Partnerprogramme: Carrier fordern Präzision

Im B2B-Segment setzen Carrier verstärkt auf den indirekten Vertrieb. Der Channel soll vor allem im SMB-Bereich Standardprodukte vermarkten. Einige Anbieter binden Systemhäuser vemehrt in das Projektgeschäft ein.

Ein Rad greift ins andere – anders als im Privatkundenbereich setzen die Carrier im B2B-Segment immer stärker auf den indirekten Vertrieb. Dies gilt vor allem für den SoHo- und SMB-Bereich, kleinere Büros oder mittelständische Unternehmen also, die das Gros der Anbieter am liebsten von Fachhändlern und Systemhäusern betreut sieht.

Einen Grund für die intensivere Zusammenarbeit mit Partnern nennt Jürgen Paurat, Head of Business Indirect Sales bei Versatel: „Es gibt niemanden, der mehr über die Kunden und den Markt weiß, als die Partner.“ Frei nach dem Motto: „Der Reseller vor Ort hat einen besseren Draht zum Kunden.“

Ein weiterer Grund für das tendenziell immer stärkere Channel-Engagement der Carrier im Geschäftskundenbereich ist aber sicherlich auch monetärer Natur: Es ist für die Carrier schlicht günstiger, in den Aufbau eines starken indirekten Vertriebs zu investieren, als eine eigene Mannschaft – auch in den Regionen – bereitzuhalten. Telecom Handel hat deshalb bei den Kommunikationsanbietern nachgefragt, welche Programme sie für Partner entwickelt haben und welche Voraussetzungen der Channel für den jeweiligen Partnerstatus erfüllen muss.

Zwei Anbieter, QSC und seit Anfang dieses Jahres auch Colt, haben die Betreuung und Akquisition dieser Kunden mittlerweile komplett an den Channel ausgelagert und den Direktvertrieb aus diesem Kundensegment zurückgezogen. Bei QSC gab es allerdings nach der Einführung des neuen Partnerprogramms PEP2 (Partner Excellence Program) in den vergangenen Monaten ein gehöriges Knirschen im Getriebe des Partnervertriebs. Die Folge: Die Umsätze im Partnervertrieb gingen zurück. Dies und auch die zähen Verhandlungen einiger Systemhäuser führten schließlich dazu, dass QSC sein Partnerprogramm derzeit überarbeitet. Das neue Programm soll Anfang 2011 greifen.

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Kommentar der Redaktion

Waltraud Ritzer
Waltraud Ritzer, Redakteurin

Vor allem im SMB-Segment setzen die Carrier auf einen starken indirekten Vertrieb: Das spart Kosten und schont die Ressourcen. Im Projektgeschäft mit größeren Kunden oder gar im Enterprise gaben sie hingegen meist dem Direktvertrieb den Vorzug. Das könnte sich nun ändern: Immer mehr Carrier binden auch im Lösungsgeschäft ihre Partner ein – aber nur, wenn diese entsprechend qualifiziert sind.

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Leserkommentare (1)

FRAGILI | Montag, 30. August 2010 15:51:46

Völlig OUT

GOLD, SILBER, BRONZE... Eisen- oder Holzklasse usw.

Diese "Strategien" für den indirekten Kanal waren schon out als der Erste sie einführte. Alle Händler sind gleich zu behandeln, speziell wenn es um die Konditionen geht. Das gebietet schon die Logik, denn nur so kann ich gegenüber den Kunden glaubwürdig, d.h. preislich homogen auftreten.

Wer gllaubt diese These sei falsch, der erkläre mir wie ein lokaler "Bronze-Händler", der in räumlicher Nähe zum "Platin-ExtraGoldHändler" sitzt, gegen seinen Mitbewerber wachsen, oder gar überleben soll.

VG

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