"Wir brauchen keinen Naturschutzpark"

Aetka-Vorstand Uwe Bauer

Aetka-Vorstand Uwe Bauer

Im Interview mit Telecom Handel zeigt sich Aetka-Vorstand Uwe Bauer optimistisch, was die zukünftige Rolle des TK-Fachhandels anbelangt.

Telecom Handel: 10,2 Prozent weniger Umsatz im TK-Fachhandel weist die aktuelle Marktstudie der GfK für das Jahr 2009 aus. In wieweit hat sich dies bei der Zahl der Aetka-Partner schon ausgewirkt?
Uwe Bauer: Da sind nicht viele vom Netz gegangen, was bei dieser Marktsituation schon erstaunlich ist. Im Gegenteil: Die Mitgliederzahl hat sich sogar leicht auf 2.370 erhöht. Auch die Zahl der Fachhändler, die bei Aetka bestellen, ist mit 4.500 gleich geblieben. Also bei uns passiert da nichts, aber auch generell im Fachhandel nicht. Wir haben nicht mehr Insolvenzen als in den Jahren zuvor. Ich glaube, dass die Antwort darauf in den Betriebsgrößen liegt.

Telecom Handel: Was meinen Sie damit?
Bauer: 35 Prozent der TK-Fachhändler, also mehr als jeder Dritte, haben nur ein oder zwei Beschäftigte. Das ist häufig ein Pärchen, das das Geschäft führt. Wenn es mal schlechter läuft sind diese Shop-Betreiber deutlich flexibler und können somit eine dürre Zeit eher überleben.

Telecom Handel: Dann rechnen Sie offensichtlich damit, dass es nach der „dürren Zeit“ auch wieder eine gute Zeit für den Fachhandel geben wird. Geht nicht der Trend eher in Richtung Online-Verkauf?
Bauer: Der Verkaufsanteil der Online-Kanäle wächst nicht mehr so, wie er es noch vor kurzem getan hat. Die Geräte werden immer komplexer, und die Industrie braucht den Fachhandel, um anspruchsvolle Produkte in den Markt einzuführen sowie Beratung und den Support nach dem Kauf sicher zu stellen. Google hat es ja probiert mit dem Direktverkauf des Google Phone über das Internet. Die hatten eigentlich drei gute Voraussetzungen: Eine starke Marke sowie das Vertrauen und den Zugang zu den Kunden. Auch das Produkt ist ok. Dennoch hat es nicht funktioniert. Es ist doch eine klare Aussage, wenn Google den Exklusivverkauf über das Internet beendet, weil sie gemerkt haben, dass die Kunden das Gerät haptisch erleben wollen.

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