Händler-Interview: Lohnt sich Energie-Vermarktung?
06.05.2010 Silvia Flier
Die Energie-Vermarktung birgt Potenzial, aber auch Hürden und Fallstricke. Helmut Stoller, Inhaber des Mobilfunkshops „schnurlos“, berichtet im Gespräch mit Telecom Handel über seine ersten Gehversuche im Energie-Geschäft.
Helmut Stoller steht unter Strom: Seit kurzem vermarktet der Inhaber des Handyshops „schnurlos“ Energie. Mit Telecom Handel sprach er über seine ersten Erfahrungen – die guten wie die schlechten.
Telecom Handel: Energie ist derzeit ein heißes Thema in der TK-Branche. Seit wann vermarkten Sie Strom- und Gastarife?
Helmut Stoller: Meinen ersten Versuch habe ich schon 2000 gestartet, aber ohne Erfolg. Ich habe damals bei diversen Stromanbietern angefragt. Es gab keine Resonanz. Nun habe ich Vertriebspartner gefunden, die den direkten Kontakt zu den Stromanbietern haben.
Mit wem arbeiten Sie zusammen?
Stoller: Ich bin Vertriebspartner bei HFO Energy, Portalhaus.de, ICS Energie, Verivox.
Wie sind Sie als Mobilfunk-Experte auf die Idee gekommen, in dieses Business einzusteigen?
Stoller: Strom nutzt jeder, der Markt ist enorm. Ich habe den Energie-Markt seit der Liberalisierung interessiert verfolgt. Nun schaue ich mir die Vertriebsseite an.
Wie läuft das Geschäft mittlerweile an?
Stoller: Energie ist definitiv ein schwieriges Thema. Ich muss noch viel lernen, viel Überzeugungsarbeit leisten. Die Kunden sind träge und wollen sich nicht gern mit der Thematik auseinandersetzen. Aber die Krokodile werden sich durchsetzen.
Was meinen Sie denn damit?
Stoller: Das Krokodil ist ein schlaues Tier, das sich vom Instinkt leiten lässt und auch in schlechten Zeiten überlebensfähig ist. Das Krokodil legt sich beharrlich auf die Lauer, beobachtet, um sich dann seine Beute im richtigen Moment zu schnappen.
Ist der richtige Moment für Sie schon gekommen? Wie ist die Resonanz?
Stoller: Noch sehr zurückhaltend. Die Leute halten gern am Gewohnten fest. Sie lassen sich nicht gern in die Rechnung schauen. Auch haben sie sehr große Angst, dass der Strom abgeschaltet werden könnte.
Wie schaffen Sie es dennoch, den einen oder anderen Kunden zum Anbieterwechsel zu bewegen?
Stoller: Beharrlichkeit ist das A und O. Man muss akribisch und beständig arbeiten, immer am Ball bleiben, nachhaken – einfach die Trägheit des Kunden überwinden und sich von einem ersten ,Nein‘ nicht einschüchtern lassen. Ich muss den Kunden überzeugen, dass ein Wechsel risikolos ist und er mit meinem Service Geld spart.
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Leserkommentare (4)
Ich | Donnerstag, 06. Mai 2010 12:30:24
Ja es Lohnt sich
Für mich lohnt es sich. Hba Eprimo und Evita Und jeder 3 Kunde macht zu seinem Telefonvertrag auch einen Strom/Gas Auftrag,
Man muß es nur Aktiv anbieten.
S.Stefan | Donnerstag, 06. Mai 2010 12:17:46
Energieversorgungsangebote im TK-Handel
Mir erscheint es wie das Phänomen in der Immobilienbranchn for einigen Jahren.
Als nichts mehr ging sind die Makler dazu übergegangen auch Versicherungs- und Finanzdienstleitungen anzubieten.
Also Geschäfte zu machen letztlich um jeden Preis ohne den Bedarf des Kunden im Auge zu haben noch über eigene Markt- und Produktkenntnisse zu verfügen.
Alles in allem etwas zweifelhaft das Ganze
Andreas B | Donnerstag, 06. Mai 2010 12:06:42
Stromer
...vollkommen richtig, Robert G.
Robert G. | Donnerstag, 06. Mai 2010 11:04:24
Stromer...
Kennen Sie den Ausdruck "Stromer" für einen umherstreunenden Hund, der ein lieber Kerl ist, dem man aber nicht um die Ecke traut?
Lesen SIe mal Internetforen über Erfahrungen mit Stromanbietern:
Inkompetente Hotlines, Warteschleifen, Versprechungen, nichts klappt.
Pleite gegangene Stromhändler, die natürlich Vorauszahlung wollten -> Originalversorger liefert zwar weiter (ist Gesetz), will aber nochmal Geld.
Meine örtlichen Stadtwerke tun eine Menge für die lokale Infrastruktur (Busse, Bahnen, Schwimmbad, etc.) Soll das alles auf dem "Billich Billich Billich" Altar geopfert werden? Nein danke.
Dann lieber stromsparende Endgeräte. Die kaufe ich im Fachgeschäft, wo der Meister mich persönlich berät und sie auch anschließen kann. Kostet unterm Strich auch nicht weniger.
Und Vergleichsportale im Internet? Sind größtenteils "beeinflußt", weil sie mit dem Verkauf vom Stromverträgen Geld verdienen wollen.