Marktübersicht TK-Anlagen: Kleine Boxen für gute Geschäfte

Mit TK-Anlagen für Bürogemeinschaften können Fachhändler noch gute Geschäfte machen – vor allem durch Services

Mit TK-Anlagen für Bürogemeinschaften können Fachhändler noch gute Geschäfte machen – vor allem durch Services

Ein Großauftrag ist die neue Telefonanlage für daheim oder im Kleinbüro für den Fachhändler nicht – Mit Beratung und etwas Verkaufstalent kann aus dem Angebot der kleinen Box aber ein durchaus respektables Geschäft werden.

von Folker Lück

Man solle „die einzige Telefonanlage mit Zukunft“ kaufen, warb der Voice-over-IP-Spezialist Swyx jahrelang recht forsch für seine softwarebasierte Lösung. Die Telefonie via Software und PC ist zwar unbestreitbar auf dem Vormarsch, doch gerade für den Einsatz vor allem im Privatbereich oder in sehr kleinen Gewerbebetrieben mit einem oder zwei Mitarbeitern sieht die Realität noch ganz anders aus: Hier dominieren weiterhin Hardware-Boxen, die meist echte Alleskönner sind. Sie managen nicht nur Telefonate, sondern auch die Internetverbindung und die interne Vernetzung.

Ein verschenktes Geschäft
Für den qualifizierten Fachhandel ist dieses Marktsegment (zugegeben) nicht ganz einfach zu bearbeiten, denn der Wettbewerb durch den Internetvertrieb der Netzbetreiber und deren Shops – oft in horrend teuren Citylagen – ist groß. Auch Flächenmärkte stellen eine mächtige Konkurrenz dar, vor allem dann, wenn es dem Kunden ausschließlich um die Beschaffung billiger Hardware geht.

„Verirrt“ sich dennoch ein Kunde zum Fachhändler, ist dessen Engagement manchmal ganz bewusst begrenzt: „Meist überrede ich den Kunden gezielt zum Betreiberwechsel, und dann erhalte ich relativ unkompliziert eine Provision für den neuen Vertrag “, berichtet beispielsweise ein Händler aus dem Ruhrgebiet. Umfangreiche Beratung lohne sich für ihn hier nicht, denn Router respektive Telefonanlage kommen fast immer direkt vom Netzbetreiber. „Nur um vielleicht noch ein DECT-Telefon oder ein kleines Faxgerät zusätzlich zu verkaufen, investiere ich nicht eine halbe Stunde Beratungszeit“, meint der Ladenbesitzer lapidar.

Erfahrene Fachhändler hören beim Verkaufsgespräch mit dem Kunden jedoch sehr schnell heraus, ob nicht vielleicht doch ein etwas größerer Auftrag herausspringen kann: Will der Interessent wirklich nur den Provider wechseln, weil ihm die letzte Telefonrechnung zu hoch war? Oder geht es vielleicht auch darum, einen Internetanschluss im Hobbyraum unter dem Dach einzurichten, den der WLAN-Router nicht erreicht?

Und: Recht häufig ist der vermeintliche Privatkunde im Laden tatsächlich ein Steuerberater, Anwalt oder ein anderer Freiberufler, der gerade eine Lösung für sein neues Büro sucht. In solchen Fällen wäre es töricht vom Verkäufer, allein an die vermeintlich margenschwache Telefonanlage zu denken. Denn oft geht es auch um die Vernetzung mehrerer PCs, um eine vernünftige Backup-Lösung, um eine neue Türsprechanlage oder ein Alarmsystem.

Seite 1 | 2 | 3 | 4 »

Kommentar der Redaktion

Sportliche Sache: Das Geschäft mit kleinen Telefonanlagen für Privatanwender und den SoHo-Bereich ist für den Fachhandel nicht immer die reine Freude, denn mit einem riesigen Verdienst ist hier nicht zu rechnen – unter Umständen jedoch mit riesig viel Beratungsaufwand. Wer ein guter Kaufmann ist, sollte jedoch sportlich an die „Sache“ herangehen und zügig abklären, ob nicht doch die Chance auf ein etwas umfangreicheres Geschäft besteht.

Ist auch noch eine Netzwerkverkabelung oder der Verkauf mehrerer Systemtelefone eingeschlossen, fängt es an, Spaß zu machen. Geht es dem Kunden tatsächlich ausschließlich um möglichst billige Hardware, dann sollte man seine Zeit nicht verschwenden und ihn zu Media Markt, Ebay & Co. ziehen lassen. Mitunter steht der Interessent zwei Tage später doch wieder vor der Theke, weil er einen Servicetechniker benötigt. Den hat Ebay nämlich nicht im Angebot.

Anzeige

Weiterempfehlen Drucken Heft-Abo

| Mehr

Leserkommentare (1)

Tom Tomenendal | Freitag, 13. November 2009 10:22:47

Kleine Boxen für gute Geschäfte

Das Verkaufen von TK-Anlagen ist Lösungsgeschäft. Der Kunde kauft die Lösung einer Aufgabe - nicht die reine Hardware. Die Lösung Telefon- und Internetanschluss für einen Privathaushalt mit Home-Office ist als Bundle aus Anschluss, Hardware (Router vom Netzbetreiber, Telefone+Faxgerät vom Händler) und Installationsleistung (natürlich vom Händler) attraktiv .
Die größere Telefonanlage ist als Projektgeschäft (Lieferung, Installation, Inbetriebnahme, Wartung und Service) lukrativer als einige vermittelte Anschlüsse, erfordert aber auch ein anderes arbeiten und andere Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vom Händler, der dann zum "Errichter" wird. So wird es immer Händler geben die das Anlagengeschäft nicht mögen, und andere die damit ihr Geld verdienen.

Kommentare via facebook (beta)Was ist das?

Top-Themen

Android legt stark zu

Android legt stark zu

Im vierten Quartal arbeiteten bereits knapp 40 Prozent aller verkauften Tablets mit dem Google-Betriebssystem Android.
mehr
Ratenverkauf statt Rabatt (© baurka - Fotolia.com)

Ratenverkauf statt Rabatt

Rahmenverträge der Distributoren mit Banken ermöglichen Resellern Finanzierungsangebote. Diese sind (noch) zurückhaltend.
mehr
Gerücht: iPhone 5 geht in die Serienproduktion (Foto: ArTo - Fotolia.com)

Gerücht: iPhone 5 geht in die Serienproduktion

Apple bereitet Gerüchten zufolge bereits die Serienproduktion für das nächste iPhone-Modell vor.
mehr
Anzeige

Services

- Umfrage

Sind Sie schon genervt vom Patentkrieg der Handy-Hersteller?

Jetzt abstimmen

Betrieb & Praxis

Cross-Selling: Viele Wege führen zum Ziel (Foto Reji - Fotolia.com)

Cross-Selling: Viele Wege führen zum Ziel

Telecom Handel stellt die erfolgreichen Cross-Selling-Konzepte von Mobilfunkhändlern vor.
mehr

Bildergalerie

Top 10 Artikel

Aktuelles Heft

Das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 02-2012.
mehr

TK-Guide Einkauf 2011

Alles auf einen Blick

Alles auf einen Blick

Immer auf dem neuesten Stand – dank dem TK-Guide Einkauf 2011. Der Einkaufsführer gibt einen Überblick über die wichtigsten TK-Anbieter und informiert über aktuelle Trendthemen wie Smartphones, Web-Tablets oder Energievermarktung.
mehr
Bitte warten...