Skandal-Interview: "Alice" verteidigt Gaddafi-Clan

 
Vanessa Hessler alias "Alice"

Vanessa Hessler alias "Alice"

Das Werbegesicht von Telefónica Germany, Vanessa Hessler, war vier Jahre mit Mutassim Gaddafi liiert, Sohn von Libyens Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi. In einem Interview hat sie nun Verständnis für den Tyrannen-Clan zum Ausdruck gebracht. 

Riesenwirbel um Vanessa Hessler: Das italienische Model, das als "Alice" für den Münchner TK-Anbieter Telefónica Germany wibt, war vier Jahre lang mit Mutassim Gaddafi liert, Sohn von Libyens Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi. In einem Interview mit der italienischen Zeitschrift "Diva e Donna" sprach Hessler nun über ihre Liason zu Mutassim, der wie sein Vater am 20. Oktober von libyschen Rebellen getötet worden war. Dabei gab das Model laut "Bild.de" Ansichten zum Besten, die wohl nicht nur bei den Marketingverantwortlichen von Telefónica Germany für schwere Atemnot gesorgt haben dürften. 

"Seine Familie, seine Brüder sind nicht so, wie sie immer dargestellt werden. Das sind ganz normale Menschen", so Hessler über den Gadddafi-Clan, der sein Volk jahrzehntelang grausam unterdrückte. Das libysche Volk hingegen sei ihr gar nicht so arm vorgekommen. Und die Rebellen wüssten nicht, was sie tun, so das Model weiter.

Der Tod ihres Ex-Geliebten, immerhin Kommandeur von Gaddafis Leibgarde und nationaler Sicherheitsberater, habe sie "sehr traurig" gemacht - Mutassim und Hessler hatten sich getrennt, bevor die Unruhen in Libyen den Sturz des Gaddafi-Regimes einleiteten. Ihre Sorge gelte nun dem flüchtigen Rest der Gaddafi-Familie. 

Telefónica Germany fürchtet indes einen schweren Imageschaden durch das naive Weltbild ihrer hübschen Werbeträgerin. Laut "Stern.de" hat das Unternehmen nun eine Stellungnahme von Hessler eingefordert, in der sie klar stellen soll, dass ihre Äußerungen rein privater Natur gewesen seien.

In den Medien wird unterdessen bereits über eine mögliche Suspendierung von "Alice" spekuliert. Ein Schritt, der nach diesem Interview wohl niemanden sonderlich überraschen würde.

Update: Mittlerweile hat Telefónica Germany reagiert und die Zusammenarbeit mit Hessler mit sofortiger Wirkung beendet.

Kommentar der Redaktion

Stephan von Voithenberg
Stephan von Voithenberg, Leitung Online-Redaktion

Ohne Worte!

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Leserkommentare (14)

o2-Kunde | Montag, 31. Oktober 2011 17:47:24

Wusste o2 das nicht vorher?

mich wundert, dass o2 jetzt so tut als sie aus allen Wolken fallen. Wußten die Geschäftsführer nicht vorher, dass ihr Werbemädchen mit einem Gaddafi-Führer verbandelt war? Falls ja, dürfte sich o2 nun auch nicht über das Interview wundern. Dass das Alice-Mädchen nicht unbedingt eine Politikwissenschaftlerin ist, dürfte aufgefallen sein.

Es gibt andere Unternehmen weltweit, die mehr darauf achten, mit welchen Clan´s die Hauptwerbefigur in Verbindung gebracht werden könnte. o2 nimmt das scheinbar nicht ganz so eng.

Fragensteller | Montag, 31. Oktober 2011 16:06:07

da musste was raus...

Denkt denn keiner an die arme Frau?

Jahrelang gucken sie Dir auf den Hintern und wenn Du Glück hast, auch mal in den Ausschnitt...
Dann kommt plötzlich Jemand daher und fragt Dich nach Deiner Meinung!...
Jetzt kannst Du auch nicht mit "Weltfrieden" oder sowas kommen, da muss etwas Provokantes her..
Und so beweist sie wenigstens Herz für fast ausgestorbene Minderheiten...

skytec | Montag, 31. Oktober 2011 15:50:01

ALICE im Wunderland ...

Was ist der Unterschied zwischen Hundefutter und einer BLONDINE ?
In Hundefutter ist HIRN drin ....
Armes Mädchen !!

Landfunker | Montag, 31. Oktober 2011 15:39:51

Alice im Wunderland

Frau Hessler hat das, was sie im Interview beschreibt über Jahre tatsächlich erlebt, das unterscheidet sie in gewisser Weise von uns TV-Konsumenten. Es liegt aber nahe, daß viel von dem was sie gesehen hat für sie inszeniert wurde und sie möglicherweise nur eine gut geplante Reality-Show wiedergibt. Das muß nichts mit bösem Willen zu tun haben, eher mit Naivität. Einseitigen Darstellungen auch von mir gut bekannten Menschen bin ich im Leben öfter aufgesessen und werde das auch künftig kaum verhindern können.Wenn überhaupt, kann man daraus lernen mehr über das nachzudenken was wir „selbst gesehen“ haben.

kilo | Montag, 31. Oktober 2011 14:41:20

ups

wer von gaddafi zucker in den hintern geblasen bekommt, verklärt schon einmal gerne die realität

MH | Montag, 31. Oktober 2011 14:10:40

Noch ein weiterer schwerer Imageschaden

Nach dem rüden Umgang mit den eigenen Mitarbeitern in Teltow mit folglich schlechter Presse kommt es für Telefonica ganz dick: das Werbedesaster mit Hessler, die offensichtlich nichts vom tatsächlichen Leben in Libyen mitbekommen hat. Logisch, denn wer in diesen Kreisen verkehrt, erkennt keine Unfreiheiten im Lande und auf der Straße.

Ghandi | Montag, 31. Oktober 2011 14:08:54

Unqualifiziert?

Ich find den Kommentar von der Redaktion auch empörend! Wie kann man dem Gadaffi nur was schlechtes andichten wollen? die Menschen in Libyen waren doch 40 Jahre lang ganz zufrieden mit seinem Führungsstil. Und nur weil ein paar Leute da jetzt rebelliert haben soll auf einmal alles schlecht gewesen sein? Ich bitte euch!

Das hat der Gadaffi nicht verdient! Ich hab mich eh gewundert, warum er nicht schon längst für den Friedens-Nobelpreis nomminiert wurde. Aber über kurz oder lang wird das sicherlich nachgeholt, direkt nach seiner Heiligsprechung durch den Papst. Und dann werdet Ihr Euch alle wundern! Hahahahaaaaa!

Politikwissenschaftler | Montag, 31. Oktober 2011 14:08:37

@Arno Nuem

klar, wie geil: frau hessler konnte sich sicherlich vor ort ein sehr objektives bild machen *lol* die hat wahrscheinlich luxus-orgien im gaddafi-palast gefeiert - klar, da wäre ich auch traurig gewesen, wenn das spendable Geberhändchen plötzlich kalt ist...
aber ist klar: die endlosen berichte in der vergangenheit über terror, folter und terroristische aktivitäten sind garantiert nur eine erfindung der westlichen propagandapresse. und die gaddafis sind bestimmt auch nur eine schrecklich nette familie. wie konnte man das nur in all den jahren übersehen??? dazu muss man wohl glatt mal die angehörigen der lockerbie-opfer befragen...

Arno Nuem | Montag, 31. Oktober 2011 13:35:15

Naives Weltbild?

frau hessler hat mit sicherheit mehr einblick in das thema als ein redakteur der telekom handel.
der text herrn voithenbergs liest sich wie die meisten texte zu libyen im deutschen blätterwald. unrecherchiert, faktlos ohne hintergrundinfos und mit etwas selbstzensur gewürzt.
in seinem kommentar bestätigt er dies... denn wer keine ahnung hat sollte einfach mal den mund halten.

mich langweilen diese unqualivizierten schwarz/weiß darstellungen in den massenmedien. das braucht es nicht auch noch in der telekom handel.

Neutrum | Montag, 31. Oktober 2011 13:34:48

Typisch...

Es ist doch typisch für unsere Gesellschaft: normalerweise wird Werbung als Illusion verstanden (oder glaubte jemand, dass er Besuch von "Alice" bekommt, wenn er einen Anschluss von O2 bestellt?). Wenn dann aber ein Teil dieser Illusion, in diesem Fall das Model, dessen Namen wahrscheinlich mehr als 95% der deutschen Bevölkerung überhaupt nicht kannte, eine vielleicht nicht 100%-ig politisch korrekte Meinung äußert, dann wird versucht daraus ein Skandal herauf zu beschwören.

An dieser Stelle zwingt sich mir die folgende Frage auf: wer ist denn hier wirklich naiv?

GE | Montag, 31. Oktober 2011 13:22:52

wie geht es hier wieter


ich möchte hier zu keine worte verlieren...
denn nach ein paar monaten werden wir sehen - was mit dem land passiert.
schade! war ein schönes land!!!

Gegner | Montag, 31. Oktober 2011 13:10:48

Blond

wie kann man nur so naiv sein und derart Stellung beziehen? Das das nach hinten losgeht, muss doch jedem klar sein!

Dario | Montag, 31. Oktober 2011 13:08:38

Wer ist der größere Verbrecher

Hallo,

sollten wir nicht eine Meinungsfreiheit haben?
Hochachtung der heute noch zu seiner Meinung steht!!!
Gaddafi hat sicherlich nicht so regiert wie wir das gutheißen.
Nur war das sein Land und niemand hatte sich einzumischen, und wenn dann mit Worten. Die Rebellen zu unterstützten damit diese nicht ab gemetzelt werden ist auch OK. Aber wer hat Gaddafi ab gemetzelt? Das war OK?
Letztendlich wird es in diesem Land genauso friedlich und gerecht zugehen wie nach Hussains kill.

Außerdem geht es den Ländern nicht um die Menschen sondern um die Bodenschätze. Das sollte niemand vergessen.
Hat eigendlich auch jemand was gegen Merkel?

KI | Montag, 31. Oktober 2011 12:28:40

Alice

Hübsch ist nicht immer klug :-)

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