13.04.2017, 13:54 Uhr

DVB-T2: Freenet meldet erste Kundenzahlen

Seit 29. März ist der neue Fernsehstandard DVB-T2 empfangbar. Der Plattformbetreiber Freenet hat nun erste Kundenzahlen für die jetzt kostenpflichtigen Privat-Programme bekannt gegeben.
(Quelle: Robert Kneschke - Shutterstock)
Nach dem Start des neuen Antennenfernsehens DVB-T2 HD sind zum Ende des ersten Quartals nach Schätzungen des Plattformbetreibers Freenet zwischen 1,2 und 1,5 Millionen TV-Geräte mit einem entsprechenden Empfangsgerät für den neuen Standard ausgestattet. Damit dürften nahezu alle Haushalte, die an ihrem Hauptgerät das Fernsehsignal per Antenne empfangen, für DVB-T2 gerüstet sein. Insgesamt gibt es in Deutschland 3,4 Millionen Haushalte, die das TV-Signal terrestrisch empfangen, mehr als die Hälfte jedoch an ihrem Zweit- oder Drittgerät.
Für die Freischaltung der seither kostenpflichtigen Privat-Programme haben sich bei Freenet nach Angaben des Unternehmens bislang 160.000 zahlende Kunden entschieden. Bis Jahresmitte rechnet Freenet jedoch mit einem Zuwachs auf 500.000 Kunden, bis Jahresende soll die Zahl den Schätzungen nach auf über 800.000 Kunden steigen.
In der Nacht zum 29. März war das alte terrestrische Signal DVB-T in weiten Teilen Deutschlands abgeschaltet worden. Mit dem neuen Standard DVB-T2 HD lässt sich das Fernsehbild erstmals auch in hoher Auflösung (HD) empfangen. Die privaten Sender verlangen jedoch seither eine Gebühr, die über die Plattform von Freenet TV abgerechnet wird.
Von der Umstellung auf den neuen Standard hatten sich vor allem Anbieter von Streaming-Diensten einen großen Kunden-Zulauf versprochen, obgleich auch sie die Privaten nur gegen eine Abo-Gebühr freischalten. Zattoo etwa verzeichnete Anfang März 180 000 neue Nutzer seit Jahresanfang. "TV Spielfilm live" zählt nach eigenen Angaben mehr als 1,8 Millionen Nutzer und baut das Angebot weiter aus. So können Premium-Kunden auch mit einer Restart-Funktion viele laufende Sendungen vom Start an sehen und das Programm jederzeit stoppen. Unter der Marke Waipu.tv bietet auch Freenet über eine Smartphone-App das TV-Programm per Streaming an.

Freenet rechnet mit Wachstum

Unterdessen traut sich Freenet auch über das laufende Jahr hinaus Wachstum bei den wesentlichen Kennziffern zu. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) solle ohne Berücksichtigung der Beteiligung am Schweizer Telekomunternehmen Sunrise auf über 410 Millionen Euro zulegen, sagte Finanzchef Joachim Preisig auf einer Investorenveranstaltung in Köln.
Vergangenes Jahr lag das vergleichbare Ergebnis bei 402,3 Millionen Euro, bisher hatte Freenet lediglich ein "leichtes" Wachstum in Aussicht gestellt. Auch der Umsatz soll wie bekannt leicht wachsen und der freie Barmittelzufluss - ebenfalls ohne eine Dividende von Sunrise gerechnet - weiter leicht über 310 Millionen Euro liegen. Vergangenes Jahr waren es 311,4 Millionen Euro gewesen. Für 2018 rechnet Freenet beim Ergebnis und bei dem Barmittelzufluss mit einem leicht steigenden Trend, so Preisig.




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