Kommentar zur IFA 2009
Dass Vodafone erstmals nach sechs Jahren wieder mit einem großen Stand auf der IFA vertreten war, hat sicherlich auch damit zu tun, dass man sich als zukünftiger „integrierter TK-Anbieter“ auf Augenhöhe mit der Telekom positionieren möchte. Das allein reicht als Begründung jedoch nicht aus: Mit den Produkten, die die beiden Netzbetreiber in Berlin vorgestellt haben, weiten sie ihr Geschäftsfeld klar in Richtung Heimvernetzung – einem der Top-Themen der IFA – aus. Ob „Media Center“ (Vodafone) oder „Mediencenter“ (Telekom): Das Konzept, den Zugriff auf Fotos, Videos, Songs und E-Mails unabhängig vom Endgerät möglich zu machen, ist mehr als eine Produktentwicklung, es stellt eine strategische Weiterentwicklung für das ganze Unternehmen dar.
Damit ist jedoch auch der Fachhandel mit im Boot: Egal ob Handy-Shop oder TK-Systemhaus, zukünftig werden sich auch die TK-Händler mit den Themen Netzwerk, Storage und IPTV auseinandersetzen müssen. Die Ankündigung von Vodafone, im nächsten Jahr ebenfalls mit IP-Fernsehen zu starten, tut hier ein Übriges. In diesem Zusammenhang sind Initiativen wie das Schulungs- und Qualifizierungsprogramm PluralMedia (siehe Seite 30) sinnvoll, wenngleich eine finanzielle Beteiligung durch die Industrie wünschenswert wäre.
Für die IFA selbst dürfte die gesamte Entwicklung positive Auswirkungen haben. Vermutlich werden im nächsten Jahr weitere Firmen aus der TK- und Mobilfunk-Branche in Berlin anzutreffen sein, doch auch für den ITK-Handel wird die „gute alte Funkausstellung“ damit immer interessanter. Aber Berlin ist sowieso immer eine Reise wert.
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