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Machine Learning 14.04.2019, 10:46 Uhr

Die dunkle Seite der Künstlichen Intelligenz

Machine Learning mit Künstlicher Intelligenz kann ein großer Gewinn für Unternehmen sein. Doch auch Kriminelle können dies für ihre Zwecke ausnutzen.
Wenn Barack Obama in einem You­tube-Video Donald Trump als „Volltrottel“ bezeichnet, werden ihm wohl manche zustimmen. Natürlich würde der Ex-US-Präsident so etwas nie über seinen Nachfolger sagen – zumindest nicht öffentlich, und er hat es auch gar nicht getan. Das täuschend echte Filmchen, das mittlerweile fast sechs Millionen Aufrufe verzeichnet, ist ein sogenannter Deepfake, ein mit Hilfe von künstlichen neuronalen Netzen manipuliertes Video. Die dafür genutzte App basiert auf dem von Google entwickelten Machine-Learning-Framework Tensorflow. „Gesichter in Videos auszutauschen ist nichts Neues“, sagt ­David Wollmann, Executive Consultant beim Sicherheitsspezialisten NTT Security, „aber der Aufwand dafür ist dramatisch gesunken.“
Doch nicht nur Videos können mit Hilfe von Machine-Learning-Methoden gefälscht werden, auch Stimmen lassen sich täuschend echt nachahmen. Während noch vor wenigen Jahren Aufnahmen von vier bis fünf Stunden Länge notwendig waren, um das digitale Abbild eines Sprechers zu erzeugen, können Unternehmen wie Lyrebird heute nach eigenen Angaben auf Basis von nur einer Minute Audiomaterial einen Chatbot mit fremder Stimme sprechen lassen. Auch Google arbeitet an einer Optimierung der Sprachsynthese durch Machine-Learning-Methoden: Das Projekt WaveNet basiert auf einem vollständig faltenden neuronalen Netzwerk (Convolutional Neural Network, CNN) und liefert laut den Entwicklern eine wesentlich natürlichere Sprachwiedergabe als andere Text-to-Speech-Systeme.

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