Youtube-Video: Roaming-Opfer "Kai D." schlägt zurück
25.06.2010 Stephan von Voithenberg
Anfang des Jahres hatte Kai Diekmann eine Roaming-Rechnung von 46.000 Euro produziert - und war bei Telekom-Chef Obermann mit einer Beschwerde abgeblitzt. Jetzt schlägt der Bild-Chef mit ätzendem Humor zurück.
Kai Diekmann polarisiert wie kein zweiter Journalist in Deutschland. Aber eines muss man dem Chefredakteur der Bild-Zeitung lassen: Humor hat der Mann. Nachdem erst vor wenigen Tagen bekannt geworden war, dass Diekmann Anfang des Jahres während eines Aufenthalts im marokkanischen Marrakesch eine Mobilfunk-Rechnung von schlappen 46.000 Euro produziert hat , ist nun ein Videoclip auf Youtube aufgetaucht, in dem sich der Medienmann als Opfer der Roaming-Mafia inszeniert.
Pikant: Zuvor hatte sich Diekmann wegen seiner horrenden Telekom-Rechnung direkt an René Obermann gewandt - der Telekom-Chef zeigte sich allerdings wenig beeindruckt und verwies den Bild-Macher schulterzuckend an das Beschwerdemanagement.
Nun schlägt Diekmann mit ätzender Ironie zurück: Als "Roaming-Opfer Kai D." präsentiert sich Diekmann in dem Clip mit Lidl-Tüten und schwarzem Balken über dem Gesicht. Während des fast zweiminütigen Videos berichtet er als "Angestellter aus Brandenburg" über die Ungerechtigkeiten, die ihm in seinem Urlaub wiederfahren sind. "Fast 50.000 Euro für ein paar verwackelte Videos, die ich aus dem Urlaub hochgeladen habe", klagt er da mit aufgesetzer Bertroffenheitsmiene. "Und geregnet hat es auch den ganzen Tag."
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Leserkommentare (22)
tele-graf | Dienstag, 29. Juni 2010 19:03:37
Kai D. 's Spendenkonto erloschen!!
Ich hatte 20 Cent auf das in der Youtube Parodie angegebene Spendenkonto für Roaming Opfer überwiesen, mit dem Hinweis, das nächste Mal besser eine Telefonzelle zu benutzen!!
Leider hat er die Nachricht nie erhalten - Das war die Meldung meiner Bank:
KAI D. - BILD ROAMING-OPFER - DAS NACHSTE KONTO ERLOSCHEN
Schade ich dachte es sei die sicherste Methode für feedback!! ;-)
Mike | Dienstag, 29. Juni 2010 16:44:28
Selbst schuld
Man sollte sich eben vorher infomieren wie hoch die Preise sind.
Zudem gehört Marokko nicht in die EU das sollte man schon wissen.
Das Zeugs zahlt eh die Bild Redaktion und nicht er.
Holger | Montag, 28. Juni 2010 21:48:08
Roaming Falle
Natürlich sind wir alle schadensfroh, wenn es mal einen Prominenten trifft und das gleich in so exorbitanter Höhe.
Die eigentlichen Schäden sind weniger spektakülär und liegen im Bereich zwischen 500 und 3000 Euro.
Was sind denn die üblichen Fallen?
1. Roaming im Inland. Also wenn ein Nutzer noch in Deutschland ist, sein Handy aber neben dem heimischen Netz einen ausländischen Netzbetreiber stärker empfängt und schon mal umswitcht. War früher gar nicht so unüblich, als man noch keinen Begrüßungs-SMS versandt hat. Bei Datennutzung besteht die Gefahr noch immer, denn da nimmt man diese SMS meist nicht wahr.
2. Das Smartphone. Das kurze Abrufen des heimischen Mailservers im Takt von 10 Minuten oder einer Stunde kann im Ausland bei ungünstiger Traffictaktung extrem teuer werden. Was schon in Deutschland bei falschem Tarif einige hundert Euro kosten kann, kann im 14 Tage Urlaub locker 4 den Reisepreis übertreffen.
Natürlich sind wir Leser der Telecom Handel alles Profis, aber mal ganz ehrlich: Wem von uns hätte sowas vor zwei Jahren nicht auch passieren können?
Der Fall zeigt aber noch etwas ganz deutlich auf: Bei der Telekom hat jede Schutzfunktion versagt. Bei anderen Betreibern wird die Karte vorsorglich gesperrt, wenn unnatürlich hohe Kosten in kurzer Zeit auflaufen. Der Nutzer erhält dann eine SMS mit der Bitte, die Hotline anzurufen. Dies geschieht nicht nur aus Kundenschutz, sondern es ist in Linie Selbstschutz vor Rechnungen, auf denen man am Ende sitzenbleibt. Denn nicht jeder hat so einen freundlichen Arbeitgeber, der mal eben die 5-stellige Telefonrechnung begleicht.
Herr Obermann sollte also mal beantworten, wieso dieser Schutz beim "gewöhnlichen" Kunden Kai. D. nicht nach einem Tag gegriffen hat. Oder ist Kai. D. am Ende doch kein gewöhnlicher Kunde und man hat beim ihm als VIP diese Überwachung deaktiviert?
@Telecom Handel: Hier gilt es nachzuhaken.
tele-graf | Montag, 28. Juni 2010 14:16:42
Am besten Computer Bild lesen, Herr Kai D., Bild Chefredakteur!
Ich meine mal irgendwo in irgend einer Bild von einem Redakteur gelesen zu haben, dass die man vom Nutzer Medienkompetenz fordert - natürlich mit einfacheren Worten!
Da gibts noch einen Spruch von meiner Oma - Jeder kehre erst einmal vor der eigenen Türe!
Ich habe mal 20 Cent auf das in der Youtube Parodie angegebene Spendenkonto für Roaming Opfer überwiesen, mit dem Hinweis, das nächste Mal besser eine Telefonzelle zu benutzen!!
Andre | Samstag, 26. Juni 2010 09:05:09
"Kai D." schlägt zurück
Diese Zufälle immer. Wer kommt den bitte darauf seine Urlaubsvideos per Handy aus dem Urlaub nach Hause zu schicken ohne die Kosten zu kennen. Das macht kein Mensch. Doch einer - der Bild-Chef und der macht zufällig auch noch eine Story daraus. Die Telekom hätte tun können was sie wollen, die Story hätte es so oder so gegeben. Entweder so oder Kunden werden ungleich behandelt und Abzocke ist das Roaming eh. So muss er wenigsten für den Blödsinn 46.000€ bezahlen und das war diese böldsinnige Story nicht wert.
ich | Freitag, 25. Juni 2010 19:16:41
naja
naja, von der Schadenfreude abgesehen hier einmal genau den richtigen zum Trottel gemacht zu sehen, zeigt es aber auch sehr prominent auf wie schamlos das Mobilfunk Roaming zu Lasten der Kunden genutzt wird. Da hätte Herr Obermann mal lieber über seinen Schatten springen sollen als sich den Springer zum Schatten zu machen...
Eine dem Gegenwert mehrerer Tausend Euro entsprechende Leistung hat bestimmt keiner der beteiligten Netzbetreiber erbracht. Mich würde ein Gerichtsverfahren, bei dem der Netzbetreiber die ihm tatsächlich entstandenen MEHRKOSTEN gegenüber nationalen Verbindungen auflisten muss, doch sehr interessieren...
T-Punkt Mitarbeiter | Freitag, 25. Juni 2010 13:19:24
Super gemacht Herr Obermann
Ja Kai D. ist selber schuld und wer ist der überhaupt, dass er denkt der Herr Obermann würde sich drum kümmern?!? Der ist ein ganz normaler Kunde genauso wie Herr Müller der einmal im Jahr 15€ Cash auflädt nicht mehr und nicht weniger.
Naja Kai D. wird jetzt was im Bild veröffentlichen über -------T--- ! HAHAHAHAHAH
Wiener | Freitag, 25. Juni 2010 13:17:28
Telekom-Fachjournalist und Gebührenopfer
Weltweit agierende Unternehmen brauchen weltweit gültige Schranken (Gesetze). Genau jetzt ist die Chance dafür, daß wir erstens innerhalb der EU was machen und zweitens einen US-Präsidenten haben, der gegen Ungerechtigkeiten gegenüber den einfachen Leuten eintritt. Aber unsere Politiker in Wien, Berlin, Brüssel,... schlafen ja alle in der Pendeluhr und sind auch noch stolz darauf, sich mit vielen Lobbyisten in einschlägigen Cafés zu treffen. Sie vergessen wohl wozu sie da sind: Sie sind die gewählte Lobby des Volkes. Insofern ist das, was sie machen, Wählerstimmenveruntreuung. Wieviele Wähler müssen denn noch fernbleiben, ungültig oder rechtsradikal wählen, bis das von denen wer kapiert?
wellknown | Freitag, 25. Juni 2010 13:10:22
Kai D. weiß zurückzuschlagen...
...aber O. Normalverbraucher nicht.
Mich würde mal interessieren, was mit dem Geld passiert, das bestimmt der eine oder andere Volldepp überweist!
. | Freitag, 25. Juni 2010 13:08:37
.
"
Übrigens ist die D1-Tarifbroschüre 59 DIN/A 4 Seiten stark, davon alleine 3,5 (!) Seiten Kleingedrucktes zu den Fussnoten! Das sind 6% (!) aller Seiten inkl. Cover und Inhaltsverzeichnis."
Man beachte auch die Werbung unseres Staatsunternemens: Rechtstexte hellgrau auf weiß, quer über einen halben Meter Breite ! hat schon mal einer hier versucht, das zu lesen ???
Oder Base: Alles gut lesbar und kapierbar- aber was hab Ich denn ? Eu-Tarif ? Reisevorteil ? Reisevorteil plus ?
Seid mal ehrlich- zu kapieren ist das alles nicht !
Marc | Freitag, 25. Juni 2010 12:57:31
na ja,
@dateco.de - Humanität in allen Ehren, aber Ihr werdet doch Eure Produkte dem Kunden auch nicht nur EK+Mwst. verkaufen - oder ?
Marc | Freitag, 25. Juni 2010 12:46:46
er sollte sich um sein Blatt und nicht um Youtube kümmern
Schlecht recherchierter Artikel in der Bild vom 24.06.2010..
In dem Teil mit den IPhone 4 Konkurrenten wird das Desire mit einer 3,5 MP Kamera ohne Blitz beschrieben... Ich bitte euch - Das Flaggschiff von HTC ohne Blitz und mit einer durchschnittlichen Kamera. Das hätte sogar einen Praktikanten stutzig werden lassen.
Frank | Freitag, 25. Juni 2010 12:45:04
Schmieriger Typ!
Miserable Zeitung! Video völlig witzlos!
Selbstverständlich kann man mit den Roaming Thema auf die Nase fallen.
So, wie man immer im Leben auf die Nase fallen wird, wenn man sich vorab nicht entsprechend über einen Sachverhalt informiert.
Das ausgerechnet jemand von der 'Bild' in diesem Zusammenhang von mafiösen Strukturen spricht, ist vielleicht das einzig witzige an dem Beitrag.
Schaari | Freitag, 25. Juni 2010 12:34:14
K. D. und die Springer-Telekomrechnung
Jeder Studi, der eine gewisse Zeit im Ausland Projekte bearbeitet oder die Welt kennen lernen will, mach sich vor der Reise über die IT-Kosten schlau - und siehe da, es gibt unzählige Blogs mit aktuellen Reiseerlebnissen samt Bildern und Videos - und die Reisenden können trotzem vor Ort überleben (und hinterher zu Hause weiterleben). Eltern und Freunde sind brandaktuell informiert...
dateco.de | Freitag, 25. Juni 2010 12:32:27
wirklich selber schuld?
Sicher, als Fachleute können wir a) die TK-Preislisten lesen und b) wissen wir von Grund auf, dass Roaming -insbesondere Datenroaming- sehr teuer ist.
Wir sollten aber auch wissen, dass die Mobilfunker auf die Nachlässigkeit der Kunden spekulieren und solche Rechnungen provozieren. I.d.R. haben die neuen Handys die erforderlichen Funktionen on bord und man ist prizipiell für Datentransfer und Roaming freigeschaltet. Nicht selten haben wir Kunden, die mobiles Internet oder E-Mails to go (im Inland) ausprobieren und dann über drei- oder (selten) auch vierstellige Monatsbeträge sehr überracht sind und man Ihnen dann erklärt, dass könne man für ein paar Euro im Monat pauschal erschlagen. Wenn dann das Streitthema Roaming noch dazu kommt...
Nicht umsonst schaltet sich die EU beim Thema Roaming ein.
Die Mobilfunker könnten Verträge sicherlich auch deckeln (z.B. bei einer bestimmten Grenze warnen oder gar den Anschluss vorübergehend einschränken...). Bei Flats geht das ja schließlich auch, Drosselung wenn Kunden die 5 GB-Grenze überschreiten. (Aber hier ist ja auch der Anbieter benachteiligt).
Übrigens ist die D1-Tarifbroschüre 59 DIN/A 4 Seiten stark, davon alleine 3,5 (!) Seiten Kleingedrucktes zu den Fussnoten! Das sind 6% (!) aller Seiten inkl. Cover und Inhaltsverzeichnis.
Man kann die Verantwortung auf den Kunden abschieben. Das ist aber nicht sehr kundenorientiert. Man könnte das auch technisch lösen, wenn die Mobilfunker wollten...
Leser | Freitag, 25. Juni 2010 12:01:30
Bild Chef ist so intellent wie die Leser der Zeitung
Interessant ist, dass er keine SIM von Bild nutzt (Randbemerkung). Er hat bei seinem T-Mobile Vertrag wahrscheinlich auch nur die dick gedruckten Zeilen gelesen (Flat hier, Flat da, weekend inkl.). Schön, dass der Chef genau dem Nivea seiner Zielgruppe entspricht. Gleich und Gleich gesellt sich gern.
ya-com | Freitag, 25. Juni 2010 12:01:30
spiegel tv
das zeigt die moral des springerischen journalismus.print und andere mediale werkzeuge werden lediglich als propagandawerkzeug missbraucht. pfui
Manni | Freitag, 25. Juni 2010 11:59:59
Roaming Opfer "Kai D"
Warum wendet sich das arme Opfer nicht an den Marokkanischen Netzbetreiber um am Ort seiner Datenübermittlung zu reklamieren und dort seine Roamingkosten zurückzufordern? Dummheit gehört bestraft! Und, liebe Telecom Handel, schreiben Sie doch einmal einen Artikel wie sich die Kosten in diesem Fall auf die beteiligten Netzbetreiber verteilen! Dann wird auch schnell klar, warum Herr Obermann keine Gebühren für Kunden in Marocco zahlt.
Telecom Handel | Freitag, 25. Juni 2010 11:48:55
@nichtAldi
Das ist korrekt. Es handelt sich um Tüten des anderen großen Lebensmittel-Discounters. Wir haben das korrigiert.
Die Telecom Handel-Redaktion
Max | Freitag, 25. Juni 2010 11:46:37
Selber Schuld....
.....vorher Vertragsbedingungen lesen....Roaming Gebühren sind nicht so schwer zu verstehen....das Schmierblatt 'Bild' ist in Marokko auch teurer als in Deutschland.
Für das eigene Tun und Handeln sollte man auch die Verantwortung übernehmen...
Kein Roaming-Opfer | Freitag, 25. Juni 2010 11:45:34
Was wäre wenn...?
Was wäre, wenn Herr Obermann, dem persönlichen Ansinnen, von Herr Diekmann gefolgt wäre? Sprich, wenn Herr Diekmann nicht als "Normalo Kunde" sondern als Promi behandelt worden wäre?
Hätte Herr Diekmann auch dieses Wissen mit der Allgemeinheit geteilt?
Ein Telekommkunde
(der Preislisten lesen kann)
nichtAldi | Freitag, 25. Juni 2010 11:44:55
nicht Aldi
Es handelt sich nicht um Aldi-Tüten!