Navi-Test: TomTom Rider 2

TomTom Rider 2

Das aktuelle Bikernavi Rider zeigt im Test Nehmerqualitäten

Motorradfahren bedeutet Freiheit. Doch diese Freiheit kann ein jähes Ende finden, wenn sich die Tanknadel nach unten neigt und weit und breit keine Tankstelle in Sicht ist. Mit der aktuellen zweiten Ausgabe des Bikernavis Rider aus dem Hause TomTom gehören Zitterpartien zur nächsten Zapfsäule endgültig der Vergangenheit an: Das Navi routet nach zwei Berührungen des Touchscreens automatisch zur nächsten Tankstelle. Um die Bedienbarkeit zu erleichtern, schaltet das Gerät, sobald es in der Halterung sitzt, automatisch von sechs Menüpunkten auf vier um. Die Eingabe von Zielen funktioniert auch mit Handschuhen relativ gut, eine Planung ist außerdem am PC möglich. Bei der Routenerstellung können wie bei TomTom üblich Zwischenstopps eingeplant werden, die Optionen "kürzeste Route" und "Autobahnen meiden" lassen sich aber leider nicht kombinieren.

Schneller Rechner
Die Routenberechnung erfolgt äußerst schnell, auch die Anzeige zeigt sich flüssig und gewohnt übersichtlich. Dabei sollte sich der Fahrer jedoch besser auf die Ansagen der nächsten Fahrmanöver verlassen denn auf das Display. Dieses ist gerade bei Sonneneinstrahlung und durch das Visier des Helms kaum abzulesen. Dafür kommen die Sprachanweisungen stets rechtzeitig und geben keinen Grund zum Rätselraten. Praktisch: In der neuen Version packt TomTom ein Bluetooth-Headset von Cardo ins Paket, das mit dem beiliegenden Werkzeug sowohl an Jet-Helmen als auch in Integralhelmen montiert werden kann. Oberhalb einer Lautstärkeeinstellung von 80 Prozent macht sich jedoch ein Knistern und Quäken bemerkbar, der Lautsprecher ist dann schlichtweg überfordert. Im Regelfall ist allerdings eine solch -hohe Lautstärkeeinstellung nur bei -Geschwindigkeiten von mehr als 160 km/h erforderlich, in unserem Test war die Verständlichkeit auch bei 100 km/h gut. Die Betriebsdauer des Headsets gibt TomTom mit bis zu sieben Stunden an, im Test kam das Gerät auf fünf Stunden. Weniger ausdauernd zeigte sich der Akku des Navigationsgeräts, nach rund dreieinhalb Stunden war Schluss. Da Motorradtouren in der Regel aber länger dauern, hat TomTom ein Montagekit zum Anschluss an die Fahrzeugbatterie dazugelegt. Das Anklemmen ist auch für Laien innerhalb einer halben Stunde zu machen, danach wird der Rider permanent mit Strom versorgt, sobald er sich in der Halterung befindet. Diese kommt vom renommierten Hersteller RAM und sitzt unverrückbar an der Lenkstange fest. Selbst bei einem Testausflug mit der Enduro ins Gelände blieb das Navi -stabil in der Halterung. Auch von Schmutz und Wasser zeigte sich das TomTom unbeeindruckt, der IPX7-Standard garantiert echte Wasserdichtheit. Kleiner Wermutstropfen: Alle Biker, die den Rider auch im Auto verwenden wollen, müssen für rund 80 Euro eine separate Halterung mit integrierter Freisprecheinrichtung erwerben.

Von kleinen Schwächen abgesehen bietet der Rider auch in der zweiten Ausführung alles, was das Bikerherz begehrt. Die einzige echte Alternative, das zumo 550 von Garmin, hat zwar einige Features mehr, ist dafür aber auch deutlich teurer als das TomTom. Für 599 Euro in der Europa-Version hat der Marktführer ein grundsolides Navi im Portfolio, das auch gehobenen Ansprüchen genügen kann.

Internet: www.tomtom.com

Karten: DACH, Europa

Dynamische Navigation: TomTom plus (kostenpflichtig)

Display: 3,5 Zoll, entspiegelt

Preis: ab 499 Euro (DACH)

+ robustes Gehäuse

+ gute Bedienbarkeit

+ umfangreiches Zubehör

- kein TMC

- schwacher Akku

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