Marktreport Roaming: Auf Kommando günstiger

Marktreport Roaming: Auf Kommando günstiger

Am 1. Juli müssen die Netzbetreiber auf Geheiß der EU erneut die Preise für Gespräche im Ausland senken. Doch während Telefonate und SMS schon billiger geworden sind, kostet die Datennutzung immer noch teils hohe Summen.

Als die damalige EU-Kommissarin Viviane Reding Anfang des Jahres 2007 angekündigt hatte, die Mobilfunkgebühren für die Nutzung im europäischen Ausland streng regulieren zu wollen, begrüßten Konsumenten und Verbraucherschützer diesen Schritt. Die Netzbetreiber dagegen murrten, sahen sie doch die gewinnträchtigen Roaming-Entgelte als sichere Einnahmequelle versiegen.

Anstelle von oftmals über einem Euro pro Minute durften sie den Kunden ab dem Spätsommer 2007 nur noch maximal 49 Cent ohne Mehrwertsteuer für innerhalb der EU geführte Auslandstelefonate berechnen, ankommende Gespräche durften sogar nur noch maximal 24 Cent kosten. Eine Regulierung von Datennutzung oder SMS gab es noch nicht.

Die EU-Kommission erhoffte sich von diesem Schritt einen besseren Wettbewerb zwischen den Carriern beim Thema Roaming, und dadurch sollten auch ohne weitere Regulierung günstigere Preise für die Konsumenten möglich werden. „Bereits im Herbst sollten wir feststellen können, ob es mehr Wettbewerb auf dem Roaming-Markt gibt und ob die Verbraucher wirklich bessere Angebote erhalten“, hatte Reding damals gesagt.

Heute, mehr als drei Jahre später, kann von einem Mehr an Wettbewerb keine Rede sein, die Netzbetreiber senken die Preise immer nur dann, wenn sie von der EU dazu gezwungen werden. Für den 1. Juli steht nun eine weitere verordnete Preisrunde an. Die Gebühren für ankommende Gespräche innerhalb der EU dürfen dann maximal 15 Cent plus Mehrwertsteuer pro Minute betragen, abgehende Telefonate dürfen im Höchstfall 39 Cent kosten. Der Preis für Kurznachrichten wurde bereits zum Juli des vergangenen Jahres auf 11 Cent gesenkt, dies soll auch bis auf weiteres so bleiben.

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Kommentar der Redaktion

Christopher Bertele
Christopher Bertele, Redakteur

Für den Mobilfunkkunden hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan beim Thema Roaming. Das Telefonieren ist deutlich günstiger geworden, der SMS-Preis liegt bei manchen Anbietern sogar unter dem Inlandspreis. Einfacher ist es damit aber nicht geworden, denn jeder Netzbetreiber hat mindestens eine Zusatzoption im Angebot, die jedoch nicht automatisch preisliche Vorteile bietet. Unter Umständen zahlt der Kunde sogar mehr als im EU-Standardtarif. Sehr großen Nachholbedarf gibt es aber immer noch bei der Datennutzung, denn hier werden teils horrende Summen verlangt. 11,80 Euro für ein Megabyte sind weder zeitgemäß noch kundenfreundlich. Ohne eine Regulierung der EU wird sich daran in absehbarer Zeit aber wohl auch nichts ändern. Dazu verdienen die Anbieter mit ihren reisenden Kunden einfach zu viel Geld.


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Leserkommentare (2)

Christopher Bertele, Redaktion Telecom Handel | Montag, 07. Juni 2010 10:01:16

Korrektur

Sehr geehrter Herr Yuvarlak,

Sie haben recht, da hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Türkei und Schweiz sind keine ReiseVorteil-Länder.

Ihre Telecom Handel Redaktion,

Christopher Bertele

Christopher Bertele | Freitag, 04. Juni 2010 19:51:11

Marktreport Roaming: Auf Kommando günstiger

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
in ihrem Artikel wir die Schweiz und die Türkei bei E-Plus als Reisevorteilland aufgeführt. Diese ist laut dem Homepage sowie Auskunft bei der Händlerbetreuung nicht der Fall.
Ich hätte mich auch gefreut, da ich im August in die Türkei fliege und meinen E-Plus-Vertrag einsetzen wollte.
Also muß ich doch eine ayyildiz-Karte einsetzen.
PS: Villeicht haben Sie eine andere Information?
MFG
First Teleshop
Murat Yuvarlak

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