Update: Frauenpower bei der Telekom
04.07.2011 Stephan von Voithenberg
Der Bonner TK-Anbieter will Medienberichten zufolge drei der insgesamt acht Vorstandsposten mit Frauen besetzen.
Es wäre nicht nur eine Premiere bei der Deutschen Telekom, sondern generell ein bislang einmaliger Vorgang bei einem DAX-Konzern: Medienberichten zufolge plant der Bonner TK-Anbieter, den bislang ausschließlich mit Männern besetzten Vorstand mit insgesamt drei Frauen zu verstärken. Wie die Nachrichtenagentur Reuters und das "Handelsblatt" berichteten, will Telekom-Chef René Obermann konkret die Vorstandsbereiche Europa, Personal sowie Datenschutz neu mit Managerinnen besetzen. Zuvor hatte Obermann sein Unternehmen bereits auf eine Frauenquote für Führungsposten verpflichtet.
Auch Namen werden bereits kolportiert: McKinsey-Partnerin Claudia Nemat soll in Zukunft das schwierige Europa-Geschäft leiten - Vorgänger Guido Kerkhoff hatte im Februar entnervt das Handtuch geschmissen, nicht zuletzt wegen anhaltender Probleme bei der griechischen Tochter OTE. Für das Personalressort ist unter anderem die CDU-Politikerin Marion Schick im Gespräch, so Reuters weiter. Die 52-Jährige war bis zur Abwahl der schwarz-gelben Koalition im Frühjahr Kultusministerin von Baden-Württemberg.
Noch unklar ist, wer die Nachfolge von Datenschutzvorstand Manfred Balz antreten könnte. Der 66-Jährige habe zwar noch einen Vertrag bis Herbst 2012, könne aber früher ausscheiden, so das Handelsblatt unter Berufung auf einen Insider weiter.
Update:
Die Gerüchte haben sich bestätigt. Die Deutsche Telekom besetzt tatsächlich zunächst zwei ihrer acht Vorstandsressorts mit Frauen: Wie bereits vermutet, übernimmt Claudia Nemat ab Anfang Oktober den Vorstandsbereich Europa. Auch die zweite Personalie hat sich bestätigt: Marion Schick wird im nächsten Jahr das Personalressort von Thomas Sattelberger übernehmen.
Telekom-Chef René Obermann begrüßte die Entscheidung des Aufsichtsrats: "Ich schätze beide außerordentlich und habe mich sehr für die Benennung von Claudia Nemat und Marion Schick stark gemacht. Sie bringen die nötigen fachlichen und menschlichen Voraussetzungen mit, um in den nächsten Jahren den Umbau der Deutschen Telekom an zwei wesentlichen Stellen des Konzerns weiter voran zu treiben."
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Leserkommentare (3)
KI | Mittwoch, 06. Juli 2011 10:58:14
Telekom
Die Telekom hat seit Jahren keine tollen Tarife oder Innovationen mehr gebracht. Seit dem Fall des IPhone Monopols sinkt auch die Kundenzahl stetig. Warscheinlich will die Telekom so auf sich aufmerksam machen ?
TS | Dienstag, 05. Juli 2011 16:02:59
Es sind noch viele andere Quoten denkbar!
Die Telekom führt also eine Frauenquote ein. Fantastische Idee. Sie sollte auch mal daüber nachdenken, eine Schwulenquote, eine Türkenquote, eine Asiatenquote, eine Kinderquote, eine Vegetarierquote, eine Florian-Sibereisen-Fan-Quote, eine Inkontinenten- und noch alle möglichen anderen Quoten einzuführen.
Aber jetzt mal ernsthaft: Ziel eines wirtschaftlich denkenden und handelnden Unternehmens sollte stets sein, die vakant werdenden Stellen adäquat zu besetzen, also jeweil mit einer Person, die die entsprechende Qualifikation mitbringt.
Ob diese Person dann ein Mann oder eine Frau ist, ein hellhäutiger, sommersprössiger Blondschopf oder ein dunkelhäutiger, schwarzhaariger Afrikaner usw. sollte doch sekundär sein.
wormhole1923 | Dienstag, 05. Juli 2011 12:59:39
lächerlich
Da ich selbst bei der Deutschen Telekom arbeite, finde ich es lächerlich diese Stellen "auf Zwang" zu besetzen. Da wird nicht geschaut, ob die dann auch die nötige Qualität bringen. Wobei, schlimmer kann es kaum werden. Und das der Herr Obermann nicht an seinem Stuhl sägen lässt, sagt auch eine Menge darüber aus, wie wichtig es der Telekom ist tatsächlich etwas zu verändern im Unternehmen.