Interview mit LG-Handy-Chef Hancke: "Wir brauchen neue Tarife!"
23.08.2010 Boris Boden
LG will sich verstärkt auf das boomende Smartphone-Geschäft konzentrieren und fordert günstigere Datentarife zur schnellen Erschließung des Massenmarktes. Telecom Handel sprach dazu mit Sascha Hancke, der das deutsche Handy-Geschäft beim Elektronikriesen verantwortet.
Der koreanische Elektronikriese LG war auf dem deutschen Markt im vergangenen Jahr vor allem mit Prepaid- und Einsteigermodellen erfolgreich. Jetzt soll auch das Geschäft mit Smartphones angekurbelt werden. Telecom Handel sprach darüber mit Sascha Hancke, der das deutsche Handy-Geschäft leitet.
Telecom Handel: Smartphones boomen – doch den Trend hat LG sehr spät erkannt...
Sascha Hancke: In Deutschland haben wir die Bedürfnisse des Marktes nicht rechtzeitig erkannt, da wir mit unserem bisherigen Produktportfolio sehr erfolgreich waren. In Asien und den USA sieht das anders aus, hier waren wir viel früher im Smartphone-Geschäft dabei. Die Anpassung unserer Strategie benötigt nun etwas Zeit, bis sie am Markt auch greift.
Telecom Handel: Wo liegen denn die Probleme bei diesem Geschäft?
Hancke: Ein Problem sind relativ hochpreisige Datentarife, welche jedoch auch eine starke Hardware-Subvention umfassen. Unser Android-Gerät GT540 kostet 249 Euro – mit einer Subvention ist es für einen Euro erhältlich. Diesen Euro zahlt der Kunde aber auch für ein Modell, das sonst 100 Euro mehr kostet und mehr Features bietet. Da wird sich der Kunde nicht unbedingt für unser Produkt entscheiden. Hier gibt es für uns zwei Auswege: Zum einen höherwertiger positionierte Produkte mit besonderen Features, welche wir im vierten Quartal auf den Markt einführen werden. Andererseits hoffen wir auf attraktivere Tarife.
Telecom Handel: Teure Tarife hemmen generell die Verbreitung von Smartphones?
Hancke: Unser GT540 könnten wir als subventioniertes Modell auch zu einem günstigen 30-Euro-Tarif anstatt zu einem 50-Euro-Tarif anbieten. Dadurch würden Smartphones für eine komplett neue Zielgruppe attraktiv. Damit sich Smartphones im Massenmarkt durchsetzen können, brauchen wir neue Tarife.
Telecom Handel: Bedeutet der Wechsel zu Smartphones einen grundsätzlichen Strategiewechsel von LG in Deutschland?
Hancke: Wir haben uns aus dem unteren Segment relativ stark zurückgezogen, weil der Preisverfall in der ersten Jahreshälfte sehr hoch war. Das hat uns drei Prozent Marktanteil gekostet. Im Midrange- und Handset-only-Bereich bleiben wir offensiv, denn das ist unsere bekannte Stärke – und diese werden wir sicher nicht aufgeben, auch nicht in dem nun noch stärker umkämpften Umfeld.
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Leserkommentare (6)
PL | Mittwoch, 25. August 2010 12:17:15
@Fragili
icg glaube nicht, dass dir jemand böse sein wird, denn du hast recht.
ich habe beim Lesen des Textes ähnliche Gedanken gehabt: Drumherumgerede und teilweise echt schräge Arrgumente.
LGE sollte zur Abwechslung einfach mal seine Hausaufgaben machen, BEVOR die anderen schon längst damit fertig sind. Viele der Probleme, die LGE zu haben scheint, sind scheinbar im eigenen Hause produziert.
Auf mich wirkt das sehr unprofessionell.
FRAGILI | Dienstag, 24. August 2010 17:24:01
Wieso machen es Andere besser?
Hallo Leser,
Sorry, aber das liest, meiner bescheidenen Meinung nach, wie ein schlecht gelungenes UmDasProblemDrumHerumGerede. Pardon, aber beim Lesen dachte ich spontan:
1. Zeigen andere Marktteilnehmer wie man es besser macht:
a - Sam...S5230 im Niedrigpreislevel. Voller Erfolg, auch in der Distribution.
b - HTC zeigt auf verschiedenen Ebenen wie man Geräte für den Kunden baut, und auch verkauft.
c - Das Beispiel i-phone zeigt herrlichst wie man völlig ohne Niedrigpreissegment fetteste Umsätze realisiert. Und dass obwohl andere Hardware sogar günstiger und leistungsfähiger ist (meine persönliche Meinung).
2. Werden sich jetzt die Netzbetreiber ganz sicher nicht sofort zusammensetzen, um für LG oder Sonstwen die Preise zu senken. Warum auch?
- Anders´rum wird ein Schuh ´draus - Die Händler brauchen neue Hardware ! Der Markt braucht Geräte die a) Kundenbedürfnisse voll abdecken (und nicht nur Teile davon), und die b) intuitiv zu bedienen sind und dabei in allen wesentlichen Anwendungspunkten auch zu 100% funktionieren.
Letzteres hat das i-phone erfolgreich gemacht.
- Es gibt bereits ausreichend unsubventionierte Tarifmodelle! Also auch kein Argument für Erfolglosigkeit, sorry.
3. Schlussendlich kann ich mich irren, aber:
Wer ernsthaft und öffentlich vorschlägt - Zitat (Seite3 "Händler sollten auf ein zusätzliches Thema wie TV setzen..." Zitatende - der hat ein komplett anderes Händlerbild als z.B. ich, der den Markt seit Anfang der 90er kennt! Oder kennt eine völlig andere Händlerstruktur als ich sie kenne, z.B. aus den Fussgängerzonen.
Fazit: Welcher Logik hier gefolgt wird verschliesst sich mir - völligst ! Aber das ist auch gut so ;-), für mich.
VG
PS: Nicht böse sein dass meine persönliche Meinung hier "leicht" abweicht, aber ich bin als Berater und "Ex-Vertriebi" einfach zu lange und zu nah am Markt, als dass ich mir hier einen Kommentar verkneifen konnte.
Ich | Dienstag, 24. August 2010 11:25:19
@Ohjeee
Hi
Mal davon abgesehen, das du die Rechtschreibfehler behalten darfst, kannst Du mir nicht erzählen, das die meisten Kunden noch Vertrag wollen.
Schaue dir grade die Zahlen der Anbieter an. Verträge sind rückläufig ohne Ende. Im Tv wird in der Woche 5 mal in diversen Berichten von Verträgen abgeraten.
p.s O2 hat 2,7 % Steigerung und davon sind 98 % Prepaid!
Und auch Kunden von mir sagen meistens ja keine Bindung mehr.
Bei Prepaid kannst du meistens alle Optionen zum halben Preis buchen.
Was Du meinst sind vielleicht die Business Kunden , aber nicht die Privatkunden!!!
Und deswegen machen sich die Anbieter selber kaputt, und wie der letzte Kollege richtig schreibt, werden zum Schluss nur die großen bleiben und die Shops verschwinden.
Früher oder Später werden Fußgängerzonen nur noch Kaffees haben aber wenige Shops.
Die Rechtschreibfehler gehören Dir :-)
Lutz | Dienstag, 24. August 2010 00:06:41
Mobilfunk Fachhandel längt Auslaufmodell
Ich bin immer wieder überrascht wie blauäugig manche TK Händler sind.
Das Thema Mobilfunk Einzelhandel ist doch längst gegessen. Die verschwinden genauso, wie die Radio & Fernseher Fachgeschäfte in den 80er und 90er Jahren...
Richtige Unternehmer sind längst zu neuen Ufern aufgebrochen.
Netzbetreiber | Montag, 23. August 2010 13:48:27
Ohjeee
Ohjeee - bei dem Kommentar den Kollegen vor mir kräuseln sich ja die Fußnägel... Nicht nur, dass es unheimlich schwer fällt diesen Text aufgrund der gramatikalischen Unfähigkeit des Autors zu lesen, er hat zudem auch gar keine Ahnung.
Prepaid boomt nicht, Die Prepaid Absätze sind in den letzten Jahren dramatisch gesunken... Wer professionelle Komunikation sucht wird nicht um einen Vertrag herumkommen...
Ich | Montag, 23. August 2010 13:33:32
Hmm
Hi
Das Problem ist doch eher Allgemein , da es mitlerweile Prepaid Tarife gibt für 7 Cent Pro Minute/SMS und deswegen immer weniger Leute einen Vertrag möchten. Deswegen sind ja die Vertragszahlen bei allen Rückläufig. Prepaid dagegen wächst ohne Ende.
Und die meisten wo Prepaid machen holen sich meistens ein billiges Einsteigerhändy oder kaufen im Internet für 100 Euro billiger wie im Handel.
Ich glaube die Netzbertreiber schneiden sich selber den Ast ab wo sie sitzen , mit dem Prepaid Preiskampf.
Der hat zur Folge das immer weniger Verträge und somit auch kaum noch Handy Supvensionen stattfinden. Und Kunden wissen auch das ein Handy mit Vertrag immer teuerer ist, wie es frei zu kaufen.
Und für Prepaid gibt es im schnitt 5 bis 10 Euro Marge.
Wie sollen wir da auf Dauer überleben?
Das kann nur Aldi und Co oder Mediamarkt/Saturn oder Expert.
Prepaid hätten nie billiger werden dürfen wie ein Vertrag. Da ist das gleiche, als beim gleichen Anbieter, bis zu 15 Euro billiger.