Ökostrom: Grünes Gewissen zu Geld machen

Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat einen wahren Ökostrom-Boom ausgelöst, Angebot und Nachfrage steigen. Aber profitiert davon auch der TK-Fachhandel? Telecom Handel hat bei den Energievermarktern nachgehakt.

Es ist der 11. März 2011. Der Tag, an dem in Japan die Erde bebt und eine dramatische Unfallserie im Atomkraftwerk Fukushima die Welt in Atem hält. Es ist aber auch der Tag, der einen einschneidenden Wandel im deutschen Energiemarkt einläutet: Das Thema „Ökostrom“, bis dato eher eine Randnotiz im öffentlichen Diskurs, ist zum Trendthema avanciert. Und nicht nur das: Immer mehr Verbraucher entdecken ihr „grünes Gewissen“ und denken über den Wechsel in einen Öko-Tarif nach. So zeigt eine Auswertung des Verbraucherportals Stromtipp.de (PortalHaus), dass das Interesse an Ökostrom in den Tagen nach Fukushima massiv gestiegen ist.

Basis der Erhebung sind die täglichen Tarifrechnerabfragen der Stromtipp.de-Nutzer. Bei den tatsächlichen Öko-Vertragsabschlüssen bestätigt sich das Bild: „Die Zahl stieg von rund 14,5 Prozent vor der Katas-trophe auf 45 Prozent Mitte April und liegt derzeit bei rund 28 Prozent“, sagt Jens Hagel, Leiter Vertrieb und Kooperationen bei PortalHaus. Erstaunlich: Durch die Ereignisse in Nordjapan hat der gesamte Energiemarkt in Deutschland Aufwind bekommen, die zusätzlichen Öko-Verträge haben die konventionellen also nur zu einem kleinen Teil kannibalisiert, so Hagel weiter.

Diesen Trend spüren auch die anderen Energievermarkter, die Telecom Handel befragte: „Wir konnten unsere Umsätze und Vertragszahlen in den letzten Monaten verdreifachen. Der Zuspruch seitens der Endkunden und Fachhändler ist enorm. Allein unsere Händlerbasis ist in den letzten Wochen um über 120 Vertriebspartner gewachsen“, freut sich Alexander Albert, Geschäftsführer von HFO Energy.

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Leserkommentare (3)

bkbz | Donnerstag, 26. Mai 2011 17:10:33

Öko ABZOCKE

Wie dumm sind die Leute eigentlich? Man kann jeden Schei... mit Öko, Bio und anderen Dreck verkaufen (maßen Verdummung. Der Strom wird eh aus Frankreich, Polen oder der Tschechei und dort wird nur Atomstrom produziert. Was soll der Schei….. Es ist nur eine Abzocke wo die Menschen zu Kasse gebieten werden.
Wir machen nicht wie die Super- und Baumärkte die alles verkaufen. Einbisschen Verkaufskultur müssen die Fachgeschäfte haben.bkbz

Bene Nintemann | Donnerstag, 26. Mai 2011 14:08:18

Öko UND Sparen

Es ist richtig: Strom kann (fast) vermarktet werden wie die üblichen Tarife aus der TK. Aber warum sich auf die Software beschränken?
Die TK-Händler täten gut daran, sich nicht nur für die Netzvermarktung, sondern auf die sich boomartig entwickelte Hardware „LED“ zu spezialisieren. Hier ist nicht Box-Moving gefragt, sondern lösungsorientierte Kompetenz. Gerade die Kombination von Anbieten „Ökostrom“ mit dem Lösungsansatz „Energieeffizienz“ (… bis zu 70% Ersparnis!) wird die Kompetenz und Glaubwürdigkeit des Spezialisten wahren.
… und für das grüne Gewissen: Ökostrom ist herausragend wichtig – aber das Vermeiden von Stromverbrauch dürfte für den Kunden das ausschlaggebendere Argument sein - oder?!

BN von der Rhenac Lumina

V.Grawert | Donnerstag, 26. Mai 2011 13:56:18

Vermarktung Ökostrom

Ich als Unternehmensberater im ITK-Bereich befasse mich zwar im Rahmen eines Kundenservices bedingt mit dem Handel von ITK-Hardware. Mit Sicherheit werde ich aber mir keinen Bauchladen umhängen und auch noch Strom- und Gastarife verkloppen. Nächstens verkaufe ich dann noch Waschmaschinen, weil da GRÜN draufsteht.
Wo bleibt denn da die Seriosität des Geschäfts?!

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