René Obermann stinkt der Regulierungsdrang der EU

René Obermann stinkt der Regulierungsdrang der EU

Der Telekom-Chef hat in einem Interview das Verhalten der EU-Kommission angeprangert, günstige Tarife für die Verbraucher durchsetzen zu wollen, dabei aber gleichzeitig die hohen Investitionskosten für die Unternehmen zu vergessen.

Telekom-Chef René Obermann ist mächtig sauer auf die EU-Kommission – wegen derer angeblicher Regulierungswut bei Breitbandnetzen. In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" klagte der Manager über das offensichtliche Bestreben der EU, „die Verbraucher und Wähler über sinkende Preise jubeln zu sehen“. Dabei würden aber völlig die Milliarden-Beträge außer acht gelassen, die für den Aufbau der modernen Netze aufgewendet werden müssten. In diesem Zusammenhang sprach der Manager von einer „Sünde an der europäischen Infrastrukturentwicklung“ – nämlich dass die einen viel in den Netzausbau investierten und andere die Netze günstig nutzen sollen.

Es sei absurd, donnerte Obermann weiter, dass die Telekom 50 Prozent Marktanteil beim Breitband halte, aber 100 Prozent der Fläche ausbauen soll – um diese dann den Wettbewerbern für einen niedrigen, regulierten Preis zur Verfügung zu stellen.

Erst kürzlich hatte die Telekom mitgeteilt, für das laufende Geschäftsjahr die Investitionen in den Breitbandausbau um 100 Millionen auf 200 Millionen Euro senken zu wollen. Die Ankündigung war auf scharfe Kritik der Wettbewerber gestoßen.


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Leserkommentare (4)

Oliver Riedel | Freitag, 21. August 2009 12:37:33

Jammern auf hohem Niveau

Herr Obermann vergisst bei allem Gejammere, dass die ach so bösen Wettbewerber durch den Resale der telekom-Produkte einen wesentlichen Teil dazu beigetragen haben, dass die Telekom jetzt diesen großen MArktanteil hat. Außerdem ist es nicht grad so, dass die Telekom den Netzausbau allein stemmen muss, die Wettbewerber legen da ja nicht unbedingt die Hände in den Schoß.

Und wegen dem befürchteten Zwang der Regulierer zu günstigen Tarifen: Die Kabelnetzbetreiber können auch günstigere Tarife als die Apothekerpreise der Telekom anbieten und müssen dabei ihr eigenes Netz sogar komplett allein ausbauen.

Kurt J. | Donnerstag, 20. August 2009 14:47:03

René Obermann stinkt der Regulierungsdrang der EU

Ich verfolge die ganze Angelegenheit seit längerem und kann René Obermann nur zustimmen. Druck erfolg seitens der EU die Netze auszubauen. Dafür aber mit minimalen Durchleitungsgebühren abgespeist zu werden, kann nicht akzeptiert werden.

Markus R. aus Erfurt | Donnerstag, 20. August 2009 13:59:53

René Obermann stinkt der Regulierungsdrang

Auch ich kann hier nur Zustimmen. Die DTAG macht die ganze Arbeit, soll den Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland als einziger vorantreiben und alle anderen bekommen keinen unerheblichen Teil vom Kuchen ab.
Das würde jedem anderen auch stinken.

Ich ziehe den Hut vor ihm, denn seine gesamte bisherige Leistung für den Konzern ist bisher beispielslos. Auch ein Kai U. Ricke oder R. Sommer bleibt hier hinten dran.

Gemeckert wird, wenn die Telekom, wie jetzt bei T-Systems, viele MA entlassen werden müssen. Aber das es einfach anders nicht mehr geht ohne Wirtschaftlickeit zu verlieren, vergessen viele. Die Telekom sollte entsprechend vom Bund und den Ländern für den Ausbau gefördert werden, und die Regulierungsbehörde sollte die Zügeln etwas lockern. Eine Erhöhung der TAL wäre ein Anfang, oder andere Provider sollten bei der Finanzierung einen gewissen Beitrag leisten

Mfg

Robin Z. | Donnerstag, 20. August 2009 08:14:24

Der Mann hat vollkommen recht!

Ich stehe voll und ganz hinter der Meinung von Herrn Obermann. Es kann wirklich nicht sein, dass die Deutsche Telekom AG den gesamten Netzausbau und die Netzpflege übernimmt, dabei noch die Nutzung IHRES Netzes durch andere gestattet und am Ende nur noch eine sehr knapp kalkulierte Durchlassgebühr erhalten soll!

Da ich selbst ehemaliger Mitarbeiter der Telekom bin, kann ich mir ein sehr gutes Bild davon machen, welcher Aufwand in die Weiterentwicklung und Instandhaltung der Breitband-Technik gesteckt wird und finde das alles auch einfach nur unverschämt von der Regulierungsbehörde der EU.

Es wurde wirklich Zeit, dass sich ein Mann getraut hat das an die Öffentlichkeit zu bringen, was schon vielen Mitarbeitern des Unternehmens lange unter den Nägeln brannte!

Viele Grüße,
Robin Z.

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