Bitkom: Breitband wird immer schneller, der Netzausbau immer teurer

Bitkom: Breitband wird immer schneller, der Netzausbau immer teurer

2010 besaß fast jeder dritte deutsche Haushalt einen Anschluss mit mehr als zehn MBit/s, die Investitionen der Netzbetreiber erreichten im vergangenen Jahr rund vier Milliarden Euro.

Während immer noch über die Erschließung der sogenannten Weißen Flecken auf der deutschen Breitbandkarte diskutiert wird, nimmt die Bandbreite der versorgten Haushalte kontinuierlich zu. 2010 besaß laut Bitkom fast jeder dritte deutsche Haushalt einen Anschluss mit zehn MBit/s oder mehr, im Jahr zuvor war es erst jeder vierte. Derzeit sind laut Bitkom für etwa 40 Prozent der Haushalte hohe Bandbreiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde verfügbar. Jedoch: Nur weniger als ein Prozent der Haushalte nutzt diese Anschlüsse, und das trotz deutlich gefallener Preise. Lediglich fünf Prozent der Haushalte gingen Ende 2010 mit Anschlüssen von 30 bis 100 MBit/s online. Tarife mit Datenraten von bis zu 100 MBit/s und mehr hatten nur 0,2 Prozent der Haushalte.

So schnell die Bandbreiten auch steigen – diese Entwicklung ist nur durch die immensen Investitionen der Carrier in den Netzausbau möglich. Im vergangenen Jahr wurden laut Bundesnetzagentur rund vier Milliarden Euro in die Netze gesteckt. Seit 1998 kostete der Ausbau des Fest- und Kabelnetzes rund 93 Milliarden Euro. Der Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen wird in den kommenden Jahren nach Berechnungen des Bitkom weitere 30 bis 40 Milliarden Euro kosten. 

„Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist die flächendeckende Verfügbarkeit von superschnellen Internetverbindungen unverzichtbar“, so Bitkom-Präsident Dieter Kempf.


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Leserkommentare (4)

Ich | Mittwoch, 20. Juli 2011 13:20:27

Richtig

Hallo

Komme aus Raum Rastatt. In der Kernstadt wo eh schon 16 Mbit/s zur Verfügung stehen, machen sie VDSL bis 50 Mbit/s. In unseren Ortsteilen wo nur 384 bis garnix geht (Gehört auch zu Rastatt), machen sie garnix. KEéin Anbieter zeigt Interesse am wenigsten die Telekom. Bewohner wollen es selber zahlen (den Ausbau) , und Bürgermeister verbietet es.

Soviel dazu !!

Dann, die sogenannten weißen Flecken , werden doch nie Ausgebaut (mit DSL), weil alles mit LTE dort kommt, was teuer ist, Volumen begrenzt und nicht 100% zuverlässig (Wetter usw). Vodafone will ja sogar früher oder später DSL ganz abschaffen und überall über LTE gehen..

P.s Es gibt einen wo die 100MBit kann, die Kabelnetzbetreiber, wie Kabelbw, aber von den Telefonfirmen keiner.

Die wo es schon haben bekommen noch mehr und die wo nix haben bekommen auch nix. Das ist die Politik.

Dabei wäre ein Anbieter der ein 2500 Seelendorf ausbaut, hätte ja gleich 1000 Verträge aufeinmal, Kongurenz los. So Schlau sind die Anbieter halt nicht.

TelkoTalk | Dienstag, 19. Juli 2011 14:35:51

Das Bandbreitendilemma

Machen wir uns nichts vor, schon den Unterschied zwischen 6 und 16 Mbit/s merkt beim Surfen kaum jemand. Und schon gar nicht, wenn der Kunde noch das gute alte Windows XP nutzt und ihm niemand gesagt hat, dass für den vollen Genuss von 16 Mbit/s ein paar Handgriffe zu erledigen hat, die der Netzwerkartenhersteller im Treiber in 99% aller Fälle nicht gemacht hat: Das Receive Window größer als 16KB einstellen. Aber das sagt ihm kein Computerhersteller, kein Provider und in den seltensten Fällen der (Fach)Händler.

Dazu kommt noch der Umstand, das die tatsächlich erreichbare Geschwindigkeit von Kabellänge und Adernquerschnitt abhängt - auf beides hat aber nur die Telekom, der diese Kabel gehören, einen Einfluss. Ich finde prinzipiell solche Einheitstarife wie z.B. Alice sie anbietet, gut. Denn da muss derjenige, der die 16.000 bekommen kann, keinen Aufpreis mehr bezahlen. Und die Leute, bei denen nur 1000 ankommen, sollen sich nicht ärgern, für etwas zu bezahlen, was sie nicht bekommen können. Es steht ihnen ja frei, in eine Wohnung umzuziehen, wo eine höhere Geschwindigkeit verfügbar ist.

Das ist auch die einzige Sprache, die Bürgermeister verstehen: Wenn in Orten mit schlechter Versorgung die Leute in Scharen wegziehen, dann wird was gemacht. Dann kommt die Glasfaser usw. Vorher nicht. Vorher besteht kein Handlungsbedarf.

Skeptisch | Dienstag, 19. Juli 2011 13:24:31

alles nur Theorie

Hallo, muss meinem Kollegen recht geben. Warum soll ein Kunde 25Mbit oder mehr bezahlen wenn er aktuell nicht mal 6 oder 16 bekommt. Und den Kunden ist der Nutzen immer noch schwer zu vermitteln - viele wollen nur surfen (Chatten, Banking, informieren) dazu brauchts keine 25 oder mehr. Klar werden einige sagen "das ist doch Fachhändlers Aufgabe" Doch wenn die Versorgung selbst innerhalb von STrassenzügen oder Städten stark unterschiedlich ist, ist es schwer eine gezielte Werbung o. Aktion zu starten. Darum:
"erstmal die Bandbreite in der Breite auf ein stabiles, gleich hohes (6Mbit und mehr) Niveau bevor man mit 100Mbit anfängt"

TS | Dienstag, 19. Juli 2011 12:54:10

Erst einmal die beworbenen Bandbreiten bereitstellen

Anstatt Anschlüsse mit immer höheren theoretischen Geschwindigkeiten anzubieten, sollten die Provider erst einmal die beworbenen Bandbreiten realisieren. Von den vielfach von unterschiedlichen Providern angebotenen "bis zu 6 MBit/s" oder "bis zu 16 MBit/s" kommen beim Kunden oft gerade einmal etwa die Hälfte an.

Welche der Kunden, die sich auf diese Weise verschaukelt fühlen, sollen denn ihrem Provider trauen, wenn er dann 50 oder 100 MBit/s anbietet?

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