Test BlackBerry PlayBook: Nur im Doppel ein Champion

Nach der Premiere von Tablets mit Android 3.0 gibt es nun auch den ersten mobilen Minicomputer des BlackBerry-Herstellers RIM in Deutschland. Mobile Next, das Schwestermagazin von Telecom Handel, hat den iPad-Rivalen unter die Lupe genommen.  

von Lutz Herkner

Die Kanadier machen ja alles ein wenig anders. Da überrascht es nicht, dass sich auch der erste Tablet-PC aus dem Hause Research in Motion von der Android-Konkurrenz unterscheidet. Gemeint ist damit beispielsweise das Sicherheitskonzept: Das PlayBook ist voll und ganz darauf getrimmt, mit einem BlackBerry-Smartphone zusammenzuarbeiten. Das geht beim fehlenden Mobilfunkmodul los und endet bei der Tatsache, dass sämtliche Daten auf dem Handy verbleiben. Kontakte, Termine, E-Mails, Notizen, Aufgaben und sogar Dateien werden per Bluetooth vom Telefon aufs Tablet gebeamt („BlackBerry Bridge“), dort aber nicht lokal gespeichert. Sobald das Smartphone außer Reichweite ist, werden die Daten im Cache des PlayBook automatisch gelöscht. Bei einem Verlust des Tablets befinden sich also keine persönlichen Daten mehr darauf.

Alles Geschmackssache
Mit sieben Zoll oder 178 Millimetern in der Diagonalen ist der Touchscreen des BlackBerry knapp halb so groß wie etwa der des iPad 2. Dafür ist der Kanadier aber auch deutlich kleiner und leichter, 425 statt 613 Gramm, um genau zu sein. Das unterschiedliche Format ist schlichtweg Geschmackssache: Ein PlayBook ist erheblich mobiler als ein iPad 2. Im Gegensatz dazu bietet das iPad 2 mehr Platz zur Darstellung von Webseiten oder Videos. Was allerdings nicht heißen soll, dass Siebenzöller dafür ungeeignet wären. Ganz im Gegenteil: Durch sein Schrumpfformat kommt das PlayBook auf eine Auflösung von 44 Pixeln pro Quadratmillimeter – davon können Besitzer des iPad 2 (27 Bildpunkte pro Quadratmillimeter) nur träumen.

Dafür wurde dem iPad 2 aber ein IPS-Display in die Wiege gelegt, das schärfer ist als der herkömmliche LCD-Monitor, über den das PlayBook verfügt. Unterm Strich ist der subjektive Eindruck damit bei Fotos und Webseiten gleich. Was die Eingabe von Texten betrifft, sind die Tasten des virtuellen Keyboards beim PlayBook mit 13 x 8 Millimetern nur rund halb so groß wie auf dem Apple, doch immer noch groß genug, um ebenso problemlos und fehlerfrei darauf tippen zu können.

Multimedial liefert das PlayBook ordentliche, aber keine rekordverdächtigen Ergebnisse – typisch BlackBerry eben. Die 5-Megapixel-Fotos sind auch ohne Autofokus schön scharf, einzig das recht hohe Farbrauschen stört gelegentlich. Die Videoaufnahmen mit 720p und 30 Bildern pro Sekunde gefallen ausgesprochen gut. Bei der Wiedergabe von Fremdvideos macht das PlayBook seinem Namen alle Ehre: scharf, kontrastreich, ruckelfrei und mit einem kräftigen Stereoton aus den beiden Frontlautsprechern.

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Leserkommentare (1)

PL | Montag, 11. Juli 2011 15:06:20

Einschränkung

damit ist die Zielgruppe ja von Beginn an derart eingeschränkt, dass das niemals ein Hit werden wird. Wie kommt man nur auf solche Ideen? Ich selber habe einen BlackBerry und wüßte nicht, was ich mit dem Tablett soll. Dann lieber ein völlig eigenständiges Gerät mit gescheiter Sync-funktion!

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