Studie: Kein Festnetz, kein Geld
01.09.2010 Boris Boden
Deutsche, die ausschließlich mobil telefonieren und keinen Festnetzanschluss haben, sind keineswegs eine technische Avantgarde, sondern eher sozial benachteiligt.
Die Zahl der Menschen, die ihre komplette Kommunikation per Handy erledigt, nimmt immer mehr zu. Das Forschungsinstitut Infas hat jetzt herausgefunden, dass dies aber weniger an einer technischen Vorreiterrolle liegt, sondern meist finanzielle Gründe hat. So leben 13 Prozent aller Deutschen über 16 Jahre ohne Festnetzanschluss. In dieser Gruppe sind 34 Prozent unter 30 Jahre alt, 67 Prozent männlich, 48 Prozent Singles - und 34 Prozent Geringverdiener mit weniger als 1.000 Euro Monatseinkommen. Alle diese Zahlen liegen weit über dem Bundesdurchschnitt.
Sie lassen den Schluss zu, dass Prepaid-Karten für viele Menschen oft die letzte Möglichkeit zur Kommunikation sind, während ein Festnetzanschluss mit wachsendem Wohlstand Einzug hält. Der Wunsch, darüber schnelles Internet nutzen zu können, bringe laut den Forschern selbst sozial höhergestellte Smartphone-Nutzer ins Festnetz.
Die Ergebnisse stammen aus der sukzessiven Tiefenauswertung der Daten des Telekommunikationsmonitors von Infas.
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Leserkommentare (2)
ISDN-Service | Mittwoch, 01. September 2010 15:26:10
Handyterror
Ich empfinde es als Frechheit wenn man für jedes BlaBla auf dem Handy anruft. Für mich ist ein Handy ein Kommunikationsmittel für dringende Fälle. Alles andere gehört auf den Festnetzanschluss
Wenn ich im Büro bin ist das Handy aus!
Analyst | Mittwoch, 01. September 2010 13:34:39
Statistiken
Ich denke, man sollte die Statistik genauer beachten. Ich z.B. habe einen DSL Anschluss, nutze ihn aber nur für Internet und telefoniere ausschließlich über das Handy. Am Router ist überhaupt kein Festnetztelefon angeschlossen.