500.000 Euro Strafe wegen unerlaubter Telefonwerbung
29.01.2010 Roland Bernhard
Die Bundesnetzagentur geht gegen mehrere Unternehmen und Call-Center wegen des Verbots von Telefonwerbung sowie der Missachtung der Rufnummernanzeigepflicht vor.
Nach dem Inkrafttreten der Änderungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und des Telekommunikationsgesetzes (TKG) am 4. August 2009 geht die Regulierungsbehörde nun rigoros gegen Verstöße vor. In insgesamt neun Verfahren wurden Bußgelder in Höhe von einer halben Million Euro verhängt. Die betroffenen Unternehmen hatten unerlaubte telefonische Werbeaktionen ohne die ausdrückliche Einwilligung der Angerufenen durchgeführt oder Call-Center mit der Durchführung der Werbeanrufe beauftragt. Bußgeldrelevant war in einigen Fällen auch die Rufnummernunterdrückung bei Werbeanrufen.
Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, wundert sich über das Verhalten der betroffenen Firmen: "Das ersichtliche Desinteresse einiger Unternehmen am seit langem gesetzlich bestehenden Verbot unerlaubter Telefonwerbung ist nicht akzeptabel. Wettbewerbsvorteile auf Basis telefonischer Belästigung können Verbrauchern nicht zugemutet werden. Wir setzen mit diesen Bußgeldern ein deutliches Signal, dass wir Rechtsbruch nicht tolerieren.“
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Leserkommentare (5)
Wolfgang Klemme, MW-Text | Mittwoch, 10. Februar 2010 10:33:52
Bundesnetzagentur sagt nichts Konkretes...
Ich habe die Bundesnetzagentur auf Grund dieser Pressemitteilung angeschrieben und um Nennung der betroffenen CallCenter bzw. unternehmen gebeten. Die Antwort fiel negativ aus: Zitat aus der E-Mail-Antwort "Die Bundesnetzagentur hat entschieden, von einer Veröffentlichung der Namen der mit einem Bußgeld belegten Unternehmen vorerst abzusehen."
Warum nur? Angst vor der eigenen Courage oder Schein-Aktionismus?
Ich habe jedenfalls nochmals nachgefasst und den Vorgang auch in cc: an die Telecom Handel geschickt. Nun bin ich gespannt...
Fritz | Montag, 01. Februar 2010 18:45:08
schmunzel
Schon witzig. Ausgerechnet heute hat mich ein Kunde angerufen und berichtet, daß er (ungenehmigt) von Vodafone angerufen wurde und ihm erklärt wurde, daß er auch wärend einer bestehenden Vertragslaufzeit zu Vodafone wechseln kann, da sie mit der Telekom zusammen arbeiten.
Will man jedoch als seriöser Fachhändler Verträge vermitteln wird man wie ein potzentieller Verbrecher behandelt
BL | Montag, 01. Februar 2010 16:37:20
500.000 Euro Strafe klingt gut, nutzt nix
......aber wie heißt es so schön "wir sind auf dem richtigen Weg" na ja.
Übrigens halte ich von Callcentern generell nichts oder hat schon mal jemand für sein teures Geld eine fachlich sinnvolle und korrekte Antwort bekommen.
Dann kommen sie zu uns in das Ladengeschäft und lassen ihren Zorn am Tresen aus.
Schöne Zeiten!
Rainer | Montag, 01. Februar 2010 14:52:55
...und was soll das bringen?
Nicht, dass ich ein Freund dieser Telefonwerbung wäre, aber außer mal wieder ein paar Arbeitslose mehr aus dem Niedriglohnsektor wird sich eh nichts ändern.
Die Call Center, die schon immer einigermaßen sauber gearbeitet haben, haben nichts zu befürchten und die Drücker-Mafia wird uns dann demächst halt aus Polen oder Tschechien anrufen. Telefonieren - auch international - kostet doch nichts mehr....
MK | Montag, 01. Februar 2010 14:16:06
... es wird auch endlich Zeit
Durch die in meinen Augen meist nicht so sehr "seriös" arbeiteten Callcenter haben wir jede Woche Beschwerden im Haus die wir, der Fachhändler vor Ort dann "lösen" soll...Das Geld für die VVL steckt aber das Callcenter ein...
Ich würde alle Callcenter verbieten weil dem Fachhandel dadurch nur die hochwertigen Kunden, die Wenigtelefonierer will eh keiner, abgenommen werden und wenn es dann Probleme gibt wird der Kunde doch wieder zum FH geschickt