Breko: Telekom-Regulierung muss aufrecht erhalten werden

 
Breko-Präsident Ralf Kleint

Breko-Präsident Ralf Kleint

Der Bundesverband Breitbandkommunikation warnt davor, die Regulierungsbestimmungen gegenüber der Deutschen Telekom zu lockern.

Der Bundesverband Breitbandkommunika-tion (Breko) hält einen weiteren Abbau der Regulierung gegenüber der Telekom für unverantwortlich. Der Verband begründet seine Haltung mit den Ergebnissen der eigenen Erhebung "Marktdatenstudie 2011", die dem Ex-Monopolisten bei den Telefon- und Breitbandanschlüssen eine nach wie vor marktbeherrschende Stellung bescheinigt. So werden dem Breko zufolge auch im vierzehnten Jahr nach der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes noch 91 Prozent aller Telefonanschlüsse im Festnetz über die Infrastruktur der Telekom realisiert.

Den Verband beunruhigt insbesondere die Tatsache, dass die Telekom auch bei den Hochgeschwindigkeitsanschlüssen mit einer Bandbreite von 50 Mbit/s und mehr einen Marktanteil von 61 Prozent erreichen konnte. "Offenbar gelingt es der Telekom, ihre marktbeherrschende Stellung aus dem traditionellen Anschlussgeschäft auf die neuen Hochgeschwindigkeitsanschlüsse zu übertragen", sagte dazu Breko-Präsident Ralf Kleint.

Einen weiteren Abbau der Regulierung, wie er von der Telekom im Zusammenhang mit der anstehenden Novellierung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) gefordert wird, lehnt Kleint daher auch strikt ab: "Voraussetzung für eine weitere Rückführung der Regulierung wäre ein nachhaltiger und auf Dauer selbsttragender Wettbewerb, vor allem bei den Breitbandanschlüssen. Diesen Wettbewerbsstand haben wir noch nicht erreicht."


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Leserkommentare (2)

Manni | Mittwoch, 03. August 2011 14:04:08

Regulierung

Regulierung tut doch bisher nur gutes für den Wettbewerb. Warum nicht auflockern so lange der Wettbewerb keine eigene Infrastruktur vorhält? Warum sollen die Wettbewerber immer nur Einnahmen kassieren mit geringem Aufwand? Man sollte die Invest Kosten für den Wettbewerb festschreiben 10 € für die letzte Meile ist angebracht. Die Regulierungsbehörde sollte nur dann einschreiten wenn die Kosten innerhalb einer Frist von einem Jahr mit mehr als der normalen Teurungsrate ansteigen. Wir dürfen nicht vergessen das die Telekom immer noch der Investor für neue Netze ist, auch wenn die es so weit wie möglich zurückschrauben.Leider können die ständigen Preisspiralen nach unten keine Neuinvestitionen für DSL über Kabel auf dem platten Land zulassen. Die Schuld daran das die User auf den weißen Flecken nicht versorgt werden trifft einfach nur den Wettbewerb, denn nur der hat mit seiner ständigen Kostensenkung den ländlichen Wettbewerb vermasselt. Das soll man sich auch mal vorhalten.

Maik | Mittwoch, 03. August 2011 13:06:01

eine Frage dazu

Sicher möchten wir alle gerne einen gerechten Wettbewerb und günstige Preise, aber wie schaut es denn mit der Investitionsfreude der "nicht regulierten" Mitbewerber aus ? Wann fangen diese endlich an, Ihre eigenen Leitungen zu "verbuddeln", statt auf die kostspielige Vorarbeit der Telekom zu hoffen ? Seit Jahren immer die gleichen scheinheiligen Argumente, welche mich einfach nur noch nerven. Einzig bei Kabel Deutschland scheint man mitterweile anders zu denken.

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