Kommentar zum MWC 2010: Lauter kleine Dörfer
Doch in Barcelona zeigte sich ein neuer Trend: Nokia stellt zusammen mit Intel MeeGo als Maemo-Nachfolger und Alternative zu Symbian vor. Samsung zeigt sein erstes Bada-Handy, und Microsoft versucht verzweifelt, mit Windows Phone 7 den Anschluss zu finden. Gegen Jahresende dürfte es also sieben Systeme geben, dazu kommen noch Exoten wie WebOS von Palm oder Linux-Derivate. So manchen Kunden wird das richtig verwirren, selbst wenn langfristig kaum alle Angebote überleben dürften. Auch die Inkompatibilität der gekauften Software beim Wechsel auf andere Systeme wird bei einigen für Verärgerung sorgen – vielleicht aber auch Kunden stärker an eine Marke binden.
Schuld an der Entwicklung sind auch die bisherigen Platzhirsche bei den Betriebssystemen: So war Symbian zwar auf dem Papier offen, doch in der Realität stark von Nokia und deren Bedürfnissen geprägt. Bei Android hat Google die Hardware-Hersteller plötzlich mit einem selbst gebrandeten Gerät überrascht. Und das Warten auf ein Handy mit Windows Phone 7 wird wohl auch den letzten Microsoft-Verfechter auf eine harte Geduldsprobe stellen. Aber „Warten auf Windows“ ist man ja aus der Computer-Welt gewohnt.
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