Im Test: Das Biker-Navi Garmin zumo 660

Das Motorrad-Navi zumo 660 übernimmt die besten Features des Vorgängers und bietet durchdachte zusätzliche Funktionen - Größeres Display sorgt für mehr Übersicht, Text-to-Speech ermöglicht schnelle Orientierung - Umfangreiches Kartenmaterial mit Routen für Biker

Gerade beim Motorradfahren kommt es nicht unbedingt auf den schnellsten Weg von A nach B an, die Route muss vor allem landschaftlich schön sein und mit einer guten Streckenführung überzeugen. Mit diesem Bild im Kopf setzt sich so mancher Biker am Vorabend eines Ausflugs mit dem altgedienten ADAC-Straßenatlas an den Schreibtisch und versucht eine schöne Strecke auszutüfteln.
Die erforderlichen Abbiegevorgänge werden dann kompakt auf einem Zettel zusammengeschrieben und im Tankrucksack verstaut. Mittlerweile geht das Ganze auch wesentlich einfacher, wie Garmin mit der Neuauflage seines wasserdichten Biker-Navis zeigt. Der neue zumo 660 beerbt den zumo 550 und hat bereits rund 800 Motorradtouren mit mehr als 200.000 Kilometern Strecke an Bord.
Telecom Handel testete das neue Navi im Live-Einsatz auf seine Alltagstauglichkeit. Während für das Vorgängermodell noch stattliche 849 Euro fällig wurden, mutet der zumo 660 mit einem Preis von 599 Euro fast schon wie ein Schnäppchen an. Zwar ist TMC geschweige denn TMCpro nach wie vor nur gegen Aufpreis erhältlich, dafür bietet der neue zumo Features, die wir im Vorgängermodell noch vermisst haben.
So ist der Bildschirm mit einer Diagonale von 4,3 Zoll deutlich größer geworden, und auch die Darstellung erschien im Test kontrastreicher. Die Lesbarkeit bei Tageslicht geht in Ordnung, bei direkter Sonneneinstrahlung ist aber - wie bei allen Geräten mit LC-Display - fast nichts auf dem Touchscreen zu erkennen. Die Anzeige selbst erfolgt gewohnt flüssig, die neue dreidimensionale Landschaftsdarstellung mit 3D-Gebäuden erleichtert die schnelle Orientierung. Wer die Route nicht schon am Vorabend zu Hause über den PC auf den zumo lädt, kann sein Fahrziel auch direkt am Gerät schnell und problemlos eintippen. Für die Bedienung mit dem Motorradhandschuh lässt sich das Tastaturfeld auf wenige Buchstaben einschränken, die Eingabe gestaltet sich damit aber sehr mühsam.
Anders als beim Vorgänger fehlen aber echte Tasten, etwa zur Änderung der Lautstärke. Ist das Ziel einmal eingegeben, berechnet der zumo relativ zügig die schnellste und die kürzeste Route sowie die Luftlinie. Leider steht keine Option "schönste Strecke" zur Verfügung.
Die Übertragung der Sprachkommandos erfolgt über ein kabelgebundenes Headset oder via A2DP auf ein Bluetooth-Headset. Beides legt Garmin leider nicht bei, beim Konkurrenten TomTom Rider 2 bekommt der Kunde immerhin ein Cardo-Headset dazu. Die Koppelung eines Headsets gelang im Test problemlos, die Routenanweisungen kamen fast immer rechtzeitig und waren eindeutig. Den Blick aufs Display kann man sich in den meisten Fällen sparen, denn dank Text-to-Speech sagt der zumo auch Straßen- und Ortsnamen an, was die Orientierung enorm erleichtert.
Auch fürs Auto
In den meisten Fällen besitzt ein Motorradfahrer auch ein Auto und möchte auch hier auf Navigation nicht verzichten. Während TomTom-Nutzer für den Rider 2 eine separate Autohalterung mit Lautsprecher erwerben müssen, können Garmin-Kunden den zumo 660 über die mitgelieferte kompakte Saugnapfhalterung leicht an der Frontscheibe befestigen, ein Lautsprecher ist bereits integriert. Die Halterung fürs Motorrad kommt von RAM Mount und sitzt nach wenigen Handgriffen bombenfest am Lenker. Auch die Stromverbindung zur Batterie ist leicht zu legen.
Garmin hat beim zumo 660 die Vorzüge des Vorgängers übernommen und einige durchdachte neue Features dazugepackt. Der Preis ist zwar immer noch recht hoch, dafür bekommt der Kunde aber ein äußerst robustes Navi mit hoher Alltagstauglichkeit und umfangreichem Kartenmaterial. Schönwetterbiker kommen sicher auch ohne Motorrad-Navi aus, wer jedoch öfter den Helm aufsetzt, findet im zumo 660 einen zuverlässigen Begleiter, der zudem auch im Auto seinen Dienst versieht.

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