Update Niggemann Group: Geschäftsbetrieb läuft weiter
27.05.2010 Silvia Flier
Der Geschäftsbetrieb sämtlicher Gesellschaften soll aufrechterhalten bleiben - die Belieferung mit Waren wird derzeit sichergestellt - Mitarbeiter bleiben bis auf Weiteres beschäftigt.
Die Niggemann Group, zu der auch Online Distribution gehört, hat Insolvenz anmelden müssen. Auf Anfrage von Telecom Handel beschreibt Rechtsanwalt Yassin Dimassi aus der Kanzlei des vorläufigen Insolvenzverwalters White & Case Insolvenz GbR den aktuellen Stand der Dinge: „Der Geschäftsbetrieb aller Gesellschaften wird vollumfänglich aufrechterhalten. Wir sind guter Dinge, dass - zumindest einzelne Geschäftsbereiche - fortgeführt werden können.“
Darüber hinaus seien alle Lohn- und Gehaltszahlungen durch die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes sichergestellt. Ebenfalls werde derzeit daran gearbeitet, die weitere Belieferung mit Waren aufrechtzuerhalten. Die beschäftigten rund 60 Mitarbeiter müssten zunächst keine Konsequenzen fürchten: "Da der Geschäftsbetrieb weiter läuft, werden sämtliche Arbeitsplätze benötigt." Auf einer Mitarbeiterversammlung hätten sich die Angestellten dazu bereit erklärt, an der langfristigen Sanierung der Unternehmensgruppe mitzuwirken.
Als Insolvenzgrund nennt Dimassi "drohende Zahlungsunfähigkeit". Das heißt: Die erforderlichen liquiden Mittel hätten nicht ausgereicht, um die Verbindlichkeiten zu bedienen. Weitere Mittel seitens der Banken seien nicht bewilligt worden.
27.05.2010
» Niggemann Group hat Insolvenzantrag gestellt
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Leserkommentare (1)
Kommentar | Freitag, 04. Juni 2010 12:55:39
Kommentar
Eine Pressemitteilung, in der Herr Niggemann eine Firma bzw. einen langjähren Hauptlieferanten/Kooperationspartner - mit dem man sich oft und gerne profiliert hat - wie die Siemens Enterprise dafür verantwortlich macht, dass die Geschäftsleitung für die Unternehmensgruppe Antrag auf Insolvenzverfahren stellen musste, empfinde ich als deplatziert.
Insbesondere den Abschlussatz: "Mir wird schon wieder etwas einfallen...."
Wenn man in der jüngsten Vergangenheit Gründungen/Übernahmen von diversen Unternehmungen wie Xinoo UG oder Schlagwörter wie erfolg2010.de beobachtet, kann man eben das feststellen. "Es wird einem schon wieder etwas einfallen..."
Überhaupt scheinen mir die Pressemitteilungen dieser Art durch den bisherigen Geschäftsinhaber nicht angebracht.
Ein Brancheninsider, wie Herr Niggemann, war sich sicherlich darüber im Klaren bzw. hätte ihm das bewusst sein sollen/müssen, dass der Fokus auf nur einen Hersteller/Lieferanten auch eine äußerst große Gefahr darstellen kann.
Auch wenn der Gang zum Insolvenzgericht für einen Geschäftsleiter ganz bestimmt nicht einfach ist, so sollte doch ein Unternehmen wie die SEN nicht DAS Argument für ein Scheitern einer ganzen Firmengruppe sein.
Vor allem dann nicht, wenn die SEN eben diese Vorwürfe absolut dementiert.
Die Indikatoren für die Schieflage der Unternehmensgruppe waren Herrn Niggemann sicherlich schon vorher klar erkennbar.
Ich wünsche den Mitarbeitern der Unternehmensgruppe alles erdenklich Gute, viel Geduld und vor Allem viel Verständnis für die Entscheidung der Geschäftsleitung.
Herr Niggemann hat möglicherweise eine nicht leichte Zeit hinter sich, aber auch nicht vor sich. Eine Insolvenz kann im Alter von 40 Jahren eine zweite Chance bedeuten. Das Unterfangen wird jedoch nicht so einfach sein, wie es sich der ein oder andere vorstellt.
Ich hoffe, dass die Entscheidung des Herrn Niggemann auch seinen bisherigen Vertragspartnern gegenüber fair getroffen worden ist. Und die daraus resultierenden Verluste für diese nicht allzu hoch ausfallen.