Angriff auf Facebook & Co.: Netzbetreiber wollen eigenen Messaging-Dienst starten

Um Umsatzrückgänge aus dem SMS-Geschäft zu kompensieren, wollen die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Germany einen eigenen Messaging-Dienst launchen. Der Name: RCS-e. 

Die Deutsche Telekom, Vodafone sowie Telefónica Germany wollen mit einem eigenen Messaging-Angebot an den Start gehen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus in seiner aktuellen Ausgabe. Auch der Name des Dienstes stehe bereits fest: Rich Communication Suite enhanced (RCS-e).

Der Hintergrund: Schon seit geraumer Zeit klingeln bei den Mobilfunknetzbetreibern die Alarmglocken. Weil immer mehr Handy-Nutzer auf größtenteils kostenlose Dienste wie Facebook, WhatsApp oder andere Messaging-Services umsatteln, droht eine bislang äußerst lukrative Einnahmequelle langsam zu versiegen: der Short Message Service (SMS).

So ist der Umsatz mit den einst so beliebten Kurzmitteilungen den Angaben zufolge allein in Deutschland von 3,8 Milliarden Euro im Jahr 2006 auf 2,8 Milliarden Euro gesunken. Im Jahr 2014 sollen es nur noch 2,1 Milliarden Euro sein. Und die Analysten sind sich sicher: Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones, die den Einsatz besagter Messaging-Dienste begünstigen oder sogar erst möglich machen, wird sich diese Entwicklung noch beschleunigen.

Um sich nicht von der aktuellen Ereignissen überrollen zu lassen, gehen die Netzbetreiber nun mit RCS-e in die Offensive. Mit dem Dienst lassen sich Textnachrichten ebenso verschicken wie Sprache, Bilder, Videos und andere Dateien.

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Kommentar der Redaktion

Stephan von Voithenberg
Stephan von Voithenberg, Leitung Online-Redaktion

RCS-e heißt also die neue Geheimwaffe, mit der die Netzbetreiber die Umsatzverluste im SMS-Geschäft kompensieren wollen. Doch die Einführung des neuen Messaging-Dienstes könnte zu spät kommen - zu viele Konkurrenzprodukte haben sich mittlerweile auf dem Markt etabliert, die darüber hinaus in der Regel auch noch kostenlos sind. RCS-e müsste da schon einen gewaltigen Mehrwert bieten, damit die Nutzer den Dienst annehmen - und für ihn bezahlen. 


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Leserkommentare (9)

Micha | Dienstag, 31. Januar 2012 14:10:04

WAS?

Ich betrachte mich mal als Endkunden. So. Es gibt hunderte Dienste mit denen ich kostenlos messagen kann. Wieso sollte ich umsteigen?

Kurzum: Ich muss allen Vorpostern zustimmen, ausser einem. Denn seid unbesorgt, kein Kunde im Zielgruppenalter wird ensthaft diesen Dienst "haben wollen" - was alle haben wollen, ist eine Flatrate zum mobilen surfen (u.a. für messenger ;) ), aber da Netzstrukturen ausbauen ja auch Geld kostet, wird daraus wohl nix. Also tut mal bitte nicht so als würde IRGENDWAS hier für den Kunden gemacht. Das ist nur dafür da Umsatzrückgänge wieder reinzuholen. Das wird nur nicht funktionieren.

FRAGILI | Dienstag, 24. Januar 2012 14:23:22

Wer berät denn da die Carrier?

Angriff auf Facebook & Co? - Na die werden aber zittern!

Das kommentiert man wohl am besten mit einem anglophilen "2 little 2 late". Wüsste gerne welche Berater dieses Projekt auf den Weg gebracht haben!

1. Wird "RCSe-fähige HW benötigt, was die Marktpenetranz kaum beschleunigen dürfte.
Zitat"..Erste Smartphones mit RCS-e sollen bereits im Frühjahr auf den Markt kommen. Was der Spaß kosten soll, steht bislang allerdings noch nicht fest..."Zitatende und
2. Soll der Dienst gegen Gebühr erfolgen.

Wahrscheinlich aber wird die prägnante Namensgebung der "Rich Communication Suite enhanced" (RCS-e) alles herausreissen, und meine Ironie bestrafen.

Man hätte lieber früher an dem Punkt "Glaubwürdigkeit" arbeiten sollen, denn wenn ein Kunde in vielen Tarifen weniger für eine SMS aus/im Ausland zahlt, als innerhalb der BRD, dann erzeugt das "kognitive Dissonanz";-).

Und warum Kunden für Dienste zahlen sollen, die es auch kostenlos gibt - das bleibt das Geheimnis der wahren Marketingexperten.

dbt | Dienstag, 24. Januar 2012 14:07:58

RCS-e

Super, dann kann ich über jetzt über die gefühlt 20. Messaging-Plattform mit meinen 10 Freunden in Verbindung bleiben.

*ironiemodusaus*

Bin vor allem sehr gespannt, wer davon einen Vorteil hat (Kunden, Netzbetreiber, Fachhandel, Hardwarehersteller).

Manager | Dienstag, 24. Januar 2012 13:34:02

Eplus

Oje Eplus,

Wieder mal tanzt der Netzbetreiber aus der Reihe und platziert sich als Außenseiter.
Dabei geht es gar nicht allein um den Erfolg des neuen Dienstes, sondern um die Wahrnehmung beim Endkunden.
Die Einführung wird von 3 Netzbetreibern vermarktet, kommuniziert und gepusht werden.
Davon werden also viele potentielle Kunden erfahren, die dann bei interesse an Eplus von diesen nicht bedienst werden können.

Es geht also zunächst nicht darum wieviele Kunden den Dienst brauchen - sondern wie viele ihn haben wollen (und sich deshalb gegen Grün entscheiden).

Smarty | Dienstag, 24. Januar 2012 13:18:22

Der Drops ist gelutscht :)

Die Mobilfunkanbieter haben viel zu lange viel zu viel an SMS verdient. Man beachte das SMS dem Anbieter kaum kosten verursachen und damit aber Milliarden gewinne machen... Der Goldesel der Mobilfunkanbieter scheint langsam träge und alt zu werden. Wäre in meinem Tarif keine SMS-Flat inklusive denk ich das ich gar keine SMS mehr schreiben würde.
Wenn doch, um jemandem zu sagen er möge sich doch whatsapp runterladen!
Ich denke RCS-e wird das Ruder auch nicht rumreißen aber das checkt offensichtlich nur E-Plus...

Fachhandel | Dienstag, 24. Januar 2012 12:52:04

RCSe

Ich denke das hängt sehr viel vom Preis ab und der Anbindung an die anderen Messenger. Denn auch wenn es die Netzbetreiber nicht gern hören: Durch ihre Preispolitik sind einige Kunden bereits zu Drittanbietern (Discounter) abgewandert. Ich gehe davon aus, daß diese Leute RCSe nicht nutzen können. Also müssen diese Leute mit anderen Diensten, z.B. WhatsApp arbeiten. Wenn es nahtlos klappt auch mit denen zu kommunizieren und der Preis auch paßt, sind die Chancen nicht so schlecht. Denn wie ein Vorposter schon gesagt hat, WhatsApp ist im ersten Jahr kostenlos und das auch nur bei Android. Apple- User müssen sofort bezahlen. Wenn die Netzbetreiber noch ein Schmankerl drauflegen, z.B. das der Datentransfer des Dienstes nicht vom Budget des "Schnellen" Datenvolumens abgezogen wird, könnte das klappen.

Sascha Baumann | Dienstag, 24. Januar 2012 12:22:26

WhatsApp

WhatsApp kostet unter Android ab dem 2. Jahr pro Jahr 2 Euro. Kostenlos ist nur das erste Jahr. Viele dürften das noch gar nicht gemerkt haben, weil bei denen das erste jahr noch gar nicht rum ist.
Und zu den Kosten bei den Netzbetreibern und deren neuer Idee wurde ja noch nix gesagt ...

skeptiker | Dienstag, 24. Januar 2012 12:22:12

skeptisch

uiuiui - ob das funktioniert, wag ich mal zu bezweifeln

unwichtig | Montag, 23. Januar 2012 17:26:03

Die Netzbetreiber und Ihre Versuche

Ich prophezeie jetzt einfach mal das dieses Thema mindestens genauso Floppt wie z.B. Vodafone 360

ich würde sagen ist jetzt schon zu spät der Zug ist abgefahren... wer braucht denn einen Client für den er auch noch was bezahlen muss wenns das ganze schon längst kostenfrei gibt?! Siehe eben WhatsApp Facebook, und hier muss ich (bei mir zumindest) nicht vorher nachschauen hat derjenige jetzt den Clint oder den anderen, wenn er nicht Whatsapp hat dann bekommt er halt ne normale SMS (Tendenz Fallend)... und bei meinem HTC wird WhatsApp sogar direkt mit meinen normalen Kontakten verknüpft und ist daher wirklich direkt nach zu vollziehen ob derjenige WhatsApp hat oder nicht.

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