Marktübersicht TK-Anlagen: Kleine Boxen für gute Geschäfte


Noch immer eine Domäne der Händler
Generell gilt: Dass der Fachhandel auch im Bereich der ganz kleinen Systeme von Bedeutung sein kann, ist auch den Herstellern und Netzbetreibern sehr bewusst: „Hier kann der Fachhändler sein Know-how und seine Kundennähe als Stärke ausspielen“, meint etwa Volker Schiecke, Leiter Channel Marketing bei Vodafone Deutschland. Der Fachhandel sei auf lokaler Ebene bestens vernetzt und kenne den Bedarf seiner Kunden genau. „Hat der Händler die richtige Lösung zur Hand, kann er schnell überzeugen – und verkaufen“, ist Schiecke überzeugt.

Bei der Deutschen Telekom sieht man das ganz ähnlich, grenzt das Geschäft für den stationären Handel jedoch klar ab: „Die Vermarktung kleiner TK Anlagen erfordert einen hohen Beratungsbedarf. Dafür haben die Fachhändler gute Voraussetzungen“, sagt Patrick Molck-Ude, Leiter Vertrieb Geschäftskunden, Deutsche Telekom AG. Für größere Lösungen sieht der Telekom-Mann den Handel allerdings nicht in vorderster Front: „Bei professionellen TK-Systemen für kleine Unternehmen bis 30 Büroarbeitsplätze intern ist der Direktvertrieb des Bereichs Deutsche Telekom Geschäftskunden sicherlich für die Kunden als Ansprechpartner erste Wahl“, glaubt Molck-Ude.

Dem widerspricht allerdings Lutz Hirschmann, Marketingleiter des Bielefelder Herstellers Agfeo, vehement: „Der Fachhandel ist bei sehr kleinen TK-Anlagen unter fünf Teilnehmern aus dem Rennen. Bei über fünf Teilnehmern spricht die gezielte Auswahl von System-Endgeräten, Telefoniesoftware und professioneller Konfiguration und Installation für den Fachhandel“, ist Hirschmann überzeugt. Neben dem Direkt-Angebot der Netzbetreiber und Provider sieht man bei Agfeo im Bereich der ganz kleinen Telefonsysteme aber auch die Flächenmärkte und den Online-Handel als Konkurrenz für den Handel vor Ort an.

Verdienstchancen im höherpreisigen Segment
Indes: Manche aktuellen Lösungen für Privathaushalte und den SoHo-Bereich kosten den Endkunden kaum mehr als hundert Euro – entsprechend dünn ist dann der Verdienst für den Handel. Die Anbieter Agfeo, Auerswald, Funkwerk (Elmeg) und auch die Deutsche Telekom haben allerdings auch größere Systeme im Angebot (siehe Tabelle), die teilweise mit 600 Euro und mehr zu Buche schlagen und gute Verdienstmöglichkeiten bieten. Die Zielgruppe dafür sind dann jedoch in erster Linie Kleinbetriebe wie Arztpraxen oder Anwaltskanzleien mit mehreren Mitarbeitern.

Doch es gibt auch Ausnahmen: Der technisch interessierte Häuslebauer kann ebenfalls potenzieller Käufer eines solchen Systems sein. Etwa dann, wenn aufgrund der EIB-Schnittstelle (Europäischer Installationsbus) auch die Haustechnik mittels der Telekommunikations-Anlage gesteuert werden kann. Eine solche Lösung bietet beispielsweise der Bielefelder Hersteller Agfeo mit seiner aktuellen Anlage „AS 181 plus EIB“ an.

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Kommentar der Redaktion

Sportliche Sache: Das Geschäft mit kleinen Telefonanlagen für Privatanwender und den SoHo-Bereich ist für den Fachhandel nicht immer die reine Freude, denn mit einem riesigen Verdienst ist hier nicht zu rechnen – unter Umständen jedoch mit riesig viel Beratungsaufwand. Wer ein guter Kaufmann ist, sollte jedoch sportlich an die „Sache“ herangehen und zügig abklären, ob nicht doch die Chance auf ein etwas umfangreicheres Geschäft besteht.

Ist auch noch eine Netzwerkverkabelung oder der Verkauf mehrerer Systemtelefone eingeschlossen, fängt es an, Spaß zu machen. Geht es dem Kunden tatsächlich ausschließlich um möglichst billige Hardware, dann sollte man seine Zeit nicht verschwenden und ihn zu Media Markt, Ebay & Co. ziehen lassen. Mitunter steht der Interessent zwei Tage später doch wieder vor der Theke, weil er einen Servicetechniker benötigt. Den hat Ebay nämlich nicht im Angebot.

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Leserkommentare (1)

Tom Tomenendal | Freitag, 13. November 2009 10:22:47

Kleine Boxen für gute Geschäfte

Das Verkaufen von TK-Anlagen ist Lösungsgeschäft. Der Kunde kauft die Lösung einer Aufgabe - nicht die reine Hardware. Die Lösung Telefon- und Internetanschluss für einen Privathaushalt mit Home-Office ist als Bundle aus Anschluss, Hardware (Router vom Netzbetreiber, Telefone+Faxgerät vom Händler) und Installationsleistung (natürlich vom Händler) attraktiv .
Die größere Telefonanlage ist als Projektgeschäft (Lieferung, Installation, Inbetriebnahme, Wartung und Service) lukrativer als einige vermittelte Anschlüsse, erfordert aber auch ein anderes arbeiten und andere Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vom Händler, der dann zum "Errichter" wird. So wird es immer Händler geben die das Anlagengeschäft nicht mögen, und andere die damit ihr Geld verdienen.

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