtern werden diese nach einem komplexen Schlüssel an die Marktgeschäftsführer ausgeschüttet. Euronics hingegen hat ein anderes System: Bestellungen der Kunden werden direkt durch einen lokalen Händler abgewickelt, wenn auch der Online-Preis wie bei MSH von der Zentrale festgelegt wird. In den stationären Shops hingegen gestalten die Euronics-Partner ihre Preise selbst, auch dies ist ein Unterschied zur MSH-Strategie.

Eine einheitliche Preistaktik für das Offline- und Online-Geschäft ist für Kober aber undenkbar. „Damit würden wir den lokalen Händlern in den Geldbeutel greifen“, wehrt er ab. Deshalb kann sich die Verbundgruppe zwar nicht als Tiefpreisanbieter positionieren, aber das ist auch gar nicht in Kobers Sinn: „Natürlich muss der Preis attraktiv sein, sonst wird kein Kunde das Produkt kaufen.“ Sein Credo: „Wir sprechen nicht von einer Multi-Channel- sondern von einer Cross-Channel-Strategie.“ Online und offline müssten ineinander greifen, „der Kunde muss ein konsistentes Markenerlebnis haben, egal, über welchen Kanal er mit Euronics in Kontakt kommt“, so Kober weiter.

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Leserkommentare (1)

Landfunker | Freitag, 28. Oktober 2011 13:04:49

Sollte jeder online handeln?

Die Antwort ist nicht so kompliziert wie man glaubt. Online kauft der Kunde des Preises wegen, fertig. Wer hier Erfolg haben will muß einfach billiger sein. Dazu gehört die entsprechende Kosten- und Organisationsstruktur. Deshalb ist auch kein Unternehmen gleichzeitig online und am POS erfolgreich. Das wird bei MediaMarkt am Ende dazu führen, daß online nur über Recoon passiert, der Rest sind aus meiner Sicht nur noch Scheingefechte. Wer das, wie z.B. aetka früh genug einsieht, spart sich einen Haufen unnötiger Fehlschläge. Und wer im Handel von den großen Umsätzen träumt, sollte sich Gedanken über ein reines Online-Konzept machen. Ein bißchen von beidem unter gleichem Namen geht gleich zweimal in die Hose.

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