Kommentar: iVersuchung
14.06.2010 Stephan von Voithenberg
Stephan von Voithenberg, Redakteur Telecom Handel
Das iPhone 4 erfindet das Smartphone nicht neu - dennoch wird der Ansturm wieder gigantisch sein.
In der Schöpfungsgeschichte gilt der Apfel als Sinnbild für die Versuchung. Doch auch im Alltag weckt er Begehrlichkeiten – vor allem dann, wenn er in Form eines einschlägigen Firmenlogos auf einem Hightech-Produkt zu finden ist. Nun lässt Apple die nächste Offenbarung auf die Menschheit los, an die Konzernchef Steve Jobs zufolge „niemand herankommen wird“: das iPhone 4.
Keine Frage: Mit der vierten Generation des populären Smartphones ist dem kalifornischen Unternehmen erneut ein großer Wurf gelungen, der ohne Zweifel wieder zahlreiche Käufer rund um den Globus finden wird. Dennoch gehen die markigen Sprüche des exzentrischen Apple-Managers an der Realität vorbei: Denn wer genauer hinsieht, wird erkennen, dass selbst Apple das Smartphone nicht jedes Mal neu erfinden kann.
Sicherlich: Das dünne Design und die Display-Auflösung beeindrucken. Aber viele weitere Verbesserungen betreffen Ausstattungsmerkmale, die bei den Wettbewerbern schon länger zum Standard geworden sind. Das iPhone ist also nicht das konkurrenzlose Über-Smartphone, zu dem es immer wieder gemacht wird.
Trotzdem wird der Ansturm auf das neue Modell wieder enorm sein – das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Denn spätestens seit Adam und Eva wissen wir, wie schwer es ist, einer – noch dazu aus Marketingsicht so brillant inszenierten – Versuchung zu widerstehen.
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