Marktreport 01.12.2014, 18:30 Uhr

Die Smartphone-Hersteller im großen Check

Der Weltmarkt für Smartphones wandelt sich: Neue lokale Anbieter gewinnen an ­Volumen, während die Platzhirsche Samsung und Apple Anteile einbüßen.
Bisher setzten die entwickelten Märkte, zu denen auch Deutschland gehört, die Trends für das globale Geschäft mit Handys und Smartphones. Das erste gewaltige Wachstum mit Handys als neuem Massenprodukt startete dort um die Jahrtausendwende, und auch der Smartphone-Boom nahm nach dem Erscheinen des iPhone dort vor rund fünf Jahren seinen Ausgang.
Doch während in Europa und Nordamerika auch immer wieder Marktschwächen in Phasen von weniger Innovation existierten, fand parallel ein kontinuierlicher Aufstieg des Handys in Ländern wie China, Indien oder Indonesien, in denen die Menschen zum ersten Mal mobil telefonieren konnten, statt.
Jetzt setzen diese Konsumenten einen neuen Trend, indem sie per Smartphone das Internet entdecken. Sie sind dafür verantwortlich, dass der aktuelle Smartphone-­Boom immer noch anhält: Im dritten Quartal wurden laut Juniper Research weltweit 316,6 Millionen Geräte verkauft, das waren immer noch 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Damit gibt es weniger Wachstum als in den Vorquartalen, zudem geht dieses auf Kosten der einfachen Handys, der sogenannten Feature Phones, was dem weltweiten Gesamtmarkt für Mobiltelefone nur noch ein sehr geringes Wachstum beschert.
Denn in Deutschland und anderen entwickelten Märkten macht sich eine zunehmende Sättigung bemerkbar: Die meisten Menschen besitzen inzwischen ein Smartphone und verspüren angesichts mangelnder technischer Innovationen, die ihnen einen echten Mehrwert bei einem Neukauf bieten könnten, wenig Bedarf, es zu ersetzen.
Außerdem verändert sich der Charakter des Geschäfts, denn immer weniger spielen subventionierte Geräte der Netzbetreiber, die meist nach einem festen Zweijahreszyklus erneuert werden, eine Rolle. Stattdessen nehmen die Verkäufe von „Hardware only“ zu, also von Smartphones ohne Vertragsbindung, die der Kunde je nach Wunsch behalten und nutzen kann.
Von dieser Entwicklung profitieren vor allem kleinere Hersteller, die mit attraktiven Preisen antreten. Der Preis steht für die Kunden zunehmend im Vordergrund, denn er erscheint bei sofortiger Vollzahlung viel transparenter als bei subventionierten Produkten. Dieser Trend ist auf anderen Märkten noch stärker zu erkennen, etwa in Frankreich, wo Wiko praktisch von null auf den zweiten Platz im Smartphone-Markt geschossen ist, oder in China, wo mit Xiaomi gar ein hierzulande völlig unbekanntes Unternehmen jüngst sogar Marktführer wurde.
Diese „Local Champions“ lassen ihre Smartphones oft nach Standard-Designs in China von OEMs im Auftrag fertigen und sparen so Entwicklungskosten. Außerdem nutzen viele die günstigen Chipsets von Mediatek, die es inzwischen möglich machen, für 300 Euro voll ausgestattete Octacore-Geräte zu verkaufen.
Wir haben untersucht, wie sich die wichtigsten Player auf dem deutschen Smartphone-Markt diesen neuen Herausforderungen stellen, und bewerten deren Konzepte.



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