Analogabschaltung bei Sat-TV: Chancen für TK-Händler
23.05.2011 Boris Boden
Es bleibt noch knapp ein Jahr, bis der Astra-Satellit auf Digitalbetrieb umgestellt wird - dann verlieren ihre analoge Empfänger ihre Funktion. Die Arbeiten zur Installation sind eine gute Verdienstchance auch für den TK-Fachhandel.
Was am 30. April 2012 um 3 Uhr morgens geschehen wird, ist vielen deutschen Fernsehzuschauern noch gar nicht bewusst: Zu diesem Termin wechselt die Übertragung per Satellit von analog auf digital. Wer dafür nicht technisch vorbereitet ist, sieht ab diesem Zeitpunkt gar nichts mehr. Kabelkunden, die in der Mehrheit ebenfalls noch analog fernsehen, sind aber nicht betroffen.
Trotzdem könnten nicht wenige Bundesbürger buchstäblich schwarz sehen: Gemäß einer aktuellen Umfrage von TNS Infratest sind sich 43 Prozent der rund drei Millionen betroffenen Haushalte noch gar nicht des Problems bewusst. Deshalb besteht noch viel Bedarf, den auch findige TK-, aber vor allem UE-Händler bedienen können. Denn bei der Analogabschaltung und der gleichzeitigen Digitalisierung des Empfangs gibt es nicht nur neue Hardware zu verkaufen, es sind auch technische Arbeiten an der Antenne notwendig, die nicht jeder Kunde selbst ausführen wird.
Sat-Nutzern, die zunächst über die kostspieligen Veränderungen murren, kann immerhin entgegnet werden, dass sich die Qualität durch die Digitalisierung auch stark verbessert: So gibt es mehr Programme, neue Komfort-Features wie den elektronischen Programmführer, ein besseres Bild und einen optimierten Ton sowie HD-Empfang. All das war bisher nicht möglich. Außerdem werden die Darstellungsfähigkeiten moderner Full-HD-Flachbildfernseher endlich auch ausgenutzt. Da auf einem alten Analogplatz bis zu zehn digitale Programme Platz finden, werden über Astra 350 Fernseh- und 200 Radioprogramme übertragen, allerdings sind nicht alle Sender kostenfrei zu empfangen, sondern oft Bestandteil von Programmpaketen.
- Umfrage
Leserkommentare (3)
ISDN-Service | Montag, 23. Mai 2011 20:26:17
Wirbelwind
Ich glaube das Thema witrd etwas hochgehängt. Ich komme zwar nicht aus der TV-Branche aber ich denke Digitaltaugliche LNB´s müßten seit gut zehn Jahren standard sein. Ob da noch viel Bedarf ist? HD-Receiver dürften sich besser verkaufen.
EX-TKer | Montag, 23. Mai 2011 14:39:31
Goldgrube analoge SAT-Abschaltung
Ich freue mich über das Aufzeigen der Cross Selling Potenziale (2,9 Mio Haushalte bis Ende 2012) durch die Telekom Handel und sehe hier sicherlich den kooperierten Fachhandel mit einer breiten Aufstellung im Lead bei der Ausschöpfung der Potenziale. Ich empfehle dem TK- Fachhandel eher eine Kooperation mit den TV-Fachhändlern (auf Basis von TIP-Provision o.ä.). Warum? Der TV-Fachhandel ist spezialisiert und etabliert und die Komplexität der Produkte ist nicht zu unterschätzen. Eine schlechte Beratung im Fachhandel hat sofortigen Kundenverlust zur Folge, insofern sollte man den Kunden doch eher mit einem qualfizierten TIP glücklich machen, als mit einer unqualifizierten Beratung. Da ich beide Seiten inzwischen sehr gut kenne, kann ich das nur empfehlen!
c´t-Leser | Montag, 23. Mai 2011 13:05:52
Zufall
Ist es Zufall? Kaum beleuchtet eine große deutsche Computerzeitschrift in der aktuellen Ausgabe dieses Thema, taucht es auch hier auf...
Aber wie die c´t vorgerechnet müßten von nun an täglich 900 Haushalte in Deutschland wechseln, damit alle "analogen" Haushalte rechtzeitig auf digital umgestellt sind. Also reichlich Potential!
Wer eine relativ neue Empfangsanlage hat, kann seinen LNB weiternutzen, ansonsten ist ein Wechsel fällig hier und spätestens hier liegt die Chance für den serviceorientierten Fachhandel. Kaum ein Endkunde, der jetzt noch analog guckt, wird in der Lage sein, den LNB selbst auszutauschen.