The Phone House: Indirekter Vertrieb geht eigene Wege


Warum Komsa mit ins Boot geholt wurde, begründet Koßmeier folgendermaßen: „Unsere eigenen Systeme sind für die Service-Provider-Welt angelegt. Mit der Vermarktung der ,weißen Karte‘ und damit dem Wegfall eigener Tarife sind unsere Prozesse nicht mehr tauglich für die Distribution. Bevor wir die Systeme selbst neu aufbauen, geben wir diese Aufgabe lieber an die Nummer eins im deutschen TK-Distributionsmarkt.“

Vorangegangen sei eine offizielle Ausschreibung, an der sich Koßmeier zufolge neben Komsa zwei weitere Großhändler beteiligt hatten. Einer davon ist Brodos. Dominik Brokelmann, Vorstandsvorsitzender des Baiersdorfer Distributors, dazu: „Wir haben daran teilgenommen, uns aber nicht sonderlich um diesen Deal bemüht.“ Für Brodos sei die Ausschreibung von SMS Michel deutlich interessanter gewesen: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir hier das Rennen gemacht haben. Denn im Gegensatz zu TPH kauft SMS Michel die Ware auch bei uns. Das heißt: Während TPH einen Logistik-Dienstleister gesucht hat, beliefern wir die rund 110 SMS-Michel-Shops mit unseren Produkten. Wir sind kein Spediteur, sondern ein Großhändler“, so Brokelmann.

Ehrgeizige Ziele
Für die Zukunft hat sich MobileWorld Distribution ambitionierte Ziele gesetzt: Insgesamt wird für die neue Marke, die unter dem Dach von TPH voraussichtlich auch gesellschaftsrechtlich eigenständig werden soll, eine Platzierung unter den Top drei aller wichtigen ITK-Hersteller sowie Platz eins bei den TPH-Preferred-Partnern T-Mobile und Vodafone angestrebt. Eine Kampfansage an den Wettbewerb – zu dem natürlich auch Komsa zählt.

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Kommentar der Redaktion

Silvia Flier
Silvia Flier, Redakteurin

Trotz der relativ geringen Markenbekanntheit in Deutschland und der im Vergleich zu Großbritannien niedrigen Shop-Dichte: „The Phone House muss man ernst nehmen“, heißt es bisweilen anerkennend aus der ITK- beziehungsweise Distributionsbranche. Und in der Tat: Man sollte die Münsteraner nicht unterschätzen – nicht zuletzt aufgrund der guten Einkaufskonditionen über die Mutter Best Buy Europe/Carphone Warehouse. Hinzu kommt ein oft sicheres Gespür für aktuelle Trends und Entwicklungen im Markt – als Beispiel sei hier das Konzept der sogenannten „Notebook-Shops“ genannt, welches das Boom-Thema Mobility frühzeitig aufgegriffen hat.

Mit dem jüngsten MobileWorld-Schachzug zieht The Phone House letztlich die Konsequenz aus den derzeitigen Veränderungen und Konsolidierungstendenzen in der deutschen Distributionslandschaft. Clever ist der Coup aber auch aus anderen Gründen: Auf der einen Seite bringen die Münsteraner mit der jetzt eingeführten Marke deutlich mehr Transparenz und Klarheit in das eigene Distributionsgeschäft, das – bislang wenig offensiv kommuniziert – immer schon zum Business-Modell des Anbieters gehörte. Zum anderen schaffen sie durch den neuen Namen eine gewisse Distanzierung von den The Phone House-Shops im Eigen- oder Franchise-Betrieb – was wiederum die Gewinnung neuer Kundengruppen deutlich erleichtern könnte.

Ganz nebenbei unterstreicht die Namensgebung den von TPH angestrebten Weg in Richtung „Wireless World“ – weg von der reinen Fokussierung auf Telefonie (The Phone House) hin zur konvergenten Welt der mobilen Datenkommunikation (MobileWorld). Dass die neue Distributionsmarke dabei den gleichen Namen trägt wie die TPH-eigenen Prepaid-Tarife, sei hier nur eine Randnotiz. Schlagzeilenträchtiger ist da vielleicht schon eher, dass der Hartmannsdorfer Distributor Komsa als Dienstleister für MobileWorld Distribution – und damit für den Wettbewerb – in Erscheinung tritt.


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Leserkommentare (2)

Gast | Donnerstag, 15. Juli 2010 15:24:10

..

das mag meines Vorredners persönliche Erfahrung sein, The Phone House hat mich super beraten, und mir ein prima Angebot gemacht, da konnte selbst der Netzbetreiber nicht mithalten. Ich würd' immer wieder hingehen

unbekannt | Donnerstag, 11. Februar 2010 14:42:52

TPH

the phone house ist wirklich einer der schlimmsten "handy-läden" die es gibt so ein unfreundliches und unkompetentes personal wie dort habe ich noch nie erlebt.
bin gespannt wie erfolgreich the phone house sein wird, denn druck haben die in mengen.

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