Öko ist nicht gleich öko


Zu den Anbietern von ökologischem Strom zählen unter anderem die Naturstrom AG, Greenpeace Energy und LichtBlick. Doch auch viele der großen Energiekonzerne sowie einige Stadtwerke bieten ihren Kunden „Ökostrom“ an. Aber wie können diese Anbieter auch ohne entsprechende Kraftwerke grünen Strom verkaufen? Oft tun sie das gar nicht, der Kunde zahlt für Strom aus konventionellen Quellen einfach ein paar Cent mehr, und die Anbieter unterstützen mit diesen Einnahmen die Entwicklung und den Ausbau von erneuerbaren Energien.

Eine andere, von Umweltorganisationen stark kritisierte Methode ist der Kauf von Labels für ökologischen Strom. So können Unternehmen seit 2001 ihren konventionellen Strom mit einem Öko-Label versehen, wenn gleichzeitig ein Öko-Anbieter – unter Umständen sogar aus einem anderen Land – dieselbe Menge seines grünen Stroms als Standard-Strom deklariert und seinen Ökostrom-Anteil inklusive Label quasi „verkauft“. Die Kritik der Umweltorganisationen: De facto wird so der Ökostrom-Anteil in Deutschland nicht erhöht, die Anbieter gaukeln dem Kunden den ökologischen Hintergrund nur vor.

Für den Kunden ändert sich rein physikalisch nichts, ganz egal ob er ökologischen Strom bezieht oder den Standard-Stromtarif nutzt. Denn sämtlicher Strom kommt aus dem sogenannten Stromsee. Bildlich gesprochen fließt in diesen See der Strom von allen Kraftwerken. Die Energiemenge, die Industrie und Privatpersonen verbrauchen, müssen die Anbieter eins zu eins wieder einspeisen, um den Wasserpegel des Sees stets auf demselben Niveau zu halten.

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