Update Niggemann Group: Geschäftsbetrieb läuft weiter
Dass die derzeitige Situation der Unternehmensgruppe mit den Veränderungen im Vertriebskonzept von Siemens Enterprise Communications (SEN) zu tun habe, legen die Aussagen von Firmenchef Olaf Niggemann im Gespräch mit der Online-Zeitung "Der Westen" nahe. Vor rund zwei Jahren hatte der Münchner Hersteller den auf SEN-Produkte spezialisierten Großhändler Online Distribution zum Subdistributor herabgestuft.
SEN betonte indes im Gespräch mit Telecom Handel, dass sich dadurch lediglich die Art der Belieferung verändert habe. Und weiter: "Wir nehmen die jetzige Entwicklung bei Online wegen des alles in allem positiv verlaufenen Geschäftsverhältnisses mit Bedauern zur Kenntnis. An den Spekulationen zu den Gründen beteiligen wir uns nicht." SEN bekräftigte nur, dass Online im letzten Geschäftsjahr als Selected Distributor zertifiziert wurde und in diesem Jahr den Sprung in den Premier-Status geschafft habe.
Branchengerüchten zufolge sollen allerdings auch Akquisitionen der vergangenen Jahre - etwa die des IT-Systemhauses B&S Computers im Jahr 2008 - die Bilanzen der Firmengruppe belastet haben.
27.05.2010
» Niggemann Group hat Insolvenzantrag gestellt
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Leserkommentare (1)
Kommentar | Freitag, 04. Juni 2010 12:55:39
Kommentar
Eine Pressemitteilung, in der Herr Niggemann eine Firma bzw. einen langjähren Hauptlieferanten/Kooperationspartner - mit dem man sich oft und gerne profiliert hat - wie die Siemens Enterprise dafür verantwortlich macht, dass die Geschäftsleitung für die Unternehmensgruppe Antrag auf Insolvenzverfahren stellen musste, empfinde ich als deplatziert.
Insbesondere den Abschlussatz: "Mir wird schon wieder etwas einfallen...."
Wenn man in der jüngsten Vergangenheit Gründungen/Übernahmen von diversen Unternehmungen wie Xinoo UG oder Schlagwörter wie erfolg2010.de beobachtet, kann man eben das feststellen. "Es wird einem schon wieder etwas einfallen..."
Überhaupt scheinen mir die Pressemitteilungen dieser Art durch den bisherigen Geschäftsinhaber nicht angebracht.
Ein Brancheninsider, wie Herr Niggemann, war sich sicherlich darüber im Klaren bzw. hätte ihm das bewusst sein sollen/müssen, dass der Fokus auf nur einen Hersteller/Lieferanten auch eine äußerst große Gefahr darstellen kann.
Auch wenn der Gang zum Insolvenzgericht für einen Geschäftsleiter ganz bestimmt nicht einfach ist, so sollte doch ein Unternehmen wie die SEN nicht DAS Argument für ein Scheitern einer ganzen Firmengruppe sein.
Vor allem dann nicht, wenn die SEN eben diese Vorwürfe absolut dementiert.
Die Indikatoren für die Schieflage der Unternehmensgruppe waren Herrn Niggemann sicherlich schon vorher klar erkennbar.
Ich wünsche den Mitarbeitern der Unternehmensgruppe alles erdenklich Gute, viel Geduld und vor Allem viel Verständnis für die Entscheidung der Geschäftsleitung.
Herr Niggemann hat möglicherweise eine nicht leichte Zeit hinter sich, aber auch nicht vor sich. Eine Insolvenz kann im Alter von 40 Jahren eine zweite Chance bedeuten. Das Unterfangen wird jedoch nicht so einfach sein, wie es sich der ein oder andere vorstellt.
Ich hoffe, dass die Entscheidung des Herrn Niggemann auch seinen bisherigen Vertragspartnern gegenüber fair getroffen worden ist. Und die daraus resultierenden Verluste für diese nicht allzu hoch ausfallen.