Marktreport IPTV: Überzeugungsarbeit tut Not
10.06.2011 Christopher Bertele
Neben dem uneingeschränkten Marktführer Telekom versuchen sich auch Vodafone und Telefónica im Segment IPTV. Um den Massenmarkt zu erreichen, ist aber nach wie vor Überzeugungsarbeit beim Kunden zu leisten. Telecom Handel gibt einen Überblick über die jüngsten Marktentwicklungen.
Pionierarbeit ist anstrengend, teuer und mitunter auch undankbar. Das musste auch die Deutsche Telekom über die letzten Jahre feststellen, in denen der Konzern den Markt für IPTV in Deutschland erschlossen hat. Immense Marketinggelder wurden investiert, mittlerweile haben die Bonner immerhin 1,6 Millionen Entertain-Pakete an den Kunden gebracht. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass über „Liga total“ alle Spiele der Fußballbundesliga empfangen werden können – das geht sonst nur über Sky.
Thomas Berlemann, Geschäftsführer Vertrieb und Service Telekom Deutschland, bescheinigt im Gespräch mit Telecom Handel auch den Resellern einen wesentlichen Anteil am Erfolg von IPTV: „Der Handel spielt schon heute eine wichtige Rolle bei der Entertain-Vermarktung.“ Er schränkt aber gleichzeitig auch ein: „Ich sehe hier auch noch Luft noch oben. Noch hat nicht jeder Händler verstanden, welches Potenzial Entertain für ihn bietet.“
Auch wenn die Telekom der unangefochtene Primus im IPTV-Markt ist, der Erste war ein kleiner Anbieter aus Hamburg, HanseNet. Dieser ist mittlerweile samt seiner Werbefigur Alice im Telefónica-Konzern, und auch das IPTV-Produkt wird nun über die Marke O2 verkauft. Die Kundenzahl hält sich mit derzeit 79.000 aber in Grenzen, eine große Kampagne wie bei der Telekom hat es bislang nicht gegeben.
Dennoch ist Alice-TV ein „wichtiger Bestandteil unseres Festnetz-Angebots“, so Ralf Greßelmeyer, Vice President PL Household bei Telefónica Germany. Der dritte Anbieter im Bunde ist Vodafone. Die Düsseldorfer haben im Februar den zweiten Versuch mit einem IPTV-Produkt gestartet, nachdem dem ersten Anlauf – damals noch mit Arcor – kein Erfolg beschieden war. „Der erste Trend beim Zuspruch der Kunden ist positiv“, so Dhananjay Mirchandani, Leiter Festnetz bei Vodafone. Bei der Vermarktung spiele der Fachhandel „mit seiner Beratungskompetenz eine wichtige Rolle“.
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Leserkommentare (3)
Ich nicht | Montag, 13. Juni 2011 22:28:30
Ich
Kommst Du zufällig aus Oberhausen? Da ist das ja scheinbar so üblich...
Ich | Montag, 13. Juni 2011 11:19:46
@ Telefonzelle
Wie willst du denn gucken ob es funktioniert, oder nicht? Du machst eine Verfügbarkeitsprüfung und wenn der Computer ja sagt verkaufst du es. Mehr kann man nicht machen und gut ist, wenn es danach trotzdem nicht geht, wird es halt Storniert!
Telefonzelle | Samstag, 11. Juni 2011 11:56:56
IP TV
Ist ein heikles Thema. Die Telekom will mit allen Mitteln den Kunden Entertain verkaufen (aufschwätzen), aber wenn die technischen Vorraussetzungen nicht stimmen hat man keinen Spaß daran. Ohne die technische unterstützung vor Ort (und das kann der örtliche Fachhandel am besten) läuft bei vielen Kunden nichts. Und wenn ich als Fachhändler im Vorfeld merke das Entertain bei manchen Kunden zu viele Probleme bringt oder nicht richtig läuft, verkaufe ich es erst gar nicht.