Kommentar: Telekom mit Provisionszahlungen im Rückstand

Die offenen Provisionen sollen schon bald fließen, heißt es von Seiten der Deutschen Telekom

Das Thema ist zwar schon recht alt, hat aber noch lange keinen Bart: Immer wieder melden sich bei uns entnervte Handelspartner der Telekom, die - vorsichtig ausgedrückt - die Schnauze ziemlich voll haben davon, dass der Netzbetreiber DSL-Prämien-Reklamationen schlichtweg nicht bearbeitet. Manche Fachhändler warten noch heute auf Provisionszahlungen von Aufträgen, die sie bereits vor über einem Jahr geschaltet haben.
Der Frust bei den Betroffenen ist groß, und das ist verständlich. Auch wenn die Telekom noch so gute Gründe für die Ursache der Problematik anführt, so ist es einfach ein Armutszeugnis für den Konzern, dass der Reklamationsberg so langsam abgetragen wird. Genauso wie die Telekom erwartet, dass ihre Kunden pünktlich ihre Telefonrechnung zahlen, so dürfen auch die Handelspartner erwarten, dass ihre Vertriebsleistung für die Bonner zeitnah honoriert wird.
Sicherlich richtig war es von der Telekom, Vergleichs- und Abschlagszahlungen einzuführen und so dafür zu sorgen, dass dem Handel zumindest teilweise die Liquidität erhalten blieb. Allerdings funktionierte dieses Prinzip nicht immer: Händler der zweiten Vertriebsstufe - also jene, die ihre Aufträge über einen Distributor freischalten - waren offenbar (zu) sehr auf das Wohlwollen des Großhändlers angewiesen, der die Mittel für seine Handelspartner freigeben musste. Nach Angaben einiger Fachhändler scheint es hier deutliche Unterschiede in der Abwicklung gegeben zu haben.
An der auch gegenüber Telecom Handel ausgesprochenen Ankündigung, bis Anfang April 2009 alle Altfälle abgearbeitet und fehlende Provisionen ausgezahlt zu haben, wird sich die Telekom messen lassen müssen. So mancher Händler dürfte zwar nach unzähligen Vertröstungen schon den Glauben daran verloren haben - aber die Chancen stehen diesmal günstiger: Denn nachdem mittlerweile auch die T-Home-Wettbewerber DSL bundesweit vermarkten, muss der Carrier jetzt dringend das Vertrauen seiner Partner zurückgewinnen - sonst verliert er diese an die Konkurrenz. Mehr als nur in Ordnung wäre es in diesem Zusammenhang übrigens, berechtigte Provisionszahlungen zuzüglich Zinsen auszuzahlen.
Hier finden Sie das Interview mit Sascha Hancke und Roland Angst.

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