Funkwerk Dabendorf sucht neue Wege aus der Krise

FwD-Chef Lutz Pfister

Die Absatzeinbrüche auf dem Kfz-Markt haben Funkwerk Dabendorf schwer getroffen. Nun will sich der Freisprechspezialist sukzessive aus der Abhängigkeit von der Automobilindustrie lösen

Jahrelang war Funkwerk Dabendorf die Gelddruckmaschine in der Funkwerk-Gruppe - doch seit dem letzten Quartal 2008 macht die Weltwirtschaftskrise auch dem Freisprechspezialisten schwer zu schaffen. Kein Wunder: Rund 80 Prozent seiner Umsätze erwirtschaftet der Zubehöranbieter über das wichtige OEM-Geschäft - und da die gesamte Automobilindustrie derzeit am Krückstock geht, hat sich auch bei dem einstigen Vorzeigeunternehmen die Auftragslage deutlich verschlechtert.
"Vor der Krise haben wir insgesamt rund 5.000 Freisprecheinrichtungen am Tag produziert", so Geschäftsführer Lutz Pfister im Gespräch mit Telecom Handel, das im Rahmen einer Vertriebspartnerveranstaltung in Dabendorf stattfand. "Derzeit sind es rund 3.000 Anlagen - mit weiterhin rückläufiger Tendenz."
Auf die negative Geschäftsentwicklung hat Funkwerk Dabendorf mit verschiedenen Maßnahmen schnell reagiert: So musste bislang zwölf Angestellten die betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen werden, eine weitere "Anpassung der Mitarbeiterstruktur" wollte Pfister nicht ausschließen. Zudem herrscht seit 1. Januar Kurzarbeit in allen Geschäftsbereichen - außer in der Vertriebs- und Entwicklungsabteilung.
Doch dies wird nicht ausreichen, um das angeschlagene Unternehmen schnell wieder auf Kurs zu bringen. Das weiß auch Pfister, der nun mit einer veränderten Strategie den konjunkturellen Unwegsamkeiten Paroli bieten möchte. Diese sieht zum einen vor, das Nachrüstgeschäft nachhaltig zu stärken - in Deutschland, aber vor allem im europäischen Ausland. Vor diesem Hintergrund hat Funkwerk Dabendorf bereits einige neue Distributoren als Vertriebspartner gewinnen können, hierzulande unter anderem den Zubehörriesen Hama.
Flankiert wird die Vertriebsoffensive durch zahlreiche neue Nachrüstprodukte: Zu diesen zählen unter anderem ein Festeinbautelefon, ein universaler Halter für die Bluetooth-Anlagen der Ego-Serie, neue Lösungen zur Lenkradanbindung sowie der Universalhalter "Ego Uni", der als Bedienteil für den Einsatz in allen Fahrzeugtypen Verwendung findet.
Die zweite strategische Kursänderung dürfte hingegen nachhaltiger wirken: "Wir werden unser Produktportfolio erweitern, um nicht mehr ausschließlich am Tropf der Automobilindustrie zu hängen", so Pfister. Konkret bedeutet dies, dass Funkwerk Dabendorf neue Lösungen anbieten wird, die nicht mehr ausschließlich dem automotiven Bereich zuzuordnen sind. "Das wird auch für den Fachhandel ein interessantes Thema werden", orakelte Pfister. Konkrete Details über die neuen Produkte will der Geschäftsführer allerdings erst Ende Juni verraten.
Sehr wahrscheinlich ist aber, dass in diesem Zusammenhang vor allem die von Funkwerk Dabendorf entwickelte Hochfrequenzverstärkertechnik (Compenser) eine entscheidende Rolle spielen wird.
Der Hintergrund: Compenser verstärken schwache Mobilfunksignale auf eine Distanz von über 20 Kilometer und wurden bislang von Funkwerk Dabendorf für einen besseren Handy-Empfang in Fahrzeugen verbaut. Angebracht an Häusern könnten diese aber auch als stationäre Lösungen in solchen Regionen zum Einsatz kommen, in denen Breitbandzugänge noch nicht flächendeckend in ausreichender Qualität verfügbar sind.

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