Delikates Sex-Argument soll Handy-Verbot am Steuer kippen
Der Vorwurf: Das Handy-Verbot verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes. Die Begründung ist etwas delikat: Schließlich sei es auch nicht explizit untersagt, freihändig zu fahren, die linke Hand demonstrativ aus dem Fenster baumeln zu lassen oder eben Sex am Steuer – ob allein oder mit Begleitung – zu haben. Doch der entsprechende Paragraph der Straßenverkehrsordnung mit dem Handy-Verbot besagt, dass der Fahrzeugführer beide Hände am Steuer haben soll, um das Fahrzeug zu führen. Wenn der Gesetzgeber beim Erlass nicht nur an bestimmte Sexpraktiken gedacht hat, wären wohl auch kaum Liebesspiele mit beiden Händen am Steuer möglich.
So bricht der Herr Richter also eine Lanze für alle Auto-Telefonierer und macht gleichzeitig die Öffentlichkeit auf die Sex-Erlaubnis aufmerksam. Selbst wenn die höchste Instanz das Telefonieren weiter verbietet, kann immerhin der schwächelnden Geburtenrate wieder auf die Beine geholfen werden. Störende Anrufe des Ehepartners („Schatz, ich komme gleich“) müssten zudem beim Auto-Sex weiter nicht angenommen werden – das wäre ja gefährlich.
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Leserkommentare (4)
arxerex | Samstag, 29. August 2009 16:35:38
Handy telefonieren erlaubt
Ja schöne sache. Wenn handyverbot, sollte auch alles andere verboten werden. Und wie bitteschön soll das kontrolliert werden?
Eins ist klar: RAUCHEN AM STEUER IST VIEL GEFÄHRLICHER.
G.F.Ohland | Donnerstag, 27. August 2009 16:00:50
Finger ans Lenkrad
Während der Fahrt telefonieren lenks ab, Essen und Trinken aber auch und aufs Navi gucken und Bedienen erst recht. Alles verbieten, wir sind schließlich in Deutschland, da muss alles eine Ornung haben.
Klaus Berand, Partners in Europe AG | Freitag, 21. August 2009 14:28:17
Sex-Argument
Wenn das mal nicht nach hinten losgeht ;-D.
Wie ich die Deutsche Justiz einschätze, wird eher der Sex im Auto verboten, als das Handy-Verot gekippt.
Also lieber Richter:
Gute Idee, aber wenn das nach hinten losgeht, haben sie kaum noch Freunde.
Schönes Wochenende - und im Auto: Finger weg - vom Handy !
MR | Freitag, 21. August 2009 14:18:31
Handyverbot vs. Freisprecheinrichtung
Wenn sich heute einer keine Freisprecheinrichtung leisten kann oder möchte, aber glaubt, für sein Recht kämpfen zu müssen, mit dem Handy am Ohr im Auto telefonieren zu dürfen, dann tut er mir echt leid...