Navi-Test: Mio C620T

Mio C620T

Das neue Navi zeigt neben durchdachten Features einige wenige Schwächen

Mio Technology ist hierzulande noch ein eher unbekannter Player auf dem Markt für Navigationsgeräte. Das soll sich nun ändern, seit Ende 2007 werden über den Distributor Bulltech die ersten Geräte in Deutschland vermarktet. Telecom Handel hat das aktuelle Modell Mio C620T -einem ausführlichen Test unterzogen und dabei neben etlichen gut umgesetzten Features auch manche Schwachstelle entdeckt. Rein äußerlich macht das 4,3-Zoll-Gerät einen hochwertigen Eindruck, und dank seiner geringen Tiefe findet das C620T auch in der Hosentasche Platz. Über die mitgelieferte Saugnapfhalterung lässt sich das Navi problemlos an der Windschutzscheibe befestigen. Vor der ersten Inbetriebnahme kann der Nutzer seine Outlook-Kontakte auf das Gerät spielen, diese direkt im Navigationsmenü nutzen und über die integrierte Freisprecheinrichtung auch anrufen. Das Pairing mit dem Handy geht dabei sehr schnell, allerdings können die Kontakte des Mobiltelefons nur zum Telefonieren und nicht zur Navigation verwendet werden.Das Menü des Navigationsgeräts zeigt sich aufgeräumt und in den meisten Fällen auch logisch gegliedert. Positiv und leider immer noch nicht bei allen Navigationsgeräten Standard: Egal wie tief man sich in den Untermenüs befindet, mit -einem einzigen Klick kommt man beim C620T wieder zurück zum Hauptmenü. Lediglich bei der Zieleingabe zeigen sich kleinere Mängel: Das Navigationsgerät erkennt zwar während des Tippens die noch möglichen Buchstaben; um eine Liste der Ziele zu erhalten, bedarf es jedoch noch eines weiteren Klicks. Auch die anschließende Bestätigung des Ziels hätte mit weniger Tas-tendrücken gelöst werden können. Dafür geht die Routenberechnung sehr zügig vonstatten, das Gerät berechnet neben der schnells-ten Route zeitgleich auch die kürzes-te sowie die ökonomischs-te und zeigt alle untereinander an. Der Fahrer muss nur noch die gewünschte Route anklicken, und die Zielführung startet.

Und hier sind leider auch die größten Schwächen des neuen Navigators zu finden: Die Sprachanweisungen kommen mitunter nicht rechtzeitig und zwingen den Fahrer so zu teils waghalsigen Manövern, wenn er der Route folgen möchte. Gerade innerhalb von Städten oder bei Autobahnkreuzen macht sich dieses Manko bemerkbar. Ansonsten bietet das C620T dem Fahrer viele Möglichkeiten, seine Route zu personalisieren. Bei den Routeneinstellungen kann neben Taxi, Pkw, Lkw, Bus, Radfahrer und Fußgänger auch die Option "Notfall" eingegeben werden. Die einzelnen Einstellungen lassen sich auch -separat verändern, etwa nach "Genehmigung notwendig", "U-Turn", "Autobahn" oder "Mautstraßen". Gut durchdacht zeigt sich die Bildschirmdarstellung während des -Fahrens: Durch einen Klick kann ein Untermenü aufgerufen werden, das Informationen unter anderem über Fahrzeit, PoI, TMC-Meldungen und andere Routendaten liefert. Die darin enthaltenen Informationen können vom Benutzer selbst definiert werden. Das Mio wird unter anderem damit beworben, dreidimensionale Modelle berühmter Sehenswürdigkeiten - 1.500 für ganz Europa - anzeigen zu können. Im Alltagsgebrauch ist dieses Fea-ture aber höchstens dann sinnvoll, wenn man anhand der Gebäude die Entfernung auf der Route abschätzen möchte. Auch die Darstellung der Höhenunterschiede im Terrain ist in der jetzigen Form kaum mehr als eine nette Spielerei ohne echten Nutzen bei der Navigation.Insgesamt hinterlässt das Mio C620T einen positiven Eindruck. Auf der einen Seite überzeugt es mit durchdachten Features und sehr schneller Routenberechnung, auf der anderen Seite zeigt es gerade in der Hauptdisziplin Schwächen. Hier bleibt zu hoffen, dass gerade bei den oft verspäteten Fahranweisungen ein Software-Update bald Abhilfe verschafft.

Internet: www.mio-tech.be

Karten: 22 Länder Westeuropas

Dynamische Navigation: TMC

Display: 4,3 Zoll; 320 x 240 Pixel

Preis: 399 Euro

+ sehr schnelle Routenberechnung

+ logische Menüstruktur

+ viele Möglichkeiten zur Personalisierung

- Fahranweisungen nicht immer rechtzeitig

- Stauumfahrung teils unlogisch

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