Media Markt will Online-Preisbrecher werden
11.07.2011 Waltraud Ritzer
Immer wieder ruderte Media Markt im Online-Geschäft zurück - nun setzt der Retailer auf eine aggressive Multichannel-Strategie. Im Kernsegment möchte das Unternehmen Produkte online und im Shop zu gleichen Preisen anbieten - und dabei immer der günstigste sein.
Lange hat die Media-Saturn-Gruppe den Onlinehandel verschlafen, nun will sich ein Teil der Gruppe - Media Markt - in diesem hart umkämpften Markt an die Spitze setzen: Auf einer Tagung für Händler und Lieferanten stellte das Unternehmen vergangenen Donnerstag seine Ideen vor und brach dabei offensichtlich mit vielen Konventionen. Ziel sei, online und offline künftig eng zu verzahnen, Stichwort: Multichannel. Der Schwenk in Richtung E-Commerce gelte als „die wichtigste Entscheidung in der Unternehmensgeschichte“, hieß es auf der Veranstaltung. Ab erstem Quartal 2012 soll die neue Strategie greifen, dann geht es ums Ganze: Media Markt will auch im Online-Kanal die unangefochtene Nummer Eins werden, so die Ankündigung.
Konkret sollen zunächst die Online- und Offline-Kanäle intensiv verwoben werden. Umgekehrt soll sich online bestellte Ware auch im Markt abholen und retournieren lassen. Das bedeutet zugleich, dass in Zukunft nicht mehr jeder Markt im Kernsegment seine eigenen Preise bestimmen kann. Diese Konstruktion – die dem Umstand geschuldet ist, dass in der Media-Saturn-Gruppe jeder Markt als eigenes Unternehmen geführt wird – hat sich in der Vergangenheit als unvereinbar mit einer Online-Strategie herausgestellt.
In Zukunft soll es für ein „Kernsortiment“ bundesweit einheitliche Preise geben. Klingt nach wenig, ist aber viel, da diese Sortimente in der Regel rund 80 bis 90 Prozent des Umsatzes eines Marktes ausmachen. Um die Marktleiter für den neuen Kanal zu begeistern, sollen sie an den Online-Gewinnen mit einer Provision beteiligt werden. Mit der Bestellabwicklung haben die lokalen Märkte aber nichts zu tun, dies erledigt ein zentrales Logistikzentrum. Ausnahme: Der Kunde ordert ein beratungsintensives Produkt. Dann soll der lokale Händler nach wie vor Auslieferung, Montage und Einstellarbeiten erledigen.
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Leserkommentare (16)
Marcus | Dienstag, 02. August 2011 09:41:46
Andere Sicht
Ich lese hier schon seit einiger Zeit mit. Ich bin seit 19 Jahren Mediamarkt Angestellter und auch wir sehen das alles mit gemischten Gefühlen.
Jetzet soll nicht diese früher war alles besser Schiene von mir breit getreten werden, aber manchmal ist es doch schon zum heulen. Was meint Ihr denn wie es in den Märkten als Mitarbeiter ist? 45 - 60 Stunden die Woche zählen zur Normalität, bezahlt werden allerdings nur 37,5, Überstunden in Freizeit ? Vergesst es.Das geschieht nicht aus Profitgier, sondern weil es anders nicht mehr machbar ist. Der Kunde schreit nach immer niedrigeren Preisen, meist ist man nur noch der vor Ort Berater für Amazaon und Ebay, wenn dann da gekauft wurde und Probleme auftreten, wo stehen dann die meisten, bei uns. ?Ich kann nur sagen, es war nie Firmenmentalität sich über den Untergang eines Mitbewerbers zu freuen. Die Fachhändler haben den besseren Service gehabt, die Kundennähere Beratung, das liegt allein schon an deren Vertriebsform, wieso sind denn so viele kaputt gegangen, aus dem gleichem Grund wie oben, Beratung ja, kauf bei Media Saturn, weil die halt lange günstiger waren. Bertaung und Service wollen sie alle, aber dann zum Nulltarif. Hallo das funktioniert nicht. Schließlich ist jeder Händelr ein Wirtschaftsunternehmen das schwarze Zahlen schreiben muss. Letzendlich entscheidet der Kunde die Richtung in die es geht.bei uns haltmittlerweile an die Arbeitsplätze.
Falk Sternadel | Mittwoch, 27. Juli 2011 17:26:23
Media Markt
Die Strategie von Media Markt ist dumm und einseitig. Die Artikel des TK-Marktes sind beratungsintensiv. Wenige Kunden kaufen ohne Beratung. Sich nun sich als Billig-Abholmarkt zu platzieren ist seitens der Entscheider enttäuschend. Gerade ein Verhältnis von günstigem (nicht billigem) Preis und passender Beratung inkl. einer Sortmientserweiterung wäre strategisch interessanter. Nun stellen sie auf die Ebene des Billigsten und werden die Kunden entweder an den nächstbilligeren verlieren oder an den Fachhandel wegen der Beratung. Ob letztendlich die Hersteller diesen erzwungenen Preisnachlass mitmachen bleibt ab zu warten. Generell wird dies den Markt mal wieder in die falsche Richtung treiben, nämlich die ohne Beratungsqualität und mit billig verfuschten Artikeln, da die Hersteller unter Druck sind. Gäbe es eine Organisation für Sinn und Verstand, würde diese solchen Unfug verbieten.
Betriebswirt
F.Sternadel
Fanatischer Monopolanhänger | Dienstag, 26. Juli 2011 13:32:13
Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa...
... ich will!
Insider | Freitag, 22. Juli 2011 10:15:43
Metro Group c/o Media-Saturn
Wollt Ihr den totalen Monopol Kapitalismus?
Htor | Dienstag, 19. Juli 2011 14:37:30
Den Preis zahlen die MItarbeiter
Medimarkt bereitet sich vor. Die meisten Märkte haben Vorgaben zur Personalreduktion bekommen. Die Personalkosten sollen demnach um ca. 25% gedrückt werden. Bei ca. 15.000 Mitarbeitern....... Keine Betriebsräte durch die dezantrale Aufstelung......
Jürgen | Montag, 18. Juli 2011 09:14:28
2 Seiten
Ich sehe das immer mit gemischten Gefühlen, ich kennen beide Seiten, den Fachhandel und den Mediamarkt, war 12 Jahre im Fachhandel tätig und jetzt im 12 Jahr bei Mediamarkt. Alle schreien immer nach mehr Service, Beratung, Wertigkeit, aber wieso müssen dann immer mehr Fachhändler schließen ? Ganz einfach, weil viele einfach nicht mehr hingehen, da der Preis im Vordergrund steht. Wer zwingt einen denn im Mediamarkt zu kaufen ? Wer zwingt einen online zu bestellen? Und wer ist denn bereit den etwas höheren Preis zu zaheln, den der Fachhändler aufrufen muss, damit Personalkosten, der Laden und die höheren Einkaufspreise, aufgrund geringerer Warenmenge kompensiert werden? das ist der Knackpunkt, alle wollen, Top Beratung, Top Produkt, Top Service, aber mal ganz ehrlich, war zahlt denn noch dafür ?
Steffi | Mittwoch, 13. Juli 2011 11:40:49
Idealo
Das Idealo bei dem Mist (MediaMarkt immer günstiger als billigste Anbieter bei Idealo) mitgemacht hat find ich eine riesen Sauerei.
Die Händler zahlen die Werbung (Klicks) und MediaMarkt macht den Umsatz.
Wie lange da die Händler wohl mitmachen?
asmodeus | Montag, 11. Juli 2011 20:14:57
msh internetdruck
Soweit ich gehört habe, ist der erste grössere Lieferant schon eingeknickt und hat grosse Zugeständnisse gemacht. Und ich denke, so wirds auch weitergehen.
chris | Montag, 11. Juli 2011 14:24:38
online-shop
wieso getgoods? - dafür haben die doch redcoon gekauft!
Verwundert | Montag, 11. Juli 2011 13:08:49
Wie soll das funktionieren?
Wenn dann die Preise in den Mafia-Märkten an die online-Preise anpassen werden müssen, womit finanzieren die dann die exklusiven und energieintensiven Verkaufsflächen, Mitarbeiter und Werbekampanien?
trippleX | Montag, 11. Juli 2011 12:47:09
das ist Geil
Das ist sowas von Geil, die gehen Baden ohne ende...
der Gewinner wird jedoch der stationäre Handel sein...
und das ist auch gut so!
KI | Montag, 11. Juli 2011 12:31:35
MediaMarkt
Das kommt von dem ganzen Geiz ist geil Kram ! Jetzt bekommen Sie die Quittung. Den Preiskampf halten selbst die Großen nicht lange durch. Es wird ja auch nicht mehr vile verdient und der Service ist doch jetzt schon unterirdisch im MediaMarkt...
Insider | Montag, 11. Juli 2011 12:15:50
Media Markt online
Die werden sich blutige Nasen holen und es wird die MSH so viel Geld kosten, dass die Aktionäre dem Vorstand ordentlich Dampf machen werden. Und wer will schon die typische MSH-Kundschaft in seinem Laden oder Shop? Schauen wir, wie lange sie den vorhersehbaren und aussichtslosen Kampf gegen Amazon und die anderen großen und erfahrenen Etailer führen können. Denn eins ist klar - Service ist für die ein Fremdwort, das Personal ist mittelmässig.
Wer clever ist, kann davon nur profitieren und wir freuen uns auf das Ergebnis! MSH, welcome to the real world ;-) Und getgoods - die kochen auch nur mit Wasser und die Halde mit Elektroschrott wird immer größer...
Insider | Montag, 11. Juli 2011 12:06:00
mal sehen wie viele Hersteller es mit sich machen lassen...
nach den Fetten Jahren mit regelmäßig steigenden Zahlen, kommen jetzt, wo die Besucher- und vor allem Absatzzahlen im Keller sind, die Herren auf die Idee eine Online-Strategie zu Entwickeln, wo die Preise noch mal in den Keller gehen sollen. Wo soll das alles noch hin führen? Wäre ich Hersteller und Lieferant der MSH würde ich nach und nach meine Zelte in Ingolstadt abbrechen und mich an die breite Masse an Mitbewerbern wenden um dort meine Produkte zu vernünftigen Preisen zu vermarkten und die MSH nur noch nutzen um Restbestände abzuvermarkten. Der Konsument sollte endlich verstehen, dass Billig nicht der Schlüssel zum dauerhaften Erfolg und Beständigkeit sein kann.
Ich hoffe das die Hersteller endlich mal handeln und den Fachhandel als vertrauenswürdigen Partner und Absatzkanal sehen. die drei E´s sind zudem auch noch da. Also warum nicht mal die schlechte Lage der MSH nutzen und diese unter Druck setzen.....hat andersherum ja auch die letzten Jahre funktioniert!
OH | Montag, 11. Juli 2011 12:00:31
abc
lustig wirds, wenn das nach hinten losgeht :)
P.Lustisch | Montag, 11. Juli 2011 11:43:31
online....
warum kaufen die nicht einfach getgoods, zwei fliegen mit einer klappe...